Wertvolle Stoffe schlummern in alten Handys

Sandra Jedamski vom NABU Märkischer Kreis und Bernhard Oberle von der  Verbraucherzentralewerben für die Sammlung von alten Handys
Sandra Jedamski vom NABU Märkischer Kreis und Bernhard Oberle von der Verbraucherzentralewerben für die Sammlung von alten Handys
Foto: IKZ
Was wir bereits wissen
Umweltberater Bernhard Oberle hält es für absolut sinnvoll, dass alte Handys getrennt gesammelt werden, also auch nicht zusammen mit anderen Elektro- oder Elektronikgeräten.

Iserlohn..  Es dürfte sich herumgesprochen haben, dass sich in alten Handys wertvolle Stoffe befinden, rund 25 Milligramm Gold und außerdem seltene Erden. Und gerade bei diesen seltenen Erden macht es Sinn, durch Recycling eine neue Quelle zu erschließen. Viele Altgeräte schlummern aber weiterhin beim Besitzer in einer Schublade oder im Keller. Die schlechteste Variante wäre es, diese Geräte irgendwann über den Restmüll zu entsorgen. Denn dann wären die wertvollen Stoffe für immer verloren. Daher rufen Verbraucherzentrale Iserlohn und der NABU Märkischer Kreis dazu auf, sich an der Aktion „Elektroschrott ist Gold wert - Handysammlung für die Havel“ zu beteiligen.

Mit der Aktion unterstützt der NABU auf Bundesebene aufwändige Renaturierungsmaßnahmen an der Havel. Vom Entsorger „Alba“ erhält der NABU drei Euro pro gesammeltem Handy. Der eigentliche Wert beträgt nur rund 1,50 Euro, „Alba“ stockt die Vergütung aber entsprechend auf.

Wer sich nun an der Aktion beteiligen möchte: In der Verbraucherzentrale am Theodor-Heuss-Ring (Alte Post) steht dazu wieder eine Handy-Sammelbox, in der die Geräte - auf Wunsch auch mit den Akkus, aber ohne SIM-Karte - eingeworfen werden können. Für die kommenden vier Wochen erhalten Spender als symbolisches Dankeschön einen „Goldtaler“ aus Schokolade. Außerdem gibt es eine kleine Ausstellung, die unter anderem genauer über die Stoffe informiert, die im Rahmen des Recyclings gewonnen werden.

Umweltberater Bernhard Oberle hält es für absolut sinnvoll, das alte Handys getrennt gesammelt werden, also auch nicht zusammen mit anderen Elektro- oder Elektronikgeräten. Als Alternativen für die Handyentsorgung nennt er die Bringhöfe oder das Elektroaltgerätemobil, welches zusammen mit dem Schadstoffmobil unterwegs ist. Auf diesem Wege würden aber in der Regel nicht die seltenen Erden recycelt.

Aus Umwelt- und Nachhaltigkeitsgesichtpunkten plädieren Bernhard Oberle und auch Sandra Jedamski,NABU Märkischer Kreis, dafür, Handys generell länger zu nutzen und nicht alle zwei Jahre ein neues zu holen, auch wenn es der Vertrag hergibt. Und ist das alte Handy noch voll funktionstüchtig, sollte man versuchen, einen anderen Nutzer zu finden (Verkaufen, verschenken, spenden etc.).