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Neujahrsempfang

Warnung vor Steuererhöhung

27.01.2012 | 17:09 Uhr
Warnung vor Steuererhöhung
Im Haus des Handwerks,konnten Hans-Joachim Künzel und Dirk H. Jedan als Referenten Werner Böhnke (WGZ-Bank Düsseldorf) begrüßen. Sie stehen neben einem Handwerker-Bild von Ernst Dossmann. Foto: Cornelia Merkel

Iserlohn.120 Gäste aus Politik, Wirtschaft und Verwaltung begrüßte Kreishandwerksmeister Hans-Joachim Künzel beim Neujahrsempfang der Kreishandwerkerschaft Märkischer Kreis im Haus des Handwerks.

Zu den vielen Ehrengästen zählten auch Landrat Thomas Gemke, die Bürgermeister aus Iserlohn, Menden und Lüdenscheid, Dr. Peter Paul Ahrens, Volker Fleige und Dieter Dzewas, sowie der Ehrenpräsident der nordrhein-westfälischen Arbeitgeber, Dr. Jochen F. Kirchhoff.

„Es geht uns gut“, beschrieb Künzel die Lage des heimischen Handwerks und der heimischen Industrie. Gleichwohl warnte er im Namen der Innungsfachbetriebe an die Adresse von Bürgermeister Dr. Ahrens davor, die Gewerbesteuer in Iserlohn zu erhöhen. „Wir brauchen Geld für Investitionen und für Rücklagenbildungen für die Zukunft.“ Mit Maßnahmen dieser Art würde der aktuelle Aufwärtstrend im Handwerk zunichte gemacht.

An die heimischen Landtagsabgeordneten Michael Scheffler (SPD) und Wolfgang Exler (CDU) sowie die heimischen Kommunalpolitiker sagte er Dank für die Fördergelder von Bund und Land; sowohl das Konjunkturpaket II als auch die Abwrackprämie hätten der heimischen Wirtschaft in den letzten Jahren geholfen, die Mitarbeiter weiterzubeschäftigen. Sorgen bereiten dem Kreishandwerksmeister aber die Nachwuchsprobleme und die fehlenden Facharbeiter, das Rückgrat der Wirtschaft. In die gleiche Kerbe schlug auch Dirk H. Jedan: „Trotz unserer guten Ausbildungsquote von neun Prozent müssen wir uns um den Nachwuchs kümmern.“ Jedan erinnerte an den Beschluss der Mitgliederversammlung, am Weiterbau der A 46 weiterzuhalten.

In seinem Festvortrag appellierte Werner Böhnke, Vorstandsvorsitzender der WGZ-Bank Düsseldorf, die Hatz auf die Banker zu beenden. „Das Vertrauen in die Finanzbranche und ihre Protagonisten ist schwer beschädigt“, befand er angesichts der Erschütterungen der Finanzkrise seit 2007. Er verwahrte sich allerdings gegen pauschale Kritik an den Banken und betonte stattdessen: „Die genossenschaftlichen Banken, die Volksbanken und die Raiffeisenbanken haben jedenfalls am Ausbruch der Finanzkrise nicht den geringsten Anteil gehabt. Im Gegenteil: Sie waren es, die in der Folge die bedrohte Realwirtschaft mit größten Anstrengungen unterstützt haben und weiter unterstützen.“ Werner Böhnke: Wir haben die Kreditvergabe erheblich ausgeweitet, als es für die Realwirtschaft dringend nötig war.“

Böhnke drehte den Spieß um: Nicht die Banken machten die Demokratie kaputt, sondern die ausufernde Staatsverschuldung gefährde die Zukunft unseres Landes und all jener Staaten, die sich in vergleichbaren Situationen befinden. Der Vorstandsvorsitzende mahnte Reformen an, die das Maß der spekulativen Geschäfte einschränken. Eine Verstaatlichung der Banken werde die Probleme nicht lösen. „Banken zu verteufeln, ihre Existenz in Frage zu stellen, führt zu nichts“, sagte Böhnke weiter. Er mahnte: „Banken müssen sich wieder zu ihrer dienenden Funktion bekennen.“ Mit Blick auf die Geschäftszahlen bezeichnete er die deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken als Gewinner der letzten Jahre – und zwar auch an Vertrauen.

Neben dem traditionellen Essen beim Neujahrsempfang, dem Tafelspitz, gab es wieder Märkisches Meisterbrot, das die Besucher gegen eine Spende erhielten. Damit soll Kindern im Märkischen Kreis ein Urlaub finanziert werden.

Cornelia Merkel

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