Vorhang auf für Guy Braunstein

Tone Johansen-Junius (Freundeskreis der Musikschule), Bürgermeister Dr. Peter Paul Ahrens und Musikschulleiter Paul Breidenstein (v. l.)  enthüllen den diesjährigen Herbsttage-Gast: Guy Braunstein.
Tone Johansen-Junius (Freundeskreis der Musikschule), Bürgermeister Dr. Peter Paul Ahrens und Musikschulleiter Paul Breidenstein (v. l.) enthüllen den diesjährigen Herbsttage-Gast: Guy Braunstein.
Foto: IKZ
Was wir bereits wissen
Bei den Internationalen Herbsttagen für Musik dreht sich alles um die Violine.

Iserlohn..  „Das ist ein echter Typ, der da zu uns kommt“, freut sich Paul Breidenstein schon jetzt auf die Herbsttage für Musik. Der Musikschulleiter und Organisator des Klassik-Festivals hat sich natürlich schon sehr intensiv mit dem diesjährigen Gastmusiker beschäftigt, und die zupackende Art, mit der Guy Braunstein die Musik angeht, verspricht für das Iserlohner Publikum mitreißende Konzerterlebnisse. Gestern hat Breidenstein zusammen mit Tone Johansen-Junius vom Freundeskreis der Musikschule und Bürgermeister Dr. Peter Paul Ahrens den diesjährigen Gast vorgestellt: Mit Guy Braunstein kommt vom 22. bis 27. September ein Geiger von Weltformat in die Waldstadt.

„Die Geige war wieder an der Reihe“, kommentiert Breidenstein die Einladung des aus Israel stammenden Virtuosen, der künstlerisch aber in Berlin beheimatet ist. Nach Gil Apap (2002), Tanja Becker-Bender (2007) und Akiko Suwanai (2011) ist es der vierte Geiger in seiner Ära als Musikschulleiter. Und mit der gefundenen Lösung auf der Suche nach einem großen Violin-Virtuosen, der das Anforderungsprofil des Iserlohner Festivals erfüllt, ist er einmal mehr sehr glücklich.

Jüngster Kapellmeisterder Berliner Philharmoniker

Braunsteins Werdegang ist überaus beeindruckend und erinnert an den Vorjahres-Gast, den Hornisten Radek Baborak, der ebenfalls als sehr junger Musiker den wohl traumhaftesten Job für Orchestermusiker als Solist bei den Berliner Philharmonikern übernahm, um sich erst nach diesen Erfahrungen an der Spitze eines der besten Orchester der Welt in die Solo-Karriere zu stürzen. So hat er auch Guy Braunstein gemacht. 1971 in Tel Aviv geboren hat Braunstein zunächst in seiner Heimat und dann in New York studiert, um schon in sehr jungen Jahren eine internationale Karriere zu starten. Im Jahr 2000 wurde er dann mit 29 Jahren der jüngste erste Kapellmeister in der Geschichte der Berliner Philharmoniker und hatte dieses Amt bis 2013 inne. Seit dem ist er ausschließlich als Solist unterwegs. Das Verzeichnis der Orchester, Dirigenten und Musiker, mit denen der 44-Jährige in seiner Karriere zusammengespielt hat, umfasst alles, was Rang und Namen hat.

„Wir sind sehr glücklich, dass ein so gefragter Mann ein so großes Zeitfenster für uns einräumen kann“, sagt Paul Breidenstein und spielt damit auf das besondere Format des Iserlohner Festivals an, das mit einem Solo-Recital zum Auftakt, einem Symphoniekonzert zum Abschluss und einem Internationalen Meisterkurs für die Violin-Virtuosen von morgen ganz unterschiedliche Facetten des Gaststars zeigt. Mehr als 450 Klassik-Festivals gibt es in Deutschland.

Das unverwechselbare Profil, so Paul Breidenstein, habe aber schon der Begründer Franz Weilnhammer 1976 angelegt, in dem er über diesen Dreiklang der Disziplinen hinaus auch dem Sinfonie-Orchester der Musikschule einen festen Platz eingeräumt hat. Auch in diesem Jahr werden die Iserlohner Musikschüler den großen Geiger beim festlichen Abschlusskonzert bei einem Satz aus dem Mendelssohn-Violinkonzert begleiten – ein riesiger Moment und eine enorme Motivation für die Schüler, für die Breidenstein gestern vor allem dem Freundeskreis der Musikschule dankte, der das Festival maßgeblich finanziert.