Zum Ende des Jahres 20 Prozent weniger Arbeitslose im Kreis
03.01.2008 | 13:00 Uhr 2008-01-03T13:00:00+0100Iserlohn. „Das Jahr 2007 ist für den Arbeitsmarkt im Märkischen Kreis sehr erfolgreich verlaufen”, resümiert Thomas Helm, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Iserlohn, die vergangenen zwölf Monate.
Kreisweit gibt es aktuell 20 Prozent weniger Arbeitslose als noch im Dezember 2006. Auch für die Zukunft erwartet Helm Positives: „Die günstige Entwicklung wird sich in 2008 in abgeschwächter Form fortsetzen.” Die Arbeitslosenquote, errechnet auf der Basis aller zivilen Erwerbspersonen, hat sich im vergangenen Jahr rapide verringert. Lag die Quote Ende 2006 noch bei über 8 Prozentpunkten, reduzierte sie sich auf aktuell 6,4. Erstmals in diesem Jahr ist die Arbeitslosenquote im Dezember um 0,1 Prozentpunkte leicht angestiegen. Diese Entwicklung ist auf typische saisonale Einflüsse zurückzuführen. Ein Blick in den Märkischen Kreis zeigt: Bis auf die Geschäftsstellenbezirke Altena (-0,2 Prozentpunkte, aktuell 5,7) und Plettenberg (-0,1 Prozentpunkte, aktuell 4,9), in denen die Arbeitslosenquote im Vergleich zum Vormonat sank, sind alle Arbeitslosenquoten in den Agenturbezirken um 0,1 Prozentpunkte (in Iserlohn um 0,2) angestiegen. In der Geschäftsstelle Menden ist die Quote im Vergleich zum November 2007 konstant bei 6,3 geblieben.
Aktuell sind im Märkischen Kreis 14 670 Personen arbeitslos, das sind 20 Prozent weniger als vor einem Jahr. Die stabile gute Konjunktur und die damit verbundene Personalnachfrage der Wirtschaft sowie die wirksamen Reformen der BA, die dazu beigetragen haben, Angebot und Nachfrage auf dem Arbeitsmarkt besser zusammenzubringen, sind Gründe dafür. Der Arbeitsmarkt bot in 2007 vor dem Hintergrund des Fachkräftebedarfs vor allem Chancen für qualifizierte, mobile und flexible Arbeitssuchende. Auch Vorbehalte gegenüber Älteren und Langzeitarbeitslosen nahmen deutlich ab. Knapp 600 weniger über 55-Jährige und über 2500 weniger Langzeitarbeitslose im Vergleich zum Dezember 2006 sind ein deutliches Zeichen der besseren beruflichen Chancen für diese Personengruppen. Auch Sonderprogramme wie die Joboffensive der ARGE für über 50-Jährige greifen auf dem Arbeitsmarkt und verbessern so die Vermittlungschancen.
Frauen konnten in 2007 im Vergleich zu der Gesamtentwicklung im Märkischen Kreis noch nicht so stark an den verbesserten Bedingungen auf dem Arbeitsmarkt partizipieren. 18,7 Prozent weniger Frauen als vor einem Jahr sind im Dezember arbeitslos gemeldet (7667 Personen). Ursachen hierfür liegen insbesondere an dem nicht so stark wie in anderen Regionen ausgeprägten Dienstleistungssektor im Märkischen Kreis. Auch arbeitslose Jugendliche unter 25 Jahren konnten im Vergleich zur Gesamtentwicklung nicht so stark an der positiven Arbeitsmarktlage profitieren wie andere Personengruppen. 11 Prozent weniger junge Arbeitslose als im Dezember 2006 sind arbeitslos gemeldet. Aktuell suchen 1458 Personen unter 25 Jahren eine neue Stelle, dass sind knapp 10 Prozent aller Arbeitslosen. Gründe hierfür liegen oftmals in einer fehlenden Ausbildung und unzureichender Mobilität.
Die Agentur für Arbeit Iserlohn verzeichnete im vergangenen Monat ebenso wie die Arbeitsgemeinschaft Märkischer Kreis einen leichten Anstieg der Arbeitslosigkeit. In beiden Rechtskreisen stieg die Gesamtzahl an Arbeitslosen aus saisonalen Gründen um 0,8 Prozent. Die Zahl der Arbeitslosen, die von der Agentur für Arbeit betreut werden, stieg im vergangenen Monat gering um 38 auf 4731 Personen. Insgesamt konnte im Bereich des Rechtskreises des SGB III die Arbeitslosigkeit innerhalb eines Jahres um 29,8 Prozent, das sind 2008 Personen weniger, verringert werden. Im Zuständigkeitsbereich der ARGE MK gab es im letzten Monat einen leichten Anstieg um 78 auf 9939 Arbeitslose. Die ARGE MK ist damit weiterhin für die Mehrheit aller Arbeitslosen zuständig (67,8 Prozent).
Im Vergleich zum Dezember 2006 sind 1668 Personen im Rechtskreis des SGB II weniger arbeitslos, das sind 14,4 Prozent. Besonders erfreulich ist die Entwicklung bei den über 50-Jährigen und den Langzeitarbeitslosen. ARGE-Geschäftsführer Volker Riecke sieht hier einen Zusammenhang zwischen Arbeitsmarktprogrammen der ARGE und der erfolgreichen Integration in den ersten Arbeitsmarkt. Seit Oktober 2007 sind 65 Ältere ab 50 Jahren weniger arbeitslos gemeldet. Ein deutliches Zeichen dafür, dass Sonderprogramme wie die Joboffensive der Arbeitsgemeinschaft MK für über 50-Jährige greifen und die Vermittlungschancen verbessern.
Bei den Abmeldungen aus der Arbeitslosigkeit sind leichte Rückgänge sowohl zum Vorjahr als auch zum Vormonat zu verzeichnen. 127 Personen weniger Abgänge als im Dezember 2006 und 367 Abgänge weniger als im November 2007 sind festzustellen. Insgesamt konnten im Dezember 2955 Personen aus der Arbeitslosigkeit abgemeldet werden, davon 1049 in Erwerbstätigkeit. Auf Seiten der Agentur beendeten 1213 Personen ihre Arbeitslosigkeit, darunter 456 durch Aufnahme einer Erwerbstätigkeit. Im Bereich der ARGE wurden 1742 Arbeitslose abgemeldet, darunter 593, durch Aufnahme einer Erwerbstätigkeit. Diesen Abgängen standen im vergangenen Monat 3074 Arbeitslosmeldungen gegenüber. Das sind 3,3 Prozent weniger als im Vormonat und 0,7 Prozent mehr als im Dezember 2006. 1347 (darunter 752 aus Erwerbstätigkeit) entfielen auf den Rechtskreis des SGB III, 1727 (darunter 487 aus Erwerbstätigkeit) auf den des SGB II. Der Zugang von Arbeitslosen aus Erwerbstätigkeit ist im Vergleich zum Vorjahresmonat um 17,1 Prozent (181 Zugänge) angestiegen. Ursachen für die aufgezeigten Entwicklungen (Rückgang bei den Abgängen aus der Arbeitslosigkeit und leichte Zunahme bei den Zugängen im Vergleich zum Vorjahresmonat) liegen in den jahreszeitlichen Gegebenheiten: Während der milde Winter 2006 kaum zu einen saisonalen Anstieg der Arbeitslosigkeit geführt hat, wirkt sich der Winterbeginn 2007 bereits jetzt leicht auf den heimischen Arbeitsmarkt aus.
Im Dezember hat die Agentur für Arbeit 1666 Stellenangebote (ohne Arbeitsgelegenheiten) im Bestand gemeldet. Das sind 181 Stellen (12,2 Prozent) mehr als im Dezember 2006. Dieser Stellenzuwachs im Bestand verdeutlicht, dass die gemeldeten Stellen offensichtlich nicht mehr unbedingt sofort vom Arbeitsmarkt bedient werden können, sie bleiben länger unbesetzt. Bei den Stellenzugängen (ohne Arbeitsgelegenheiten) wurde im Dezember 2007 in etwa der Vorjahreswert erreicht: 793 neue Stellen der Agentur für Arbeit gemeldet, das sind 0,5 Prozent mehr (vier Stellen) als vor 12 Monaten.
0mitdiskutieren