Wiesengrund: "Sicherheitsrisiko Teich" ist der Stadt zu hoch
14.05.2008 | 17:12 Uhr 2008-05-14T17:12:00+0200
Iserlohn. Für die Anwohner ein schön anzuschauendes Idyll, für die Kirchengemeinde ein permanentes Risiko: Der Teich an der Erlöserkirche.
Für die Anwohner ein schön anzuschauendes Idyll, für die evangelische Kirchengemeinde die Ursache für zwei Schadensfälle im Gemeindehaus mit hohem Sachschaden, für die Stadt zuletzt ein permanentes Risiko: Der Teich am Wiesengrund, einst künstlich angelegt als Becken für Löschwasser.
Vor sechs Monaten nun wurde der Teich von der Stadt abgelassen. „Und seither hat sich nichts mehr getan”, klagen die Anwohner, dass das Gewässer heute zum einen weder schön anzuschauen ist und noch dazu inzwischen auch eine gewisse Geruchtsbelästigung darstellt. Die Information, dass die Kommune diesen Zustand nun wohl dauerhaft beibehalten will, stößt da nicht gerade auf Begeisterung im Quartier. „Es kann nicht sein, dass die Stadt hier den ganz einfachen Weg einschlägt, anstatt die Abflusssituation entsprechend umzugestalten, so dass im Hochwasserfall keine Gefahren drohen”, äußert gestern ein Anwohner im Gespräch mit unserer Zeitung sein Unverständnis für die Trockenlegung.
Die aber ist aus Sicht der Verwaltung in der Tat unumgänglich. „Der Dauerstau des Teiches wird aufgelöst, die Vertiefung im Erdreich aber so erhalten wie sie sich heute darstellt, so dass der Wermingser Bach weiterhin durchfließt”, erläutert Jörg Michutta von der Abteilung Stadtentwässerung den aktuellen Planungsstand. Allerdings will die Kommune das bisherige Teich-Umfeld umgestalten, um zumindest ein optisch gefälligere Wirkung zu erreichen.
Dass mit einer baulichen Veränderung am Ablauf die Hochwasser-Problematik beseitigt werden könnte, hält Michutta indes für ausgeschlossen. Das Problem, so der Verwaltungsmann, seien die Ablaufgitter, die sich bei so genannten Starkregenereignissen binnen Minuten komplett zusetzen. Dies, so Michutta, gelte aber nicht nur für den Wiesengrundteich, sondern für alle Wasserflächen ähnlicher Art, „das kriegt man nicht in den Griff”. Mit der Trockenlegung am Wiesengrund soll nun für den Fall ähnlich gewaltiger Regengüsse wie in den vergagenen Jahren zusätzliche Staukapazität geschaffen werden. Für die Verwaltung auch wirtschaftlich eine Notwendigkeit, da die Versicherung der Stadt in Folgen der bisherigen Unwetter hohe Beträge an die Kirchengemeinde zur Renovierung der Räumlichkeiten im Gemeindehaus überweisen musste.
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