Zeichen für Toleranz und Akzeptanz

Neben dem Kinder- und Jugendrat und Vertretern aus Politik und Religion machten weitere Schüler bei der Aktion auf dem Alten Rathausplatz mit.
Neben dem Kinder- und Jugendrat und Vertretern aus Politik und Religion machten weitere Schüler bei der Aktion auf dem Alten Rathausplatz mit.
Foto: IKZ

Iserlohn..  Das hatte schon Symbolcharakter: Als am Dienstagnachmittag die 500 Luftballons mit den Wünschen von Kindern und Jugendlichen nach einer friedvollen Zukunft auf der ganzen Welt und einem friedlichen Miteinander in Iserlohn in den Himmel aufsteigen sollten, fegten ein heftiger Wind und immer wieder stürmische Böen über den Alten Rathausplatz.

Und genauso wie es außer Mut auch immer wieder Kraft fordert, für Frieden und gegen Gewalt und Fremdenfeindlichkeit einzutreten, mussten sich auch die Mitglieder des organisierenden Kinder- und Jugendrates, weitere Schüler sowie Vertreter aus Politik und von verschiedenen Religionsgemeinschaften ein wenig anstrengen, dass es ihnen die Ballons nicht schon vor Ablauf des Startcountdowns, den Scherin Omairat vom KiJuRat herunter zählte, aus den Händen reißt.

Letztlich mit Erfolg, und so ergaben die bunten Friedensboten, die wie die daran hängenden Postkarten mit dem Wort Frieden in 25 verschiedenen Sprachen bedruckt waren, schließlich ein sehr schönes Bild am Himmel.

Die 500 Karten waren zuvor fotografiert worden, um zusammen mit weiteren 1500, die an Iserlohner Schulen in der vergangenen Woche eingesammelt worden waren, Teil einer Ausstellung zu werden, die zum 9. November diesen Jahres eröffnet werden soll und die auch die diesjährige Gedenkstättenfahrt des Kinder- und Jugendrates nach Berlin dokumentiert. „Außerdem wird der KiJuRat die Luftballon-Aktion noch mal im Rahmen der Kinderstadt und auch beim Weltkindertag durchführen“, kündigte die Kinder- und Jugendbeauftragte Petra Lamberts an.

„Die Aktion, die sich gegen Hass, Unrecht und Gleichgültigkeit richtet, ist ein Zeichen, dass in Iserlohn Toleranz und Akzeptanz gelebt wird“, freute sich Bürgermeister Dr. Peter Paul Ahrens vor dem Start der Ballons. Sehr gerne habe er dafür die Schirmherrschaft übernommen, denn schließlich sei ihm das Motto „Gemeinsam – eine Stadt“ seit vielen Jahren eine Herzensangelegenheit. Das Werben für den Frieden sei eines der wichtigsten Themen der heutigen Zeit und in diesen Tagen, in denen der Blick nicht nur zurück auf das Kriegsende in Deutschland und die Befreiung der Menschen aus den Konzentrationslagern vor 70 Jahren gehe, sondern auch auf die aktuellen Krisen in der Welt. Die würden auch Iserlohn hautnah betreffen durch die Flüchtlinge, die aus Angst vor Folter, Krieg und Tod aus ihrer Heimat hierher geflohen seien und denen man nicht mit Fremdenfeindlichkeit und Hass begegnen dürfe wie andernorts. Der KiJuRat zeige mit seinem Engagement, wie wichtig es sei, „positive Werte von jungen Menschen an junge Menschen“ zu bringen. „Ihr könnt etwas bewegen – hört bitte nicht auf, euch zu engagieren!“, appellierte Ahrens.

Aus Interviews entsteht bis zum Sommer ein Film

Gerne stellte sich der Bürgermeister daher anschließend auch einem der beiden Interview-Teams des KiJuRats, die insgesamt rund 40 Vertreter aus Politik und Religion sowie Passanten zu ihrer Einstellung zu den Themen Frieden und Flüchtlinge befragten. Professionell ausgestattet und begleitet wurden die KiJuRat-Mitglieder dabei von den Mitarbeitern des jfc Medienzentrums in Köln. An zwei weiteren Terminen in den kommenden beiden Wochen wird es noch weitere Interviews geben, aus denen dann bis zu den Sommerferien ein Film werden soll.