„Waldläufer“ präsentieren ihre Fantasiefiguren

Brabeckschüler stellen für drei Wochen ihre Naturwerke aus dem „Waldläufer“-Projekt im Rathaus-Foyer aus.
Brabeckschüler stellen für drei Wochen ihre Naturwerke aus dem „Waldläufer“-Projekt im Rathaus-Foyer aus.
Foto: Michael May IKZ
Was wir bereits wissen
Letmather Brabeck-Schüler stellen für drei Wochen im Rathaus-Foyer ihre Naturwerke aus, die sie im „Waldläufer“-Projekt mit Unterstützung der „Casa b“-Künstlerin Christiane Bisplinghoff schufen.

Iserlohn/Letmathe..  Stolz zeigen Emilie, Mohammed, Jan und Tim ihre Fantasiefiguren, die jetzt für drei Wochen im Iserlohner Rathaus-Foyer ausgestellt sind. Sie gehören zu den 22 Schülern der Letmather Brabeckschule im Alter zwischen sechs und zehn Jahren, die an dem „Kultur und Schule“-Projekt „Waldläufer“ mit Unterstützung der Künstlerin Christiane Bisplinghof vom „Casa b“ teilnehmen.

Zusammen mit drei Aufsichtspersonen gehen sie und ihre Mitschüler aus der Unterstufe jeden Montagvormittag in den nahe gelegenen Wald – und das bei jedem Wetter. „Mal ist es eine Kyrill-Fläche, ein andermal ein Nadelwald oder ein Platz am Bachlauf, erzählt Unterstufenlehrerin Martha Stöck-Schmalor. Für die Pädagogin ist der Wald ein wichtiger Lernort: „Es gibt Kinder, die waren noch nie im Wald. Und sie sind mit Spaß dabei.“ Sie erhielt bereits 2010 einen Naturschutzpreis für ein anderes Waldprojekt: Migration und Naturschutz.

Martha Stöck-Schmalor nennt als Ziele des wöchentlichen Waldgangs, der 15 Gehminuten von der Schule entfernt liegt: Die Kinder werden für die Natur sensibilisiert durch das Erleben von Tieren und Pflanzen im Ökosystem Wald. Außerdem fördern diese Ausflüge das Sozialverhalten der Kinder untereinander und helfen, Aggressionen abzubauen und den friedlichen Umgang miteinander zu lernen. Außerdem fördern die Erfolgserlebnisse beim Balancieren, Klettern und Bauen das Selbstwertgefühl der Kinder. Die kreative Komponente sei ebenfalls ein zentrales Anliegen dieses Programms „Kultur und Schule“: Der Einbezug des kreativen Umgangs mit der Natur und damit die Förderung des sinnlich-ästhetischen Erlebens. Aus Fundstücken wie Tannenzapfen, Baumrinde, Wuzeln, Moos und Ästen schufen die Jungen und Mädchen bunte Tiere, Engel, Geister oder andere Objekte aus Fundstücken, die die Kinder in der Schule mit Unterstützung von Christiane Bisplinghoff bearbeiteten. Einen Teil ihrer Naturwerke zeigen sie derzeit im Foyer des Rathauses. Andere beließen sie im Wald: etwa Spinnennetze aus Baumwollfäden. Die Kinder probierten vieles aus und freuten sich, wenn sie nach Wochen und Monaten ihre Objekte wiederfanden. Aus Zweigen haben sie auch einen Platz für ihre Frühstückstreffen markiert, ihren „Adlerhorst“.

„Die Engel habe ich gemacht mit Perlen, Tannenzapfen und bunten Federn“, zeigt Emilie auf ihre Fantasiefiguren. Mohammed präsentiert seinen Entenkopf: „Das Holzstück habe ich im Bach gefunden, es dann geschliffen, mit der Elektrosäge bearbeitet und angemalt.“ Tim schuf eine Ziege aus einer Baumwurzel. Im Rathaus hängen auch Fotos dieser Aktionen. Die Rahmen aus zusammengefügten Ästen entstanden ebenfalls im „Waldläufer“-Projekt.