Wassersalven waren willkommen

Vom Sportplatz auf den Schulhof mussten die Abiturienten des Märkischen Gymnasiums ihren Sturm verlegen, dann gab es „Circus AbiGalli“.
Vom Sportplatz auf den Schulhof mussten die Abiturienten des Märkischen Gymnasiums ihren Sturm verlegen, dann gab es „Circus AbiGalli“.
Foto: IKZ

Iserlohn..  Außer Rand und Band waren am Freitagmorgen die 102 Abiturienten des Märkischen Gymnasiums. Sie hatten das Motto „Circus AbiGalli“ gewählt – frei nach der Fernsehsendung „Circus HalliGalli“. Und um die herum hatten die Jugendlichen auch ihren Abisturm geplant. Eigentlich wollten sie ihre Stufenleiter Bozena Höll und Carsten Wiehle sowie die weiteren Lehrer auf dem Sportplatz in die Mangel nehmen – doch am Donnerstagabend hieß es dann plötzlich: „Nicht möglich, eine Grundschule belegt den Platz mit den Bundesjugendspielen.“ Kurzerhand mussten dann alle Pläne über Bord geworfen werden, das Ganze wurde auf den Schulhof verlegt. Der Stimmung bei Akteuren und Zuschauern tat dies keinen Abbruch. Zumal das Wetter nicht besser hätte sein können, die von den Abiturienten abgefeuerten Wassersalven waren bei morgens schon strahlender Sonne für viele eine willkommene Erfrischung.

Auch jüngere Jahrgänge zeigten ihr Feier-Potenzial

„Abi, Abi, Abi-tur“ – so erklang es schließlich nicht nur aus den Kehlen der Absolventen, sondern auch der jüngeren Schüler, die sich das Spektakel nicht entgehen lassen wollten. Sie verfolgten mit großer Freude, wie Lucas Meyer und Jendrik Korte in die Rollen der „Circus HalliGalli“-Moderatoren Joko Winterscheidt und Klaas Heufer-Umlauf schlüpften. Wie in der echten TV-Show auch, gab es Interviews und Spiele, Auftritte und Werbeblöcke.

Nicht viel anders sah es zeitgleich am Stenner-Gymnasium aus. Mottotechnisch bediente sich der Abiturjahrgang ebenfalls beim Fernsehen: „Abi 20:15 – unsere Primetime“, stand in digitaler Schrift auf den T-Shirts. Das Alan Parsons Project hätte mit ihrem gleichnamigen Titel die perfekte Hymne dazu liefern können – aber die stammt aus dem Jahr 1984. Dafür waren die Abiturienten dann doch noch etwas zu jung.

Was allerdings Planung und Umsetzung ihres Abisturms anging, so konnte der Eindruck entstehen, das Team und Stufensprecher Toni Figueiredo hätte nie etwas anderes gemacht. Alles lief perfekt – von der hermetischen Abriegelung des Schulgebäudes, mit der um 6 Uhr begonnen wurde, bis zum endgültigen Sturm um die Mittagszeit. Bierbänke, eine leistungsstarke Musikanlage, alte Sofas und 1000 Wasserbomben standen bereit für einen anarchistischen Vormittag, an dem zunächst das Recht der stärksten Wasserpistole galt. Vor der fünften Stunde stürmten Abiturienten das Schulgebäude und schickten damit auch die jüngeren Jahrgänge ins Wochenende. Auch an die Lehrer dachte das Party-Komitee. Die mussten erst einmal die Schlüssel suchen, um zunächst ins Gebäude und schließlich in ihr Lehrerzimmer zu gelangen. „Wer es geschafft hat, bekam Kuchen von uns“, lachte Figueiredo. Er versprach, das herrliche Chaos mit seinen bald ehemaligen Kameraden wieder zu beseitigen.