Zuwachsraten der Kantoreistiftung steigen

Im Lutherhaus fand am Samstagabend die traditionelle Vollversammlung der „Stiftung Evangelische Kantorei Iserlohn“ statt.
Im Lutherhaus fand am Samstagabend die traditionelle Vollversammlung der „Stiftung Evangelische Kantorei Iserlohn“ statt.
Foto: IKZ
Was wir bereits wissen
Vollversammlung fand vor dem traditionellen Neujahrsempfang der Evangelischen Kantorei statt

Iserlohn..  Im Vorfeld des Neujahrsempfanges der Evangelischen Kantorei Iserlohn fand die traditionelle Vollversammlung der „Stiftung Evangelische Kantorei Iserlohn“ am Samstagabend im Lutherhaus statt.

Der stellvertretende Vorsitzende des Stiftungsrates, Dr. Joachim Droste, konnte rund 60 Stifter begrüßen und einen eindrucksvollen Bericht über die Entwicklung der Stiftung im Jahr 2014 geben. „Wir werden Jahr für Jahr besser – die Zuwachsraten werden größer“, war eine der guten Nachrichten. Auf der Basis des Zuwachses von 2012 hat die Stiftung in 2013 um 19,8 Prozent und auf der Basis von 2013 in 2014 um 26 Prozent zugelegt, dies jeweils ohne Zinsen, die satzungsgemäß für die ersten drei Jahre dem Stiftungskapital zufließen und ab dem vierten Jahr ausgeschüttet werden.

Aufführung des Oratoriums „Die Schöpfung“ unterstützt

Die Stiftung hat im Zuge ihrer ersten Ertragsausschüttung die Aufführung des Oratoriums „Die Schöpfung“ von Joseph Haydn und die speziell für Kinder mit Chor, Orchester, Solisten, Ballett und Moderation eingerichtete Fassung, unter dem Titel: „Raffaels Auftrag“, finanziell unterstützt, für die auch der Lions Club Iserlohn-Letmathe einen erheblichen Zuschuss gegeben hat. Das zusammen hat den familienfreundlichen Eintrittspreis von 3 Euro möglich gemacht.

Ein „ungenannter“ Zustifter, der im vergangenen Jahr die „Fünfstelligkeit“ seiner Zustiftungen erreicht hat, gab eine großzügige Zuwendung mit gut erkennbarem Bezug zum 60. „Geburtstag“ der Kantorei. Ein weiterer anonymer Zustifter hat zum zweiten Mal einen großen Betrag gegeben, weil er, wie er schrieb, von „der Idee und der Wichtigkeit der Kantorei-Arbeit nach wie vor überzeugt“ ist.

„Das sind Beiträge von Menschen, die ihrerseits ,Danke’ sagen für das, was sie erreichen konnten und was ihnen im Leben zuteil wurde und die es nachhaltig weitergeben und damit im wahrsten Sinne des Wortes ,SINN-stiften’ möchten“, so Dr. Droste.

„Die Faszination, die von der Musik und vom Chorgesang ausgeht, ist unser ,Markenkern’, das ist das Pfund, mit dem wir wuchern können.“ Denn vom Engagement der Überzeugten, zur „Einzel-“ und gerade der „Wiederholungstäter“ lebe die Stiftung der Evangelischen Kantorei, hieraus nehme sie die Gewissheit, mit der Idee der finanziellen Sicherung der Förderung und Bewahrung der Kirchenmusik richtig zu liegen, hieraus beziehe sie die Energie, beharrlich dieses Feld zu bearbeiten, und den Mut, auch neue Themen aufzugreifen.

„Wir haben zum Beispiel die Möglichkeit geschaffen, durch monatliche Zahlung oder per Abbuchung kleiner Beträge, angepasst an das jeweilige Haushaltsbudget, zum Zustifter zu werden, wenn die Einmalzahlung eines ,Bausteines’ von 250 Euro schwerfällt.“

In diesem Zusammenhang erläuterte Dr. Droste den Begriff „ein Scherflein beitragen“: ein „Scherf“ war eine kleine Münze mit geringem Wert, die Martin Luther in seiner Bibelübersetzung zum „Scherflein“ machte und mit der auch „die arme Witwe ,ihr Scherflein beitragen‘ konnte“.

Unter dem Aspekt der Gemeinnützigkeit der Stiftung seien „Spenden“ und „Zustiftungen“ oder „steuerfreies Vererben“ als probate Möglichkeiten zu begreifen, verantwortungsbewusst, sinnvoll und nachhaltig mit Steuergeldern umzugehen.

Dr. Droste schloss die Versammlung mit einem Satz von Lord Ralf Dahrendorf, dem deutsch-britischer Soziologen, Politiker und Publizisten und langjährigen Direktor der London School of Economics and Political Science: „Die Rhetorik der Bedrohung schafft keinen Aufbruch. Die Rhetorik der Chancen könnte von Zielen sprechen, die die Mühen des Weges lohnen.“

A-capella-Ensemble„Opelle NovaI“

Der kurzen Andacht in der Obersten Stadtkirche mit Pfr. Andres Michael Kuhn über die Jahreslosung 2015: „Nehmet einander an, wie Christus euch angenommen hat, zu Gottes Lob.“ (Römer 15,7) schloss sich ein „Konzert zum neuen Jahr“ mit dem fünfstimmigen A-capella-Ensemble „Opelle Nova“ an: „To shorten winter’s sadness“. Aufgeführt wurden Werke aus Barock und Klassik, aber auch Zeitgenössisches u.a. von Andreas Hammerschmidt, Heinrich Schütz, Jan Pieterzoon Sweelinck, Leonhard Lechner, Peter Corinelius, Guiseppe Verdi, John Ruter, Johann Eccard Giovanni Pergolesi da Palestrina, Knut Nysedt, Thomas Weelkes, Harald Genzmer, Michael Praetorius, Claudio Monteverdi, Thomas moorles, Johann Hermann Schein und Hans Leo Hassler.

Sie wurden durch lyrische Texte von Jochen Klepper, Gerhard Valentin, Hildegard Aepli, Rudolf Hagelstange, Theodor Storm, Eduard Mörike und Joseph von Eichendorff thematisch und episodisch behutsam ergänzt.