„Wir haben zwei Jahre lang dafür gekämpft“

Svenja Putscher und Eva Kitz (r.) vom Elterncafé versorgten Eltern und Kinder während der Wartezeit.
Svenja Putscher und Eva Kitz (r.) vom Elterncafé versorgten Eltern und Kinder während der Wartezeit.
Foto: IKZ
Was wir bereits wissen
Beim ersten Tag des vorgezogenen Anmeldeverfahrens für die geplante zweite Gesamtschule sowie die ebenfalls geplante Sekundarschule war vor allem der „Run“ auf die Gesamtschul-Plätze groß.

Iserlohn..  Die Stimmung ist gut auf dem Flur der Hauptschule Im Wiesengrund an diesem Samstagmorgen. Svenja Putscher und Eva Kitz vom Elterncafé hatten schon um sieben in der Früh einen Stand mit frischen Waffeln und Kaffee aufgebaut, um den herum sich jetzt am Vormittag die Mamas und Papas drängeln, die als Erste ihre Kinder für die geplante zweite Iserlohner Gesamtschule mit den Standorten Wiesengrund und Bömberg anmelden wollten. Wartezeiten bis zu einer Stunde mussten da eingerechnet werden, was die Eltern, von denen einige schon eine Viertelstunde vor dem Startschuss vor der Türe gewartet hatten, aber gern in Kauf nahmen. „Man hat uns so lange warten lassen, bis das Konzept stand“, sagt Guido Gasparini, dem es dann auf die paar Minuten mehr auch nicht ankam.

„Eine Gesamtschule inHennen wäre super gewesen“

Gemeinsam mit seiner Frau Diana ist der 48-Jährige Kalthofer zum Wiesengrund gekommen, um die Möglichkeit des vorgezogenen Anmeldeverfahrens zu nutzen und seinen Sohn Xavio für die geplante Gesamtschule anzumelden. „Wir sind von diesem Schulkonzept überzeugt, sagt Gasparini, dessen ältester Sohn in Schwerte zur Gesamtschule geht. „Da werden aber nur Kinder aus Schwerte aufgenommen. In Hennen hätte es schon längst eine Gesamtschule geben können“, sagt Ehefrau Diana, die wie ihr Mann in der Initiative „Pro zweite Gesamtschule“ aktiv ist. „Wir haben zwei Jahre lang dafür gekämpft.“

Auch Claudia Kleinschmidt ist an diesem Morgen aus Kalthof zum Wiesengrund gekommen, um ihren Sohn Max anzumelden. „Natürlich wäre es super gewesen, wenn die neue Schule in Hennen errichtet worden wäre“, sagt die Mutter, die an der Gesamtschule vor allem das lange gemeinsame Lernen bis hin zum Abitur schätzt. Die Chancen, dass die erforderliche Mindest-Anmeldezahl erreicht wird, stehen gut, meint Claudia Kleinschmidt. „Die Zahl der Absagen an der bestehenden Gesamtschule zeigt doch, dass eine zweite her musste. Jetzt müssen wir abwarten, aber es ist etwas ins Rollen gekommen.“

Dass es zu lange gedauert habe, bis die Politik einen Beschluss über die Zukunft der Schullandschaft gefasst hat, kritisiert auch Rolf Schmidtmann, dessen Tochter Jule noch auf die Grundschule Im Wiesengrund geht und dann zur Gesamtschule wechseln soll. Man müsse aber auch einmal die Erste Beigeordnete Katrin Brenner loben. „Erst das lange Warten, und dann musste alles plötzlich hoppla hopp gehen.“ Vor diese Tatsache gestellt habe Katrin Brenner, Leiterin des Ressorts Generationen und Bildung, sehr gute Aufklärungsarbeit geleistet. „Es gab viele Angebote, die man nutzen konnte und die hoffentlich auch genutzt wurden“, sagt Rolf Schmidtmann, während er mit Jules Geburtsurkunde und ausgefüllten Formularen in der Hand darauf wartet, als Nächster dran zu sein.

Über das erste Ergebnisdurfte niemand sprechen

Schneller an die Reihe kamen die Eltern, die zur selben Zeit ihr Kind am Hemberg für die geplante Sekundarschule anmelden wollten. Während in der Schule Im Wiesengrund die Anmeldungen gleich an zwei Schreibtischen entgegen genommen wurden, reichte am Hemberg eine Anlaufstelle völlig aus – und es gab zwischendurch sogar ein Päuschen, was im Wiesengrund gerade nicht der Fall war. Wie viele Eltern am Samstag nun den ersten Tag im vorgezogenen Anmeldeverfahrens nutzten, das durfte niemand an den beiden Schulen beantworten.