Weltklasse-Ballett voller Kraft und Emotionen

St. Petersburger Ballett-Theaters
St. Petersburger Ballett-Theaters
Foto: Michael May/IKZ

Iserlohn..  Mit der Übersetzung von Alexander Puschkins Versepos „Onegin“ in die Sprache des Tanzes hat der mehrfach preisgekrönte Choreograph Boris Eifman erneut ein Meisterwerk des modernen Balletts geschaffen, das auf großen internationalen Bühnen das Publikum zu Ovationen hinreißt. Die Ballettfreunde in der Waldstadt konnten sich am vergangenen Freitag glücklich schätzen, dieses emotionsgeladene Tanztheater im Parktheater erleben zu dürfen.

Vor ausverkauftem Haus wurde die Tanz-Compagnie aus St. Petersburg dem ihr vorauseilenden Ruf als Ensemble von Weltformat absolut gerecht. Und Choreograph Boris Eifman stellt einmal mehr seine Lust am Experimentieren unter Beweis, in dem er die Leidens- und Liebesgeschichte des gelangweilten Lebemanns Onegin in die Zeit des Untergangs der Sowjetunion verlegt, neben der klassischen Musik Tschaikowkys auch rockige Töne erklingen lässt und sogar Video-Sequenzen einbaut.

Boris Eifman liefert wie gewohnt beeindruckende Bilder, nutzt das Bühnenlicht zur Verstärkung der von Emotionen getragenen Handlung, schafft Skulpturen aus Körpern, düstere Alptraum-Sequenzen, Gruppenszenen voller Kraft und Dynamik und dann wieder zarte Liebesmomente. Es ist die ihm eigene Ästhetik und diese eigenwillige und immer für Überraschungen gute Art und Weise, eine Geschichte als Tanztheater zu erzählen, die die Unverwechselbarkeit des weltberühmten Choreographen ausmacht, das Publikum in seinen Bann zieht und zwei Stunden lang nicht mehr los lässt.