Abenteuer Schottland
11.08.2009 | 22:46 Uhr 2009-08-11T22:46:00+0200Isselburg. Die örtlichen Pfadfinder erkundeten auf eigene Faust den West-Highland Way mit Höhen, Tälern und malerischen Gewässern. Mit der Tour erfüllten sich die Wanderer im Alter zwischen 15 und 18 Jahren sowie ihr Leiter Bastian Löhrmann einen Traum.
Lange hatten sie dafür gearbeitet und gespart, die sechs Pfadfinder der Deutschen Pfadfinderschaft St. Georg (DPSG), Stamm Isselburg. Die Gruppe hatte 18 Monate lang Trödel gesammelt und auf diversen Märken verkauft, um sich einen Traum zu erfüllen: einen Haijk (Wanderung mit Gepäck) auf dem West-Highland-Way in Schottland. Mit etwas finanzieller Hilfe der Eltern konnten sich Tim Verbücheln, Hendrik Awater, Felix Dierkes, Jan Zimmerman, Patrick Terwey-Altenhövel, Yannick Schüttler und Bastian Löhrmann den Traum in diesen Sommerferien erfüllen.
Marschieren und Zelten in urwüchsiger Landschaft
Frühmorgens ging es los - mit dem Zug von Empel nach Düsseldorf und weiter mit dem Flieger über London nach Glasgow. Ein Bus brachte die 15- bis 18-Jährigen nach Milngavie. Unmittelbar am Fluss Allander Water steht hier ein Obelisk mit einer schottischen Distel, die von nun an die jungen Leute auf ihrem weiteren Weg begleitete. Die Mitglieder der Isselburger Pfadfinder, darunter auch Halderner, mussten noch Lebensmittel kaufen und auf die Rucksäcke verteilen. Durch das fruchtbare Farmland des Strath Blane Tales ging's nach Drymen. Dort bauten die deutschen Wanderer zum ersten Mal die Zelte als Nachtlager auf.
Von Drymen aus marschierten die Pfadfinder hinein in die urwüchsige Landschaft Schottlands – hinauf auf den 358 Meter hohen Conic Hill. „Mit 15 bis 20 Kilogramm schweren Rucksäcken keine leichte Sache”, berichtete Bastian Löhrmann, der die Gruppe leitet. Der 33-Jährige: „Aber mit dem tolle Ausblick über den größten Süßwassersee Schottlands, dem Loch Lomond. wurden wir für unsere Anstrengung belohnt.” In Milarrocky schlugen die Pfadfinder abends wieder ihre Zelte auf und entzündeten ein Lagerfeuer. Auf dem Gaskocher bereiteten die Isselburger Nudeln zu. Leider mussten die Jungen dort einen Tag Zwangspause einlegen, da sich Yannick Schüttler schon vor Reiseantritt den Fuß verletzt hatte, was sich nun durch die Belastung unangenehm bemerkbar machte.
Am Abend ein Bad im eiskalten Seewasser
„Aber wir wären keine Pfadfinder, wenn wir uns davon abhalten lassen würden, weiter zu wandern”, meint Löhrmann. Morgens am vierten Tag sah der Fuß nicht mehr so schlimm aus, und weiter ging es Richtung Rowardennan. Anhöhen, die sich entlang des Seeufers mit tief eingeschnittenen Tälern abwechseln, boten zahlreiche Aussichtsmöglichkeiten. An einer schönen Stelle bezog die Gruppe Quartier. Der Abend endete nach einem Bad im eiskalten Seewasser am Lagerfeuer.
An Tag fünf wollte die Gruppe in Invernaid zum letzten Mal ihre Zelte aufbauen. Die Route führte über einen schwierigen Uferweg. Schmale Pfade, umgestürzte Bäume und glitschige Steine verlangten viel Konzentration. Direkt an einem See bauten die Wanderer zum letzten Mal ihre Zelte auf und plauderten über das Abenteuer Schottland.
Mit der Fähre ging es am nächsten Morgen nach Tarbet und per Bus zurück nach Glasgow, wo die Pfadfinder die Nacht in einem Hostel verbrachten, ausgiebig den Geruch nach Feuer, Schweiß und Abenteuer wegduschten und mal etwas anderes als Nudeln zu essen bekamen.
Über London brachte der Flieger die Gruppe retour nach Düsseldorf, per Bahn fuhr sie nach Empel. Dort nahmen Eltern die jungen Leute in Empfang. Alle waren sich einig – es war ein tolles Abenteuer.
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