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Zusammenspiel von Natur und Kunst erlebbar machen

05.11.2009 | 19:06 Uhr
Zusammenspiel von Natur und Kunst erlebbar machen

Iserlohn. „Holz ist mein Lehrer und es leitet mich, so lange ich dem Weg, den es bezeichnet, treu bleibe, Auf diesem Weg zeigt es mir Formen und Aktionen, die mit anderen Materialien erkundbar sind.”

Für den britischen Bildhauer David Nash, der heute Abend mit dem Iserlohner Kunstpreis ausgezeichnet wird, ist dieses Zitat eine Maxime, der er sich in seinem langen künstlerischen Schaffen immer gebeugt hat. Der 1945 in Esher, in der Grafschaft Surrey, geborene Nash zieht nach seinem Studium am Kingston College of Art, wo er sich erst der Malerei widmet, ins nordwalisische Blaenau Ffestiniog, wo er eine alte Kapelle kauft, die ihm genügend Raum für sein Schaffen gibt. Hier, in und rund um Capel Rhiw, lagert sein Werkstoff, Bäume aus nahezu allen Teilen der Erde, die er mit Kettensäge, Meißel, Axt und nachher auch mit immer schwererem Gerät bearbeitet. Anders als andere Künstler seiner Generation geht Nash jedoch nicht von der Form aus, sondern sucht sie im Holz, passt sich den Strukturen und Verästelungen an, um daraus seine Werke zu schaffen. Mit 25 Skulpturen und einigen Zeichnungen gibt die Ausstellung in der Villa Wessel einen guten Einblick in das künstlerische Schaffen dieses international renommierten und mit zahlreichen Preisen ausgezeichneten Künstlers.

Wie sehr Nash den Zusammenhang von Kunst und Natur beachtet, davon zeigen seine „Land-art”-Projekte wie der „Ash-Dome” oder „Wooden-Boulder”. Auf der großformatigen Zeichnung „Cae'n-y-Coed” aus dem Jahre 2007 stellt Nash einige dieser Aktionen vor. In seinem plastischen Werk verwendet Nash immer wieder geometrische Grundelemente, wie Pyramide, Kugel und Würfel („Cut Corners Spire”, Ulme, 2003). Doch neben der manuellen Bearbeitung kommt bei Nash häufig noch eine thermische Komponente hinzu. Häufig setzt der Bildhauer seine Skulpturen dem Feuer aus. Doch nicht als Akt der Vernichtung, sondern als gestalterisches Element. Denn Feuer, dem schnell etwas Bedrohliches anhaften kann, kann auch Wärme spenden, neues Leben schaffen, wie es ja auch nach Waldbränden zu beobachten ist. Das Schwarz und die deutlich sichtbaren Brandspuren verleihen diesen Skulpturen eine besondere Intensität („Three Crosses”, Eiche und Pitchpine, 2006). Oft arbeitet Nash, der nur abgestorbene oder umgefallene Bäumen benutzt, auch direkt dort, wo er sein Material findet. Auf der japanischen Insel Hokkaido etwa schlug Nash zwei „Schiffe” aus Mizumara-Holz, setzte sie auch den Flamen aus. Die nahezu vier Meter lange Doppelskulptur „Two Vessels” dominiert jetzt den mittleren Raum der Villa Wessel. Im Kontrast zwischen den schwarzen und holzbelassenen Flächen ergibt sich eine Spannung, die zu verschiedenen Assoziationen und Gedankenspielen verleitet.

Der Iserlohner Kunstpreis der Bürgerstiftung der Sparkasse wird heute Abend um 19 Uhr in der Villa Wessel an David Nash überreicht. Die Einführung erfolgt durch Dr. Ulrike Lorenz, Direktorin der Kunsthalle Mannheim. David Nash wird bei der Vernissage anwesend sein. Die Ausstellung „David Nash” wird noch bis zum 10. Januar 2010 in der Villa Wessel an der Gartenstraße 31 zu sehen sein.

Ulrich Steden

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Kommentare
07.11.2009
16:19
Zusammenspiel von Natur und Kunst erlebbar machen
von Jau ey | #1

Was für ein Holzkopf!

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