Wohnen in der Stadt weiter im Trend
20.06.2008 | 18:14 Uhr 2008-06-20T18:14:00+0200
Iserlohn. Der Anstieg der Mietnebenkosten ist das Hauptproblem, mit dem die Iserlohner Gemeinnützige Wohnungsgesellschaft (IGW) derzeit zu kämpfen hat.
Das erklärten Geschäftsführer Holger Lohrbach, Aufsichtsratsvorsitzende Renate Brunswicker sowie die Prokuristen Ulrich Heggemann und Gerhard Rademacher am Mittwoch bei ihrer Bilanz-Pressekonferenz 2007.
Wie Vize-Bürgermeisterin Renate Brunswicker erklärte, handele die IGW als gemeinnützige Wohnungsgesellschaft zum Wohle der Mieter. Sozialverträglichkeit bei der Mietentwicklung sei wichtiger als der Profit der Gesellschaft. Daher habe die IGW angesichts der ohnehin steigenden Mietnebenkosten keine Möglichkeit gehabt, die umfangreichen Modernisierungsmaßnahmen, die sich mit insgesamt 2,7 Millionen Euro auf durchschnittlich 20,75 Euro pro Quadratmeter belaufen, auf die Miete umzulegen. Ein Jahresüberschuss für das Geschäftsjahr 2007 von 258 000 Euro sei mit Blick auf diese Umstände ein sehr zufriedenstellendes Ergebnis, wie Holger Lohrbach erklärte.
Grundsätzlich, so Lohrbach, habe sich in 2007 die Entspannung auf dem Iserlohner Wohnungsmarkt aus den vergangenen Jahren fortgesetzt: Interessenten - Käufer wie Mieter - konnten unter einem großen Angebot an adäquaten Wohnungen und Häusern auswählen. Bei den Nachfragen lägen preisgünstige Kleinwohnungen im Trend. Rund 80 Prozent aller Nachfragen haben sich auf Ein- bis Zweizimmerwohnungen bezogen. Dementsprechend werde auch die Altersstruktur von jungen alleinstehenden Mietern bestimmt. Der Trend zurück in die Stadt sei gestiegen, was sich auch durch erhöhte Kraftstoffpreise erklären lasse, die viele Menschen in der Mobilität einschränken.
Die 1891 gegründete IGW vermietet 2204 Wohnungen in Iserlohn und verwaltet 848 weitere Wohnungen. Mit Ladenlokalen und Garagen betreut sie insgesamt 3902 Verwaltungseinheiten. 128 der Wohnungen sind seniorengerecht ausgestattet, worin vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung ein Schwerpunkt der IGW-Arveit liege. An der Schlacht soll beispielsweise demnächst in Zusammenarveit mit Iserlohner Gesellschaft für Gerontotechnik (GGT) eine barrierefreie und auf die Bedürfnisse älterer Menschen zugeschnittene Musterwohnung entstehen. Ein weiteres Thema, das die IGW beschäftigt, ist der LEG-Verkauf, durch den auch rund 1800 Iserlohner Wohnungen in die Hände des Hedgefond-Unternehmens „Whitehall” gefallen sind. Ein Weiterverkauf der ehemaligen LEG-Wohnungen wird derzeit diskutiert, und damit auch eine mögliche Übernahme durch die IGW. Bei den IGW-Entscheidungsträgern wird ein Kauf der Wohnungen, der fast eine Verdoppelung des jetzigen Bestandes bedeuten würde, aber überaus skeptisch gesehen. Eine Expansion dieses Ausmaßes würde die IGW überfordern, so der Tenor. Auch eine teilweise Übernahme, die einigen ehemaligen LEG-Mietern aus Iserlohn große Sicherheit bringen, andere aber im Regen stehen lassen würde, sei ungerecht und komme eher nicht in Frage.
Hintergrund des Problems ist, dass Whitehall als „Heuschrecke” gilt, bei der vermutet wird, dass sie unattraktive Objekte durch überhöhte Mieten leerräumt, um die Grundstücke anderweitig zu nutzen.
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