Weitere Toiletten-Missstände angeprangert

Die Reinigungsintervalle in den öffentlichen Toiletten sollen intensiviert werden. Dieses Bild entstand in der WC-Anlage am Iserlohner Hauptfriedhof
Die Reinigungsintervalle in den öffentlichen Toiletten sollen intensiviert werden. Dieses Bild entstand in der WC-Anlage am Iserlohner Hauptfriedhof
Foto: IKZ
Was wir bereits wissen
Der Kaufmann Martin Radojcic kritisiert die verdreckte WC-Anlage am Friedhof als „schlimmer als auf Rastplatz“: „Ich möchte wach rütteln und sie mit anderen Freiwilligen selber einmal säubern.“

Iserlohn.  Als unmenschlich, respektlos und unverschämt empfindet der 33-jährige Einzelhandelskaufmann Martin Radojcic den Zustand der Toiletten auf dem Hauptfriedhof, die er in der vergangenen Woche aufsuchte. „Das Pissoir war randvoll mit Urin gefüllt. Die Toiletten waren verkotet, schlimmer als auf dem Rastplatz“, beschreibt er den Zustand auf dem Männerklo, wie er ihn vergangene Woche vorfand. Am Folgetag bot sich ihm erneut ein schlimmer Anblick, als er das stille Örtchen aufsuchte: „Das Becken mit Urin war bis zum Überlaufen gefüllt.“ Und weiter sagt er: „Als ich die Anlage verlassen wollte, kam mir eine alte Dame mit einer Gehhilfe entgegen und ging auf die Toilette. Ich habe mich letztendlich geschämt, dass wir solche Toilettenanlagen in Iserlohn haben.“

Auf Anfrage unser Zeitung zur jüngsten Beschwerde erklärt Claudia Zawada, Betriebsleiterin des dafür zuständigen Kommunalen Immobilien-Managements: „An den öffentlichen Toiletten am Hauptfriedhof gab es bisher noch keinerlei massive Probleme, daher wurde der Fokus auf die öffentlichen Toiletten im Innenstadtbereich, am Seilersee und in Letmathe gelegt.“

Freiwillige Helfer wollen nun selbst Hand anlegen

Die Friedhofsverwaltung hatte ihr Ende der letzten Woche bereits den schlechten Zustand gemeldet. Sie erklärt weiter: Am Freitag, Samstag und Sonntag wurde eine normale Reinigung durchgeführt. Am Montag erfolgte eine Grundreinigung, ein Klempner wurde mit der Reparatur des Urinals beauftragt.

Der Beschwerdeführer Martin Radojcic hatte sich ansonsten bereit erklärt, selber dort sauber zu machen und mit Hilfe eines Klempners die Missstände zu beseitigen. Auf seinen Aufruf in den sozialen Netzwerken haben sich bereits Freiwillige gemeldet, die dabei mitwirken würden, sagte Martin Radojcic.

Der Einzelhandelskaufmann fragt sich, warum ähnliche von unserer Zeitung angeprangerte Zustände bei den übrigen öffentlichen Toiletten im Stadtgebiet noch nicht beseitigt wurden?

Dazu erläutert Claudia Zawada: „Zunächst wurden mit der Politik die größten Missstände besprochen und beseitigt.“ Es seien Seifenspender, Piktogramme und andere Dinge angebracht worden. „Zudem wurde mit der Reinigungsfirma die Problematik besprochen und die Reinigung intensiviert.“

Alle dreieinhalb Stunden erfolge die Reinigung: „Es finden insgesamt drei Sichtreinigungen während des Tages statt, nach der Nutzung am Abend jeweils eine Vollreinigung.“ Und weiter erklärt sie: „Wenn kurz nach erfolgter Reinigung die Anlage verschmutzt wird, verbleibt dieser Zustand bis zum nächsten Reinigungsturnus und führt somit zu Beschwerden der Nachnutzer.“

Wie die KIM-Betriebsleiterin weiter erklärt, entwickelte sie mit den Kommunalpolitikern ein Konzept, bei dem die Bahnhofstoilette in einer Testphase mit neuem Inventar ausgestattet wurde. Vor Ort seien drei hochwertige Duftspender eingebaut worden. Des Weiteren wird das Licht ausgetauscht, damit nicht mehr nur Blaulicht zu sehen ist und die Räume heller sind. Zawada erklärt weiter: „Als Ersatz für die Schillerplatz-Toilette wurde der Preis für einen Toilettencontainer angefragt. Er liegt bei 20000 Euro. Auch alternative Nutzungskonzepte werden geprüft.“

Fazit fällt trotz großen Bemühens ernüchternd aus

Für den nächsten Betriebsausschuss KIM am 18. August werden nun die Erfahrungen der Testphase in einer Drucksache zusammengefasst und die weiteren Schritte festgelegt.

Claudia Zawada zieht ein ernüchterndes Fazit: „Ich möchte an dieser Stelle nochmals betonen, dass sämtliche Maßnahmen ins Leere laufen, wenn sich das unfeine Verhalten einiger weniger Menschen nicht an die (zu Recht) bestehenden Ansprüche der restlichen Bürger anpasst.“ Claudia Zawada macht deutlich, dass jeder einzelne Bürger gefragt ist: „Trotz aller Bemühungen kommt es letztlich auf das Nutzerverhalten an. Die Reinigung deckt weiterhin nur einen kleinen Teil der Nutzungszeit ab. Eine Dauerbetreuung ist finanziell/personell derzeit nicht machbar.“ Aus Sicht des Kommunalen Immobilienmanagements ist eine permanente personelle Kontrolle während der Öffnungszeiten der WC-Anlagen jedoch das einzige Mittel, um einen einwandfreien Reinigungszustand dauerhaft zu halten.