Vor der Liebe setzt es Tritte vors Schienbein

Ein Sektchen in Ehren...: Wilma und Willi Kohrs feierten daheim ihre Diamantene Hochzeit. Der stellvertretende BürgermeisterKarsten Meininghaus überbrachte die Glückwünsche der Stadt sowie Präsent und Urkunde.
Ein Sektchen in Ehren...: Wilma und Willi Kohrs feierten daheim ihre Diamantene Hochzeit. Der stellvertretende BürgermeisterKarsten Meininghaus überbrachte die Glückwünsche der Stadt sowie Präsent und Urkunde.
Foto: IKZ
Was wir bereits wissen
Wilma und Willi Kohrs feierten jetzt gemeinsam ihre Diamantene Hochzeit

Iserlohn..  Es war ein erstes Anbandeln gegen Widerstände, gegen gefühlte – und auch gegen ziemlich handfeste, so klingt es zumindest, wenn man Wilma und Willi Kohrs zuhört, wenn sie von ihrem ersten Kennenlernen erzählen. Das fand nämlich vor über einem halben Jahrhundert in einem Tanzlokal in Gelsenkirchen statt, genauer gesagt an der Schalker Straße.

Dass beide über 60 Jahre später, am Mittwoch, einmal gemeinsam Diamantene Hochzeit feiern würden, ahnte das Paar damals nicht.

Nach dem zweiten Tanz geht das Gemurmel los

Er ein waschechter Schalker, sie stammte aus dem Gelsenkirchener Stadtteil Ückendorf. „Damals blieben die Jugendlichen eher unter sich“, blickt Willi Kohrs zurück. Die Ückendorfer Gruppe, der auch seine spätere Ehefrau Wilma angehörte, zog aber der Tanzkapelle hinterher.

„Sie gefiel mir sofort“, sagt der heute 83-Jährige, „er sah auch ganz gut aus“, sagt seine heute 81-jährige Frau. Schließlich fordert er sie zum Tanz auf. „Wir konnten das beide ganz gut“, sagt er. Anders als damals üblich, schieben beide auch gleich einen zweiten Tanz hinterher, das Gemurmel beginnt, vor allem die Jungs aus der Ückendorfer Gruppe sind wenig begeistert.

Irgendwann als Willi Kohrs auf dem Weg zum Tresen ist, umringt ihn die Gruppe, und es hagelt Tritte vors Schienbein. „Als wir wieder schwofen gegangen sind, konnten sie mir aber nichts mehr“, sagt Willi Kohrs und grinst. Später bringt er sie mit der letzten Bahn nach Hause und läuft die vier Kilometer heim.

Aus der späteren Eheschließung gehen drei Töchter, drei Enkeltöchter und eine Urenkelin hervor. „Bei uns haben die Frauen die Oberhand“, sagt Willi Kohrs. Weil der Platz für die Familie eng wird, zieht es die Kohrs dann Mitte der 60er Jahre nach Hemer, Mitte der 70er nach Iserlohn. Er arbeitet lange als Drahtzieher, sie als Verkäuferin.

Am Samstag wird nun groß gefeiert, bei der Enkelin, in Balve. „Sie hat kürzlich geheiratet und betreibt dort ein Landcafé“, freut sich Wilma Kohrs schon auf die große Familienzusammenkunft.