Weihnachtsmarkt: Mehr Glanz durch Spaßtag?

Stimmungsvoll, besonders in den Abendstunden:
Stimmungsvoll, besonders in den Abendstunden:
Foto: IKZ
Was wir bereits wissen
Viele Bürger sehen den Markt kritisch. Ein Schausteller äußert nun einen im Grunde simplen Verbesserungsvorschlag.

Iserlohn..  „Lächerlich“, „ein Witz“, „traurig“. Viele Nutzer des sozialen Netzwerkes Facebook gehen im Internet auf Nachfrage der Heimatzeitung hart mit dem Iserlohner Weihnachtsmarkt ins Gericht. Zwar gibt es auch einige, die sich deutlich moderater und wohlwollender äußern - mehrheitlich fällt das Votum jedoch abschätzig aus.

Zu klein, wenig einladend, nur Trink- und Essbuden, ein zu schmales Sortiment etwa an Kunsthandwerk – es ist eine alte Diskussion, die da alljährlich unter den Bürgern Iserlohns aufs Neue entbrennt.

Durchwachsene Bilanz für die Schausteller des Marktes

Beate Evers vom für die Organisation zuständigen Stadtmarketing erinnert auf Nachfrage daran, dass das Konzept in Iserlohn nunmal auf Essen und Trinken ausgelegt sei, weil sich etwa Kunsthandwerk in den vergangenen Jahren für die Schausteller nicht rentiert habe. „In den ersten Wochen war der Besuch auch gut“, sagt Evers. „Dann kam leider der Regen.“

Auch die Schausteller ziehen eine ähnliches Resümee, äußern aber auch Kritik. „Wenn man die Tannenbäume nicht schmückt, kann man sie eigentlich auch weglassen“, sagt etwa Marion Mikli-Arens, die in den vergangenen Wochen einen China-Imbiss an der Unnaer Straße betrieb. Dort reihen sich an den Laternen befestigte Tannen in Richtung Theodor-Heuss-Ring, bei einigen ist die Befestigung abgerissen, die Bäume liegen auf der Straße.

Auch dass sie ihren Stand auf Vorgabe des Stadtmarketings nicht eigenständig schmücken durfte, stößt Mikli-Arens auf: „Da fehlt der persönliche ,Touch’“. Und: „Es wäre schön, wenn es überdachte Stehtische gebe, damit die Leute mehr Platz zum Verweilen haben.“

Ähnlich sieht das Sven Drobig, der Reibekuchen und Crêpes vor dem Alten Rathaus verkauft und an dessen Stand eine ungeschmückte Tanne lehnt: „Wir sind hier nur geduldet“, sagt er.

Einen zumindest prüfenswerten Verbesserungsvorschlag in Bezug auf die ungeschmückten Bäume in der Innenstadt macht Heinz-Günter Wendler von „Wendlers Stadttreff“ am Alten Rathaus: „Man könnte doch bei einer Art ,Spaßtag’ Kindergartenkinder und Grundschüler die Bäume schmücken lassen. Die hätten bestimmt Spaß daran und es würde auch schöner und bunter aussehen“, findet Wendler.

Mit dieser Aktion könne man auch gleich die Jugend mehr in den Markt und das Geschehen in der Stadt einbinden. Auch die von Marion Mikli-Arens vorgeschlagenen überdachten Stehtische findet Wendler sinnvoll. „Zwar leben wir hier auch vom Durchlauf der Leute, dennoch gibt es zu wenige Unterstellmöglichkeiten auf dem Weihnachtsmarkt.“

Auch Dirk Hahn, der auf dem Weihnachtsmarkt zwei Süßwaren-Stände betreibt, zieht eine eher durchwachsene Bilanz. „Das Geschäft fing gut an, ließ dann aber wetterbedingt stark nach“, sagt Hahn. „Das ist in Dortmund aber ähnlich gewesen“, so Hahn. „Trotz deutlich mehr vorhandener Unterstellmöglichkeiten für die Besucher.“ Die nämlich wären aus Hahns Sicht wegen der Größe des Marktes auch nur schwer unterzubringen. Den Vorschlag von Heinz-Günter Wendler bezüglich eines „Spaßtages“ mit Schmücken der Weihnachtsbäume sieht Dirk Hahn positiv: „Das ist eine gute Idee für die Zukunft, darüber sollte man nachdenken.“

Aus seiner Sicht müsse man außerdem für eine weitere Belebung der Unnaer Straße sorgen, die eher Durchgangs- als Verweilort sei. „Eine Kindereisenbahn oder ähnliches wäre wünschenswert. Dann wäre da auch mehr los.“