Was kaum noch einer hat: Zeit für ein Gespräch

Margret Langenberg (3.v.l.) wurde zusammen mit zehn weiteren Grünen Damen für ihr langjähriges Engagement geehrt. Zwei Damen konnten der Ehrung nicht beiwohnen.
Margret Langenberg (3.v.l.) wurde zusammen mit zehn weiteren Grünen Damen für ihr langjähriges Engagement geehrt. Zwei Damen konnten der Ehrung nicht beiwohnen.
Foto: Michael May IKZ
Was wir bereits wissen
Im Bethanien-Krankenhaus wurden die Jubilarinnen unter den Grünen Damen mit Blumen geehrt

Iserlohn..  „Kommen Sie denn morgen wieder?“ Diese bange Frage der Patienten sei im Grunde das größte Lob, das einer Grünen Dame widerfahren könne, sagt Margret Langenberg. Denn aus dieser Frage spricht, dass man dem Patienten wirklich etwas gegeben habe – etwas, das er gebraucht hat, das ihm geholfen hat und das er möglichst jeden Tag erfahren möchte. Und das sei nicht nur ein großes Lob, sondern auch ein sehr gutes Gefühl.

Seit 1985 im Evangelischen Krankenhaus Bethanien aktiv

Margret Langenberg weiß, wovon sie redet. Schließlich hat sie diesen Satz schon sehr häufig gehört. Seit 1985 gehört sie den Grünen Damen am Evangelischen Krankenhaus Bethanien an und ist damit das am längsten aktive Mitglied der Gruppe. Am Montag wurde sie für ihr langjähriges Engagement geehrt und mit einem Blumenstrauß und einer Urkunde bedacht. Zehn weitere Grüne Damen wurden nach einer Andacht in der Krankenhaus-Kapelle für ihre runden Jubiläen geehrt, für zehn- und fünfjähriges Mitwirken. Mit ihren 30 Jahren stach Margret Langenberg dabei doch sehr heraus.

Die Aufgaben, sagt sie, haben sich in den letzten 30 Jahren nicht verändert. Zuhören ist wohl das Wichtigste. Einfach plaudern und ein persönliches Gespräch führen. Die derzeit 26 Grünen Damen legen auch Hand an. Sie helfen beim Essen, erledigen kleinere Besorgungen oder begleiten zum Gottesdienst. Mit dem Mini-Verkaufswagen und der Bücherei betreuen die Grünen Damen, die sich vor 38 Jahren am Bethanien gegründet haben, auch darüber hinaus gehende, regelmäßige Angebote des Krankenhauses. In erster Linie bringen sie aber nach wie vor das mit, was dem Pflegepersonal eines Krankenhauses im immer enger getakteten Berufsalltag häufig fehlt: Zeit. „Einfach Zeit für ein gutes Gespräch“, sagt Margret Langenberg.

Die 82- Jährige ist vor 30 Jahren über eine Bekannte zu den Grünen Damen gestoßen. Nach dem frühen Tod ihres Mannes hatte sie ein Ehrenamt gesucht, das sie ausfüllt und bei den Grünen Damen sofort gemerkt, dass sie hier richtig ist. Vor allem auch, weil diese Zuwendung an Patienten im Krankenhaus keine Einbahnstraße ist. „Mir tut diese Hilfe an anderen selbst auch sehr gut“, sagt sie. Einmal in der Woche macht sie ihre Runde, und wenn sie dabei einmal die Frage hört „Kommen Sie denn morgen wieder?“, dann weiß sie, das sie alles richtig gemacht hat. Und sie weiß, dass es auch für sie ein guter Tag wird, denn wenn sie jemand anderes glücklich gemacht hat, färbt das sofort auch auf sie selbst ab.

Mit Margret Langenberg wurden geehrt: Ursula Schulte, Ursula Schipper, Yrmindrud Klempt, Christel Menze, Anne Henke-Rohleder, Brunhilde Brockel, Marianne Esders, Christa Seithe, Ulrike Weddigen und Ursula Wilmsmeyer.

Die Grünen Damen suchen dringend neue Mitstreiterinnen und Mitstreiter.

Gesucht werden Menschen, die Lust haben, sich ehrenamtlich im Krankenhaus zu engagiere, die verlässlich sind, die bereit sind, regelmäßig einen kleinen Teil ihrer Freizeit für die Patienten zu investieren und die ihre Ideen einbringen möchten.

Geboten wird ein spannendes Betätigungsfeld, in dem für jeden je nach Begabung und Zeitfenster etwas dabei ist, ein gutes Miteinander, einen regelmäßigen Austausch mit den Ehrenamtlichen, interessante Fortbildungsangebote und die seelsorgerliche Begleitung durch die Krankenhaus-Pfarrerin.

Wer Interesse hat, mit zu machen, kann sich bei Ursula Ziehm, 02371/40355, Luise Schulz, 02371/23003, oder Pfarrerin Sandra Kamutzki, 02371/212-184 melden.