Zeichnungen und Plastiken von Robert Ittermann
16.07.2009 | 16:33 Uhr 2009-07-16T16:33:00+0200
Iserlohn. Der Bildhauer Robert Ittermann hat in seiner Geburtstadt Iserlohn seine Kunstspuren hinterlassen. Auf dem Hauptfriedhof schuf er das Kriegerehrenmal für Gefallene des Ersten Weltkrieges.
Das Ehrenmal zeigt einen lebensgroßen, aus Kupferblech gefertigten Soldaten, der in der rechten Hand ein zerbrochenes Schwert hält. Und an der Westertorpassage ist seine „Gebt sie frei”-Gedenktafel für die Kriegsgefangenen erhalten, die in einem Flachrelief wartende Frauen darstellt.
Am Sonntag, 19. Juli, eröffnet das Stadtmuseum eine Ausstellung, die mit zeitlosen Zeichnungen und anmutigen Plastiken einen Querschnitt seines Schaffens zeigt. Die menschliche Gestalt war sein zentrales Thema. Er modellierte Menschen in schlichter Schönheit, darunter sind wunderschöne Akte sowie ausdrucksstarke Porträts von bedeutenden Persönlichkeiten wie dem Iserlohner Industriellen Dr.-Ing. Friedrich Kirchhoff und des bekannten deutschen Meisterfotografen Albert Renger-Patzsch. Er schuf klassische Menschenbilder, ohne zu idealisieren.
Robert Ittermann wurde 1886 als Sohn eines Bäckers in Iserlohn geboren, machte eine Lehre an der Königlichen Fachschule für Metallindustrie und besuchte das Versuchsatelier für angewandte Kunst in München. Danach arbeitete er als Modelleur bei der heimischen Firma Kissing & Möllmann, bis er ein Kunststudium an der Düsseldorfer Kunstgewerbeschule aufnahm. Daran schloss sich das Studium an der Kunstakademie in Karlsruhe an. Er unterhielt 15 Jahre ein Atelier in Düsseldorf, das aber im Krieg zerstört wurde. Aufgrund der Bombardierung Düsseldorfs zog er nach Wamel am Möhnesee um und lernte seine Frau Elisabeth kennen. 1970 verstarb er im Alter von 84 Jahren in seinem Alterssitz Völlinghausen.
Robert Ittermann ist neben Emil Schumacher und Wilhelm Wessel Träger des Iserlohner Kunstpreises. Er erhielt außerdem den Cornelius-Preis Düsseldorf, den ersten Preis im Rheinischen Bildhauer-Wettbewerb der Stadt Mönchengladbach und den Karl-Ernst-Osthaus-Preis.
Die Ausstellung im Stadtmuseum zeigt bis zum 13. September größtenteils Exponate aus dem Nachlass, den er der Stadt Soest und dem Wilhelm-Morgner-Haus vermachte, sowie aus Iserlohner Privatbesitz. Zu sehen sind zum ersten Mal auch Landschaftszeichnungen und Zeugnisse seiner Schul- und Studienzeit. 1890 wurde ihm auf dem Zeugnis der Knabenschule Iserlohn bescheinigt, dass er in Zeichnen „ziemlich gut” war. In Schönschreiben erhielt er allerdings ein „mangelhaft”.
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