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"Coolness" wird mit Trainern geübt

29.02.2008 | 19:18 Uhr

STROMBERGSCHULE. Rektor Helmut Kottke: "Bei uns gibt es nur ganz geringe Chancen, dass die Gewalt sich durchsetzt."

ISSELBURG. "Sicherlich gibt es Gewalt, an jeder Schule, egal ob Hauptschule, Realschule oder Gymnasium", sagt Helmut Kottke, Rektor der Isselburger Strombergschule. "Wichtig ist doch, zu fragen: Wie groß ist die Chance, dass die Gewalt sich durchsetzt? Diese Chance ist an unserer Schule gering, auch wenn manche Eltern das vielleicht anders sehen mögen", sagt der Leiter der Hauptschule.

Sicherlich gab es da kürzlich den Fall, dass ein Schüler einen anderen regelrecht verprügelte, ein weiterer Schüler das filmte und dieser Film dann im Internet auftauchte. Es war eine Ausnahme an einer Schule, die im Kreis Borken einen durchaus guten Ruf hat. Und dass Schüler für einige Tage vom Unterricht ausgeschlossen werden, ist ebenfalls eine Ausnahme. "Das kommt höchstens einmal im Jahr vor, und dann ist es oft noch derselbe Schüler", sagt Helmut Kottke. Auch schriftliche Mitteilungen ans Elternhaus sind eher selten. In der Strombergschule sollen Konflikte möglichst früh mit pädagogischen Mitteln gelöst werden.

"Jeder Fall wird verfolgt"

"Aber jeder Fall von Gewalt wird an unserer Schule konsequent verfolgt", sagt Helmut Kottke deutlich. Die Gewalt könne nicht nur körperlicher Art sein. Beispielsweise könnten auch Mobbing und Beleidigungen dazu gehören. Der Schulleiter berichtete von einem Jungen, der sich beklagte, dass seine Mutter beleidigt wurde. "Hurensohn" war er von einem Mitschüler genannt worden. Der aber, so Kottke, habe gar nicht gewusst, was er gesagt habe, denn die Bedeutung des Wortes "Hure" sei ihm gar nicht bekannt gewesen. Das ist ein Beispiel für einen Fall, wo die Schule mit pädagogischen Mitteln Aufklärungsarbeit leisten muss.

Aus der Erziehung im Elternhaus herrührenden Defiziten könne die Schule nicht begegnen, sagt Kottke, Dennoch bemüht man sich, Aggressionen abzubauen. Ein Aggressionstraining, wie es die Schulsozialarbeiterin (siehe Info-Box) bei ihrer kontinuierlichen Tätigkeit an der Schule noch anbot, gibt's zurzeit nicht. Aber die Beratungstätigkeit wurde von den auch schon früher tätigen Beratungslehrern Matthias Stroetmann und Claudia Küper übernommen.

Seit zwei Jahren mit "Professionellen"

Und Coolness wird, wie auch früher schon, im Unterricht gelernt. "Seit zwei Jahren aber mit zwei professionellen Trainern von der evangelischen Jugendhilfe", erklärt Kottke. Ganz unten fing man mit einer fünften und einer sechsten Klasse an. Und jetzt begann die 5 b mit den Coolness-Übungen. Um Aggressionen entgegen zu wirken, hat der Rektor eine weitere Idee: "Ich überlege, Judo an die Schule zu holen."

Bei der Sozialarbeit spricht sich Kottke für eine Trennung von der Schulleitung aus: "Die Schüler können freier reden und müssen keine Angst haben, dass der Rektor es erfährt."

PETER NINKOVIC

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