„Wir haben eine Schlacht verloren, aber nicht den Krieg!“

Es mussten Stühle rangeholt werden, als die Emst-Anwohner durch ihre Anwesenheit bei der letzten Ratssitzung ihrer Forderung eines Moratoriums Nachdruck verleihen und die Abstimmung vor Ort verfolgen wollten.
Es mussten Stühle rangeholt werden, als die Emst-Anwohner durch ihre Anwesenheit bei der letzten Ratssitzung ihrer Forderung eines Moratoriums Nachdruck verleihen und die Abstimmung vor Ort verfolgen wollten.
Foto: IKZ
Was wir bereits wissen
Die Bürgerinitiative „Auf der Emst“ will sich strategisch auf die neue Situation einstellen und vor allem aktiv bleiben.

Iserlohn..  „Wir haben vielleicht eine Schlacht verloren, aber deshalb noch nicht den ganzen Krieg.“ Auch am Morgen nach der Abstimmungsniederlage in Sachen Bebauung „Auf der Emst“ gab sich der Sprecher der Bürgerinitiative Dieter Zeh am Mittwoch weiterhin kämpferisch. Mit 26 Ja-Stimmen und 22 Nein-Stimmen hatte der Rat in geheimer Abstimmung am Vorabend für die planerische Weiterführung des Bauvorhabens und somit auch für die Bebauung der jetzigen Grünfläche gestimmt. „Natürlich hat sich unsere Position nicht unbedingt verbessert, aber wir werden nun eine genaue Strategie-Analyse für unser weiteres Vorgehen vornehmen.“

Bis zuletzt hatte die Initiative die Notwendigkeit einer Bebauung bezweifelt und die ökologischen Nachteile und langfristigen Risiken in den Mittelpunkt ihrer Argumentation gestellt. Zudem hatte sie ausgeprägtes Profitstreben des Investors S-Probis für das Planverfahren verantwortlich gemacht. Allerdings war man auch nach erster vollständiger Ablehnung in Richtung eines Moratoriums geschwenkt, damit alle beteiligten fünf Jahre Zeit haben würden, die prognostizierten Angaben über Immobilien-Bedarf auch wirklich so eintreffen würden.

Grundsätzlich sehen sich Zeh und seine Mitstreiter und Unterstützer mit ihrer ablehnenden Haltung durchaus auf dem richtigen Weg. „Wir hatten in den letzten Wochen immer wieder Hinweise bekommen, dass auch in den Köpfen einiger Politiker durchaus ein Umdenkungsprozess stattgefunden hatte.“ Diese Signale seien es vielleicht auch gewesen, die letztlich dazu geführt hätten, dass die Grünen den Schritt in Richtung geheimer Abstimmung gewagt hätten.

Ein Bürgeraufmarsch,der nicht alle Tage vorkommt

Ob auch die rund dreistellige Präsenz im Rathaus zum Sitzungstermin etwas mit dem Ausgang der Abstimmung zu tun gehabt haben könnte, wollte Zeh so nicht kommentieren: „Fest steht ja vielleicht, dass so ein Bürgeraufmarsch im Rathaus auch nicht alle Tage vorkommt.“