Was passiert, wenn Aussage gegen Aussage steht

Zwei Hunde in „freier Wildbahn“: Wenn Hundebesitzer ihre Tiere ohne Leine laufen lassen, manchmal auch deren Verhalten falsch einschätzen, kommt es immer wieder zu Vorfällen, die dann auch das Ordnungsamt beschäftigen.
Zwei Hunde in „freier Wildbahn“: Wenn Hundebesitzer ihre Tiere ohne Leine laufen lassen, manchmal auch deren Verhalten falsch einschätzen, kommt es immer wieder zu Vorfällen, die dann auch das Ordnungsamt beschäftigen.
Foto: IKZ
Erst wird ein Hund gebissen, dann ein Mensch. Ein Einzelfall als Beispiel für ein grundsätzliches Problem

Iserlohn..  Vor rund einer Woche schlug Iserlohns Stadtförsterin Alarm, binnen vier Wochen hatten nicht angeleinte Hunde im Iserlohner Stadtwald 13 Wildtiere getötet. Seither hat sich eine Reihe von Bürgern bei der Heimatzeitung gemeldet, meistens selbst Hundebesitzer, die entweder ihr eigenes Handeln verteidigten,das Fehlen von Freilaufflächen für Hunde monierten, aber auch häufig das grundsätzlich rücksichtslose Verhalten mancher Hundehalter beklagen.

Fall ist beispielhaft für eine grundsätzliche Problematik

Auch eine Anwohnerin aus dem Bereich Alexanderhöhe, selbst Hundebesitzerin, meldete sich. Ihr Fall wirft auch ein Schlaglicht auf die Problematik, die entsteht, wenn ein Hundehalter sein Tier nicht unter Kontrolle hat.

Was war passiert? Die Nachbarin der Frau, eine ältere Dame, lässt ihren Hund laut deren Angaben grundsätzlich ohne Leine laufen, da sie ihn ohnehin nicht halten könne. Irgendwann geht der Mischling auf die Schäferhündin der Anwohnerin los und beißt diese „halb tot“. Das alarmierte Ordnungsamt schreitet laut der Frau nach Meldung nicht ein. Schließlich setzt ein Anwalt ein Schreiben auf, eine Überprüfung des Hundes folgt – ohne negativen Befund. Ein paar Tage später, berichtet die Frau, habe der Hund einen Nachbarn in die Hand gebissen, der Mann musste ins Krankenhaus, erst dann sei ein Maulkorberlass verfügt worden. Auch weitere Nachbarn klagen über die unaufmerksame Hundehalterin.

Nachfrage beim Ordnungsamt, Fall und Name der Frau sind der hier für die Thematik zuständigen Alexandra Carius bekannt, das Verfahren sei noch nicht abgeschlossen. „Es hat einen Vorfall zwischen zwei Hunden gegeben, dann wurden Auflagen für Leinen- und Maulkorbzwang erlassen.“ Bei der Begutachtung des Schäferhundes sei dann keine Verhaltensauffälligkeit gegenüber anderen Hunden festgestellt worden. Geprüft wurde unter anderem das Freilaufverhalten in Gegenwart anderer Hunde. „Was den Auslöser anbelangt steht in so einem Fall Aussage gegen Aussage.“ Klar sei: „Manche Hunde können schlicht nicht miteinander.“

Und zu dem Biss gegen einen Nachbarn: „Es wurde erneut Leinen- und Maulkorbzwang erlassen, gegenwärtig warten wir noch auf das Ergebnis einer erneuten Begutachtung.“ Laut ersten Erkenntnissen sei der Hund bei dem Vorfall angeleint gewesen, genaueres müssten nun die Ermittlungen ergeben. Grundsätzlich sei es ratsam, sich bei ähnlichen Fällen an das Ordnungsamt zu wenden. Aber: „Jeder Fall ist anders. Und jeder Fall muss einzeln geprüft werden“, so Carius.