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Zwei Winter, zwei Gesichter

28.12.2011 | 16:42 Uhr
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Zwei Winter, zwei Gesichter
So sah es im vergangenen Jahr zwischen Weihnachten und Neujahr auf dem Schillerplatz aus...

Iserlohn. (-ee-/ust) Unterschiedlicher könnte der Vergleich wohl nicht ausfallen: Der Winter vor einem Jahr und heute! Gab es 2010 bereits im November den ersten kräftigen Wintereinbruch, herrschte 2011 im gleichen Monat Trockenheit wie in der Sahara, teilweise standen noch blühende Geranien auf den Balkonen. Und im Dezember: 2010 gab es über Wochen eine geschlossene Schneedecke, die über Weihnachten eine lange nicht mehr gekannte Höhe erreichte. 2011 dagegen folgte der bereits erwähnten Trockenperiode Dauerregen und Sturm bei weiter milden Temperaturen. Lediglich ein paar Schneeflocken schafften es überhaupt mal bis zum Erdboden.

Was ist denn nun besser? Viele denken noch mit Grauen an den vergangenen Winter: Streusalz war ein Mangelware wie Kohle nach dem Krieg, teilweise lohnte es überhaupt nicht, den Schneeschieber wieder an die Wand zu stellen. In vielen Straßen war Begegnungsverkehr nicht mehr möglich, weil Schneeberge und -wälle an den Rändern die Fahrbahnen extrem einengten. Über Weihnachten mussten viele geplante Familienbesuche ausfallen, weil sich Menschen einfach nicht mehr hinters Steuer trauten.

... und so in diesem milden Winter.

Für Winterromantiker dagegen dürften die letzten Wochen 2010 unvergesslich bleiben - im positiven Sinne. Wunderschön verschneite Landschaften, gemütlich am Kamin sitzen, während draußen die Flocken fallen. Und dass die Kinder ihre helle Freude hatten, versteht sich wohl von selbst.

Jene Winterromantiker müssen dieser Tage dagegen Trübsal blasen. Alles grau in grau, ein paar schwache Sonnenstrahlen am gestrigen Mittwoch waren wettertechnisch der einzige Trost seit Tagen. Und wie geht es nun weiter?

Das erklärt Diplom-Meteorologe Andreas Friedrich vom Deutschen Wetterdienst in Offenbach - und hat nichts Gutes zu berichten: Nachdem die Bewölkung heute zunächst auflockert, kommt es am Abend wieder zu Regen. Leichte Hoffnung auf Schnee lässt der Fachmann für die Jahreswende durchblicken, denn am Freitag soll es im Bergland (vielleicht ja in Kesbern auf 450 Meter) Schneeschauer geben. An Silvester empfiehlt es sich, Regenschirm statt Ohrenwärmer mitzunehmen, denn es bis in die Neujahrsnacht hinein soll es bei milden Temperaturen zeitweise regnen. Schöne Aussichten!

Stefan Drees und Ulrich Steden

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