Wo finden Tierretter am Feiertag Hilfe?

Feldhasen sind Wildtiere – dafür zuständig sind unter anderem die Forstämter.
Feldhasen sind Wildtiere – dafür zuständig sind unter anderem die Forstämter.
Foto: A.Mangen / waz
Was wir bereits wissen
Ausgerechnet am Ostersonntag geriet unsere Leserin in die missliche Lage, zwei schwer verletzte Hasenkinder versorgen zu müssen. Sie musste einen wahren Such-Marathon absolvieren, um Hilfe zu finden.

Iserlohn..  Ein trauriges Erlebnis musste unsere Leserin Claudia Berg am Ostersonntag machen. Sie lebt am Griesenbrauck, das Grundstück grenzt an ein unter Naturschutz stehendes Areal. Claudia Berg hält Tiere, unter anderem Katzen. „Sie sind Wohnungskatzen. Eine von ihnen saß am Sonntag ganz aufgeregt am Fenster.“ Aufgeschreckt von den Schnattergeräuschen des eigenen Stubentigers, schauten Claudia Berg und ihr Partner aus dem Fenster. Im Garten konnten sie eine fremde Katze beobachten, die wild um sich schlug.

Später stellte sich heraus, dass die Katze zwei etwa eine Woche alte Feldhasen-Junge angegriffen und schwer verletzt hatte. Von der Mutter war weit und breit nichts zu sehen. Was also tun mit zwei Hasen-Jungen am Ostersonntag? „Wir haben nach einem Wildtier-Experten gesucht, uns nebenbei schon einmal im Internet schlau gemacht“, so Claudia Berg, die unter anderem auch beim Tierheim nachfragen wollte.

Auch der bemühte Tierarzt konnte nichts ausrichten

„Da war aber nur der Anrufbeantworter zu erreichen. Die Aufnahme kranker Tiere wird, so die Ansage, gleich abgelehnt.“ Auch die Feuerwehr und das Ordnungsamt wurden auf dem Anrufbeantworter genannt. „Da wollte ich aber auch nicht anrufen“, sagt die Tierfreundin. Weil die kleinen Langohren dem ersten Anschein nach sowieso hätten tierärztlich versorgt werden müssen, sind ihre Retter mit ihnen zum Veterinär gefahren. Der, so Claudia Berg, sei sehr bemüht gewesen, habe aber auch darauf hingewiesen, kein Wildtier-Spezialist zu sein. Infos zur richtigen Ernährung und Ähnlichem konnte der Tierarzt nicht weitergeben. Im Internet hatte Claudia Berg gelesen, dass Feldhasen-Nachwuchs mit Katzenmilch versorgt werden kann – allerdings hatte sie die nicht im Haus. „Ich wollte einen Tag überbrücken, habe versucht, ihnen mit Milch verquirltes Ei über eine Spritze zu geben – beide wollten nicht.“ Freunde hatten bereits ein Gehege und Heu gebracht, um den kleinen Patienten beste Bedingungen zu schaffen. Doch tags darauf waren sie bereits tot.

Anderen die Suchenach Hilfe ersparen

„Ich will keine Sensations-Geschichte lostreten, mische mich auch sonst nicht in den Kreislauf der Natur ein – allerdings ist das Ganze vor unseren Augen in unserem Garten passiert, da musste ich helfen“, sagt Claudia Berg, die nun anderen Tierfreunden einen solchen Such-Marathon, wie sie ihn erlebt hat, ersparen möchte. Zuständig für Wildtiere wie hier Feldhasen ist beispielsweise das Forstamt ( 02351/15390). Auch die Mitglieder des Naturschutzbundes (NABU; www.nabu-mk.de) kümmern sich um verletzte Tiere – ebenso wie Vertreter der Tierhilfe Menden (www.tierhilfe-menden.de). Das Iserlohner Tierheim ( 02371/41293), besetzt laut Mitarbeiterin an
Ostersonntag von 8 bis 17 Uhr, war zwar am Vormittag nicht erreichbar, aber auch dort sind Hilfesuchende an der richtigen Adresse.

Nachdem sie die Hasen-Jungen im Garten beerdigt hat, beobachtet Claudia Berg immer wieder, wie die Mutter – begleitet von Artgenossen – genau den Bereich absucht, in dem sie ihre beiden Kleinen zuletzt gesehen hat.