Zusätzliche Unterkunft

Block 4 im Corunna-Gewerbegebiet: Hier möchte die Verwaltung Flüchtlingsfamilien unterbringen.
Block 4 im Corunna-Gewerbegebiet: Hier möchte die Verwaltung Flüchtlingsfamilien unterbringen.
Foto: Michael May IKZ
Was wir bereits wissen
Ein Gebäude im Corunna-Gewerbegebiet soll für die Unterbringung von Flüchtlingsfamilien genutzt werden, weil die Kapazität in den vorhandenen Unterkünften ausgeschöpft ist.

Iserlohn..  Weil die Kapazitäten in den Flüchtlingsunterkünften der Stadt mittlerweile erschöpft sind, plant die Verwaltung die Einrichtung eines weiteren Wohnheims im Gewerbegebiet Corunna an der Westfalenstraße. Wie Bürgermeister Dr. Peter Paul Ahrens auf Anfrage bestätigte, soll ein Teil des Blocks IV, in dem bis vor zwei Jahren noch die Friederike-Fliedner-Schule untergebracht war, zur Aufnahme von Familien hergerichtet werden.

„Wir glauben, dass wir dort gute Voraussetzungen vorfinden, um den Flüchtlingen eine menschenwürdige Unterkunft zu bieten und ihnen ein möglichst selbstständiges leben zu ermöglichen“, erläutert Dr. Ahrens, dass für die Verwaltung die fußläufige Nähe der Immobilie zu Nahversorgungsangeboten und zum öffentlichen Personennahverkehr zwei Ausschlag gebende Gründe gewesen seien. Überdies habe das Gebäude, in dessen Erdgeschoss und erstem Obergeschoss drei Bildungsträger eingemietet sind, zu Kasernenzeiten bereits als Unterkunft gedient. „Nasszellen sind in den beiden Obergeschossen, in denen wir Unterkünfte für etwa 90 Menschen einrichten möchten, schon vorhanden. Somit müssten wir nur einen verhältnismäßig überschaubaren finanziellen Aufwand betreiben, um zusätzlich noch drei Küchen einzubauen.“

Während es der Bürgermeister für eine Pflicht und Verantwortung der Stadt hält, Flüchtlinge aus Krisenregionen aufzunehmen und menschenwürdig unterzubringen, bleibt der Kommune angesichts der kontinuierlichen Zuweisungen durch die Bezirksregierung derweil auch gar keine andere Wahl, als ihre räumlichen Kapazitäten deutlich aufzustocken.

Im Jahresschnitt zwischen 350 und 450 Flüchtlinge

Waren Anfang 2014 noch 164 Menschen in den bestehenden Übergangsheimen untergebracht, belief sich ihre Zahl am 12. Januar bereits auf 272. „Und unsere Prognosen gehen davon aus, dass im Jahresdurchschnitt 2015 zwischen 350 und 450 Flüchtlinge in Iserlohn leben werden.“ Alternative Unterbringungen in Zeltlagern oder Turnhallen, wie sie in anderen Kommunen diskutiert werden, lehnt Dr. Ahrens indes ab: „Das entspricht nicht den Zielen und Maximen des Rates der Stadt im Umgang mit diesen Menschen.“