Weniger, dafür aber immer bunter

Die Zahlen lügen nicht: Iserlohn ist längst multikulturell. In der Altersklasse der unter 18-Jährigen liegt der Migrantenanteil mittlerweile bei 43,8 Prozent.
Die Zahlen lügen nicht: Iserlohn ist längst multikulturell. In der Altersklasse der unter 18-Jährigen liegt der Migrantenanteil mittlerweile bei 43,8 Prozent.
Foto: IKZ
Was wir bereits wissen
Demografiebericht: 94 615 Einwohner lebten am 31. Dezember in der Waldstadt, und mittlerweile hat fast jeder dritte Iserlohner einen Migrationshintergrund.

Iserlohn..  Iserlohns Bevölkerung schrumpft weiter, der Anteil der Einwohner mit Migrationshintergrund aber wächst. 94 615 Menschen, so besagt es der jüngste Demografiebericht der Statistikstelle im Rathaus, lebten zum 31. Dezember in der Waldstadt, 28,3 Prozent und damit 26 793 Bürger haben eine Zuwanderungsgeschichte, knapp 17 000 von ihnen verfügen über die deutsche Staatsangehörigkeit. Die beiden größten Migrantengruppen in Iserlohn sind die Türken (5328) und die Polen (5750), gefolgt von Kasachen (2109), Menschen aus der Russischen Föderation (1833), Italienern (1622) und Griechen (1037).

Differenz zwischen Geburten und Sterbefällen gewachsen

Im Vergleich zum Vorjahr lag der Einwohnerverlust Iserlohns bei 296 Personen (0,31 Prozent), der nach Erkenntnissen der Statistiker allein auf die natürliche Bevölkerungsentwicklung zurückzuführen ist. Denn die Sterbefälle (1114) übersteigen die Geburten (747) erneut bei weitem und können auch nicht durch leichte Zuzugsgewinne ausgeglichen werden. Seit 2006, so heißt es in dem Bericht der Statistikstelle, sei die Differenz zwischen Geburten und Sterbefällen jährlich immer größer als 300 gewesen, während noch zu Beginn des Jahrtausends „nur“ etwa 100 Kinder weniger geboren als Todesfälle gemeldet wurden.

Seit der Jahrtausendwende sinkt die Einwohnerzahl

Nachdem um die Jahrtausendwende herum die symbolträchtige Marke von 100 000 Einwohnern nach oben durchbrochen worden war, und 2001 sogar 102 456 Menschen ihren Haupt- oder Nebenwohnsitz in der Waldstadt angemeldet hatten, kehrte sich der Trend seither um zu einer negativen Bevölkerungsentwicklung. Immerhin: Seit 2004, als die Einwohnerzahl um nur 171 Köpfe sank, hat es keinen geringeren Bevölkerungsverlust mehr gegeben als im vergangenen Jahr. Ein Ergebnis, das nach Auswertung der Statistiker maßgeblich auf den Zuzug von Ausländern zurückzuführen ist, deren Gesamtzahl 2014 um 429 Personen angestiegen ist. Weiterhin rückläufig ist hingegen die Zahl der in Iserlohn lebenden Deutschen, die allein zwischen dem 1. Januar und dem 31. Dezember durch Fortzug oder Tod um 725 zurückgegangen ist.

Weiter verschoben hat sich zudem der Altersaufbau der Bevölkerung. Während das Durchschnittsalter im Vergleich zu 2013 um drei Monate auf 44,8 Jahre anstieg, ist der Anteil der unter 16-Jährigen auf nun noch 15 Prozent gesunken, während die über 65-Jährigen mittlerweile knapp 22 Prozent der Gesamtbevölkerung stellen.

Durchschnittsalter der Migranten bei 35,5 Jahren

Deutlich anders sieht die Altersstruktur hingegen bei der Bevölkerung mit Migrationshintergrund aus. Die Migrantenquote liegt bei den unter 18-Jährigen bei 43,8 Prozent und nimmt von Altersgruppe zu Altersgruppe weiter ab. Bei den über 65-Jährigen liegt der Anteil der Einwohner mit Migrationshintergrund demzufolge bei nur noch 11,9 Prozent, und auch das Durchschnittsalter liegt mit 35,5 Jahren deutlich niedriger als bei der Gesamtbevölkerung.