WEKA-Tanklager gefunden: Illegal?
01.08.2009 | 19:12 Uhr 2009-08-01T19:12:00+0200
Sümmern. Ein bisher den Behörden nicht bekanntes Lager der Iserlohner Chemiefirma WEKA mit einer Kapazität von bis zu 300 000 Litern im Bereich des Wendehammers Köbbingser Mühle wurde am Freitagnachmittag von der Polizei gesperrt, die rund 250 bis 300 Kleintanks wurden beschlagnahmt.
Eine Bürgerin hatte auf der WEKA-Sondersitzung am Donnerstag auf zahlreiche im Außenbereich einer dortigen Halle abgestellte Gebinde hingewiesen. Darüber hatte sie nach eigenen Angaben auch bereits schon mehrfach in der Vergangenheit das damalige Staatliche Umweltamt in Hagen informiert, was wohl ohne Folgen blieb. Wie sich am Freitag herausstellte, gibt es keine immissionsschutzrechtliche Genehmigung für diese Lagerstätte. Weder der Bezirksregierung und dem Märkischen Kreis, die für die Erteilung zuständig sind, noch der Stadt Iserlohn war dieser WEKA-Standort überhaupt bekannt. Dem Vernehmen nach gehört das Grundstück, das direkt an das Entsorgungsunternehmen Hartmann grenzt und mit diesem die Ausfahrt zum Wendehammer teilt, der WEKA-Eigentümerfamilie Westebbe. Die darauf stehende, geschätzt rund 1500 Quadratmeter große Halle wurde seinerzeit wohl legal errichtet, eine Genehmigung für eine Nutzung als Tanklager gibt es aber nicht.
„Der Bauaufsicht war das nicht bekannt”, informierte der Bereitschaftsbeamte des Ordnungsamtes am Freitag Bürgermeister Klaus Müller, als der sich am frühen Abend selbst ein Bild der Lage vor Ort machte. Zuvor hatte die Feuerwehr nach Alarmierung durch die Stadt, die zugleich den Kreis und die Bezirksregierung in Kenntnis setzte, die ebenfalls mit Mitarbeitern vor Ort eilten, das Gelände untersucht. Vor und neben der Halle fanden sie zahlreiche Stahl- und vor allem Kunststoffgebinde, und auch das Gebäude selbst war damit gut gefüllt. Über den Inhalt der jeweils 1000 Liter fassenden Kleintanks konnte nur spekuliert werden: „Die Kennzeichnung war unzureichend”, sagte Feuerwehr-Einsatzleiter Oliver Krause. Aufgrund des Geschäftsfeldes der Firma WEKA vermutete er, dass es sich um lösemittelhaltige Flüssigkeiten handelt. Auch über den Flammpunkt, an dem sie sich bei einem Funken entzünden, konnte er wegen der fehlenden Schilder und Dokumente keine verlässliche Angabe machen. Auch wenn der - wie bei anderen WEKA-Produkten - bei 20 Grad Celsius liege, sei es aber kein Problem, dass die Gebinde im Außenbereich direkter Sonneneinstrahlung ausgesetzt sind. „Solange sie verschlossen sind, geht keine Gefahr davon aus.” Im Übrigen sei es beispielsweise in Chemieparks üblich, die Gebinde so im Freien zu lagern. Bei ihrer Kontrolle und ihren Messungen konnte die Feuerwehr keine Lecks und keine Explosionsgefahr feststellen.
Keine akute Gefährdung
Auch in der Halle sah die Feuerwehr keine akute Gefährdung, da keine so genannte explosionsfähige Atmosphäre festgestellt werden konnte. Allerdings soll es in dem Gebäude so stark nach chemischen Stoffen gerochen haben, dass, so Ressortleiter Klaus-Peter Knops bei einer abendlichen Pressekonferenz, eine Geruchsbelästigung auch außerhalb nicht auszuschließen sei. Da an den Behältnissen keine Undichtigkeiten festgestellt wurden, gebe es derzeit keinen Anlass für mögliche präventive Maßnahmen zum Schutz von Kanalisation und Gewässern.
Wie zu erfahren war, wurde der Familie Westebbe am Freitag untersagt, einen Teil der Gebinde, die gereinigte Lösemittel enthalten sollen, an einen Kunden auszuliefern. „Die Kripo hat alles beschlagnahmt und die Ermittlungen aufgenommen, um die Rechtmäßigkeit des Betriebes zu untersuchen”, sagte Knops.
Untersuchungen am Montag
Der Chemiker des Landeskriminalamtes, der am Montag sowieso zur rund 400 Meter Luftlinie entfernten Brandstelle kommen wollte, wird demnach auch das Tanklager unter die Lupe nehmen. Auch Markus Geisbauer, Fachdienstleiter Technischer Umweltschutz beim Märkischen Kreis, will am Montag eine sofortige Untersuchung der Gebindeinhalte veranlassen.
An der WEKA-Ruine waren unterdessen die Aufräumarbeiten am Freitag so weit fortgeschritten, dass der Brandsachverständige der Polizei gemeinsam mit dem von der Bezirksregierung eingeschalteten Experten erstmals den vermuteten Ausgangspunkt der Explosion und des Großbrandes näher unter die Lupe nehmen konnte. „Zur Ursache können sie allerdings weiterhin noch nichts sagen”, berichtete Polizeisprecher Dietmar Boronowski. Auch am Samstag sollen die Ermittlungen fortgeführt werden. Bislang keine Spur von dem offiziell vermissten 46-jährigen Mitarbeiter aus Menden konnten die beiden Spürhunde finden, die gestern erstmals in einem Teilbereich zum Einsatz kamen. Mit sehr großer Wahrscheinlichkeit würden die Tiere aber am Montag in weiteren, dann zugänglichen Bereichen eingesetzt.
16:09
@Silke
Das wünschen sich wohl alle,aber jetzt hilft nur Aufarbeiten,Ursachenforschung und alles Menschenmögliche zu tun,um derartigen Ereignissen vorzubeugen,oder zumindest gerüstet zu sein.
Ganz verhindern wird sie kein Mensch.
15:45
Wenn ihr alle wieder in der Steinzeit leben wollt,gebt acht,das euch kein Mamut auf den Kopp scheißt.Denn ohne all die Unternehmen,die hier und überall in Deutschland ansässig sind,würde keiner von uns den jetzigen Lebensstandart haben.
Jeder Betrieb,jedes Unternehmen hat irgendwo eine Gefahrenquelle.
Geht mal euren direkten Nachbarn anschwärzen,denn sicher hat er auch einen vollen Benzinkanister,sowie eine Gasflasche in der Gartenhütte gelagert.Wenn es dort mal zu einem Brand kommt,ist die Wahrscheinlichkeit auch sehr hoch,daß sie euch ins Schlafzimmer segelt.
15:23
Iserlohn ist mit rund 98.000 Einwohnern die größte Stadt im Märkischen Kreis.Die Stadt- liebevoll auch als die Waldstadt bezeichnet - genießt den Ruf, einen hervorragenden Wohn- und Freizeitwert zu haben.
... Waldstadt und Chemiepark ... könnte der Zusatz für die nächste Werbung der Stadt Iserlohn sein...
14:25
@ Löschknecht
Bin ganz Deiner Meinung, denn ICH habe in die Augen der Betroffenen gesehen, ICH weiß, wovon ich rede....aber ich wünschte, es wäre nie passiert!!
14:18
Danke Löschknecht, und es gibt so viele die den von wohnungslosigkeit betroffenen und mit dem Leben davongekommenen Leuten nun immer noch nicht in die Augen schaut!!!
13:12
@ Silke
Ich finde solch anonymen Foren eigentlich finster,denn sie schüren Hass,auf anonyme Art und Weise.Das konnte man sehr gut nach dem Wohnhausbrand in Ludwigshafen beobachten.Da stand Deutschland kurz vorm Bürgerkrieg,weil jeder Spacken irgend einen Mist geschrieben hatte.
Ich verstehe ja auch viele Sorgen der Anwohner,aber man sollte nicht einfach aufhetzen.Da hilft man keinem mit.
Sicher ist viel Aufklärung,im Falle Weka nötig,aber wer am Tage des Brandes nicht in die Augen der Betroffenen gesehen hat,sollte besser still sein.
13:00
Mensch, Löschknecht, es gibt ja doch noch geistig intakte Mitmenschen, die auch mal Mitleid und menschliche Regungen denen gegenüber zollen, die vor dem Nichts stehen und gerade mal ihre nackte Haut retten konnten!!! Ich bin absolut deiner Meinung aber anscheinend schafft es der Rest der hier Schreibenden nicht mehr, objektiv und sachlich zu sein sondern auch noch auf die einzuprügeln, die eh schon auf dem Boden liegen. Wir sollten alle abwarten, was dabei rauskommt und dann werden einige eh blöd aus der Wäsche gucken....Danke Löschknecht, sowas wie Du tut gut!!!!
12:41
Leute,man muß jetzt sehen,das man das Beste aus der vorhandenen Situation macht.Weka is ausradiert und mit ihr viele Existenzen und auch ein Menschenleben.Laßt uns alle froh sein,das es nicht schlimmer gekommen ist und schürt keinen Hass,gegen wen auch immer.Und diese Wir-werden-alle-sterben-Parolen braucht echt keine Sau.Stellt euch mal vor,eine der ansässigen Galvaniken,Gießereien,oder gar die Entsorgungshallen gehen mal in Flammen auf.Was ist den dann?Da kommen genug Schadstoffe,in unbekannter Menge herunter,aber es wäre halt nicht so spektakulär.Ich versteh das alles nicht.Kann auch kein Verständnis aufbringen,daß die Familien der Mitarbeiter angefeindt werden.Stellt euch vor,euch brennt die Bude ab und ich pöbel euch als Nachbar an,weil ich im Rauch sitze und vielleicht irgendwann mal Krebs bekommen könnte.Ist doch paradox.
Gemeinsam wird man dieses Fiasko sicher in den Griff bekommen.Wie auch immer.
Und ich hoffe,daß alle irgendwie Beteiligten Personen,Ämter usw. aus den Fehlern lernen.
Ich wünsche ferner allen direkt betroffenen Familien viel Kraft,um diese schweren Zeiten zu überstehen und den Lebensmut nicht zu verlieren.
09:12
@seit1959iserlohner #33
Ich weiß jetzt wo deine fehlenden 1 Million ist!
:-)
genau hier:
http://www.derwesten.de/community/remoteS1Articles/news-128141728/trackbacks/create
IKZ von heute!
22:37
@ Swebb #62 :
Aber verhindern , das soetwas nocheinmal passiert!
Und da ist das Rathaus wohl der falsche Ort, wie es sich gezeigt hat ( Stichwort Kriesenmanagment; Schnelles Reagieren in Notfällen wie dieser; Informationspolitik bei Unfällen dieser Art )
Aber wir haben ja bald Wahlen!