"Was die Gesamtschule so alles draufhat"
01.03.2009 | 14:51 Uhr 2009-03-01T14:51:00+0100
Iserlohn. Von der Breitenarbeit zur Spitzenleistung - so könnte man die Entwicklung des musikalischen Schwerpunkts an der Iserlohner Gesamtschule beschreiben. Genau so war auch der der elfte Musikabend der Schule am Freitag im ausverkauften Parktheater aufgebaut.
Vom Kinderchor der Musikklasse der Stufe 5, der gerade seine ersten Lieder einstudiert hat, bis zur Bigband „Jazzination”, die sich demnächst sogar im Dortmunder Jazzclub Domizil präsentiert, zeigte die Schule in einem rasanten Querschnitt, „was sie so alles draufhat”, wie Moderator Hubertus Schmalor sagte.
Schmalor, der die Entwicklung des musikalischen Schwerpunktes zusammen mit Musiklehrer Wilfried Pieper und Schulleiter Rolf Ewert maßgeblich mitgeprägt hatte, ist inzwischen als Schulleiter nach Herdecke gewechselt und war zwischenzeitlich am Landesinstitut für Schule für Musik, Kunst und Theater zuständig. „Ich kenne die Schullandschaft in NRW”, sagte er und versicherte, dass es eine derartige Ballung von erstklassigen Musiklehrern landesweit kein zweites Mal gebe. In der Tat sind derzeit bereits sieben ausgebildete Musiklehrer an der Gesamtschule tätig, und einige sind gezielt nach Iserlohn gekommen, um hier in den Musikklassen arbeiten zu können.
Die Folge ist nicht nur, dass das Niveau der Ensembles immer weiter steigt und das Konzept landesweit wahrgenommen wird - sogar im Landtag ist die Bigband schon aufgetreten. Auch an dem immer vielfältiger werdenden Programm der Musikabende, die das Parktheater inzwischen mühelos füllen, kann man die positive Entwicklung ablesen. „Vor zehn Jahren hätte man uns beim Gedanken ans Parktheater noch für größenwahnsinnig gehalten”, erinnerte Schmalor an die Anfänge.
Eine weitere Folge ist, dass die Arbeit nicht an den Zimmertüren der Musikklassen halt macht, sondern dass es gerade andere Klassen und Projekte waren, die das sonst so bigbandlastige Programm mit tollen Darbietungen erfrischend auflockerten. Da gab es die Perkussion-Gruppe, in der mehr als 20 Kinder mit afrikanischen Djemben trommeln, den Literaturkurs der Stufe 12, der als Ausschnitt aus ihrem Musical „Ich wünscht', ich wär ein Hippie” den groovigen Hair-Klassiker „Aquarius” aufführte, oder die Stomp-Show von Schülern der Stufe 11, bei der mit allerlei Alltagsgegenständen heiße Rhythmen auf die Bühne gezaubert wurden. Und in der Pause verbreitete die Samba-Gruppe südamerikanisches Flair im Foyer. All das zusätzlich zu dem ohnehin schon starken Programm, das die Musikklassen mitgebracht hatten. Neben den Bigbands der Stufen 6, 7 und 8, die mitunter schon einen bärenstarken Sound entwickelten, waren es hier vor allem die Kinder der Stufe 5 die als Chor für beste Unterhaltung sorgten. Der Frosch der immer nur „mh mh blblblblb macht, anstatt wie ein ordentlicher Frosch „Schubidua” zu machen, wird wohl allen in bester Erinnerung bleiben.
Höhepunkt war aber die Schul-Bigband „Jazzination”, die unter der Leitung von Wilfried Pieper und bestehend aus Schülern aller Stufen sowie Ehemaligen immer mehr an Format und Klang gewinnt. Mit großer Musikalität, gespickt mit tollen Solisten und vor allem mit breiter Brust trumpften sie am Freitag auf, bevor zum großen Finale alle Musiker noch einmal auf die Bühne kamen.
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