Zieht Kunstschatz nach Barendorf?

Neue Ausstellungsräume für den städtischen Kunstbesitz könnten nach Plänen von Rainer Danne (l.) und Gerd Schäfer im alten Gießhaus in Barendorfentstehen. Das Haus steht leer und müsste entsprechend hergerichtet werden.
Neue Ausstellungsräume für den städtischen Kunstbesitz könnten nach Plänen von Rainer Danne (l.) und Gerd Schäfer im alten Gießhaus in Barendorfentstehen. Das Haus steht leer und müsste entsprechend hergerichtet werden.
Foto: Michael May IKZ
Was wir bereits wissen
Zieht der städtischen Kunstbesitz bald in Barendorf ein? Er könnte dort im alten Gießhaus eine neue Heimat finden.

Iserlohn..  „Stillstand ist Rückschritt.“ In diesem Punkt sind sich Museumsleiter Gerd Schäfer und Rainer Danne, Leiter der Städtischen Galerie, seit Jahren einig, auch wenn beide in der Regel unterschiedliche Arbeitsfelder zu bearbeiten haben.

Doch jetzt haben sie eine gemeinsame Konzeption entwickelt, für die längst die Zeit reif war, aber die auch das entsprechende Umfeld zur Realisierung haben musste. Konkret geht es darum, für den städtischen Kunstbesitz, der bisher ein eher tristes Leben im Magazin fristet oder die Wände in zahlreichen Dienstzimmern schmückt, einen Ausstellungsraum zu finden, um ausgewählte Objekte angemessen präsentieren zu können. Den glauben Schäfer und Danne nun in dem alten Gießhaus im Museums- und Künstlerdorf Barendorf gefunden zu haben. „Das ist eigentlich das zentrale Haus in Barendorf“, führt Schäfer im Gespräch mit der Heimatzeitung aus, „denn hier wurde das Messing gegossen, das für die weitere Produktion gebraucht wurde“.

Dauerhafte Lösung für städtischen Kunstbesitz

Bis vor vier Jahren haben Teile des alten Gießhauses noch als Wohnung gedient, danach wurde aus den Räumlichkeiten ein Lager. Diesen „Leerstand“ wollte Gerd Schäfer nicht weiter akzeptieren und fand dann im Gespräch mit Rainer Danne eine neue Konzeption. „Es hat bisher schon ganz viele Überlegungen gegeben, dem städtischen Kulturbesitz einen Raum zur Präsentation zu geben. Mit der Idee, diese Räumlichkeiten im alten Gießhaus zu schaffen, könnte eine dauerhafte Lösung entstehen, sind Schäfer und Danne überzeugt. Rund 200 Quadratmeter würden dann für diesen Zweck zur Verfügung stehen.

Im Januar sollen Sondierungsgespräche mit der Verwaltung geführt werden, um die Kosten für den erforderlichen Umbau der Räumlichkeiten klären zu können. Denn im jetzigen Bauzustand können die Räume keinesfalls genutzt werden. Für Danne und Schäfer wäre eine optimale Lösung die komplette Entkernung des Gebäudes, denn die jetzige kleinteilige Raumaufteilung bietet keine Möglichkeiten, um als Ausstellungsraum genutzt werden zu können. Auch ein entsprechendes Raum- und Temperaturklima müsste geschaffen werden, um die Kunstwerke nicht zu schädigen. Dass auch in diesem Haus, wie in vielen anderen Barendorf-Häusern, eine komplette Barrierefreiheit nicht hergestellt werden kann, das wissen die Initiatoren. „Das liegt in der Struktur der historischen Gebäude“, stellt Schäfer klar.

Geöffnet werden könnten die Ausstellungsräume für den städtischen Kulturbesitz parallel zu den normalen Öffnungszeiten des Museumsdorfes, alleine um Personalkosten sparen zu können. Natürlich stellt sich auch die Frage, „was lohnt es, dann dort gezeigt zu werden?“ Für Galerie-Leiter Rainer Danne bieten sich hier Schwerpunkte an. So befinden sich im Kunstbesitz etwa der Nachlass des Iserlohner Künstlers Alfons Lütkoff, Bilder des Iserlohner Künstlerehepaares Wilhelm Wessel und Irmgart Wessel-Zumloh, auch Exponate von Emil Schumacher könnten präsentiert werden. Aus der etwas jüngeren Vergangenheit verfügt der städtische Kunstbesitz, der rund 800 Exponate umfasst, auch über Fotografien der international anerkannten Künstler, die in der Galerie ausgestellt haben und über Exponate von „Art to take“.

Ein weiteres attraktives Standbein fürs Museumsdorf

„Der Kunstbesitz hätte hier eine hervorragende Heimstatt innerhalb der Stadt“, ist Rainer Danne überzeugt. „Das wäre ein weiteres attraktives Standbein für das Museums- und Künstlerdorf“, ist auch Schäfer begeistert von dieser Idee.