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Privatbrauerei Iserlohn

Von Heutelbeck an Hollmann

29.07.2010 | 17:50 Uhr
Von Heutelbeck an Hollmann

Iserlohn.Der neue Besitzer der Privatbrauerei Iserlohn GmbH heißt seit gestern offiziell Michael Hollmann. In einer spontan anberaumten Betriebsversammlung wurde den anwesenden der derzeit 80 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der neue Inhaber vom bisherigen „Chef“ Gerd Heutelbeck vorgestellt. Hollmann ist Alleingesellschafter der Brauhaus Beteiligungs GmbH Korschenbroich. Der Kaufvertrag datiert sogar bereits vom 1. Januar 2010. Über die Höhe der Kaufsumme wurden auch im anschließenden Pressegespräch keine Angaben gemacht. Die operative Geschäftsführung bleibt in den Händen von Lars Junker.

So weit die gestern überraschende Nachrichtenlage im Grüner Tal. Überraschend allein schon deshalb, weil Gerd Heutelbeck diesen geschäftlichen Coup offenbar von längerer Hand vorbereitet hat und bis gestern 14 Uhr geheim halten konnte. Überraschend aber natürlich auch Name und Person des Käufers. Michael Hollmann ist in der Getränkeszene und speziell auch in Iserlohn wahrlich kein Unbekannter. Er war Chef des Getränke-Konzerns „Brau & Brunnen“, als das Schicksal der „Iserlohner“ am seidenen Faden hing. Zwar hatte Hollmann immer wieder seine grundsätzlichen Sympathien für das Bier der Waldstadt zum Ausdruck gebracht. Im Gespräch mit der Heimatzeitung hatte er noch 2001 darauf hingewiesen, dass das Haus nicht in sein Sanierungskonzept für den strauchelnden Riesen in Dortmund passte. Es folgten Monate der verhärteten Fronten, in denen auch Hollmann immer wieder das Schließungstempo verschärfte, in denen er allerdings auch immer wieder zur Kenntnis nehmen musste, wie groß das Maß der Wut in der Region über seine Pläne war.

Allerdings war es am Ende wohl auch Hollmann, der 2003 in den Verhandlungen dafür sorgte, dass die Brauerei Iserlohn „eben nicht einfach platt gemacht wurde, was für uns damals die deutlich günstigere Lösung gewesen wäre“. Hollmann ermöglichte am Ende den Einstieg des damaligen Rettungs-Kommandos Gerd Heutelbeck, Christian Ilske und Peter Michaelis.

Für ihn selbst endete der Brau & Brunnen-Weg 2004 mit der Trennung. Seit 2005 ist Michael Hollmann Geschäftsführender Gesellschafter des Altbierspezialisten Bolten in Korschenbroich, seit März 2010 sitzt er in der Geschäftsführung der Getränkegruppe Hövelmann, einem Familienunternehmen, bei dem sich rund 750 Mitarbeiter u.a um die Marken Sinalco, Rheinfels Quelle oder auch die Biermarke Urfels kümmern. Hövelmann gilt zudem als einer der bedeutendsten Getränke-Logistiker der Gruppe.

In einer ersten Stellungnahme legte Michael Hollmann allerdings gestern großen Wert auf die Feststellung, dass er als Einzelperson die Privatbrauerei Iserlohn übernommen habe. Zwar sei es klar, dass sich aus seinen geschäftlichen Verbindungen mit Sicherheit auch fruchtbare Geschäftsansätze und Synergien für die „Iserlohner“ ableiten ließen, das läge ja schließlich auf der Hand.

Aber noch ein Aspekt war Michael Hollmann, der schon in früher Jugend intensive Kontakte in die Waldstadt unterhielt, gestern überaus wichtig: „Ich habe diese Brauerei nicht gekauft, weil sie ein Sanierungsfall ist. Da ist das Unternehmen weit von entfernt. Hier ist in den letzten Jahren ein toller Job gemacht worden. Auch technisch haben wir einen klasse funktionierenden Betrieb vorgefunden.“

Er sieht die Kern-Aufgabe für nächsten Jahre nun darin, den Weg der Brauerei weiter zu stabilisieren. „Dabei geht es um die Marke ‘Iserlohner’, aber es geht eben auch um die Brauerei als gesamtes Unternehmen.“ Hollmann verweist in diesem Zusammenhang auf den sich immer weiter verschärfenden Wettbewerb mit in Teilen bedrohlichem Preisverfall - bei einem im Grundsatz ohnehin rückläufigen Bier-Markt.

All das sind Erkenntnisse, die dem Iserlohner Kaufmann Gerd Heutelbeck natürlich auch nicht verborgen geblieben sind. Auch er habe in den sieben Jahren seiner Eigentümerschaft erkennen müssen, dass sich die Herausforderungen an eine Brauerei in der Iserlohner Größenordnung immer weiter verschärft hätten. „Und dann erkennst Du plötzlich, dass Du als ganz normaler Mittelständler in Bezug auf Netzwerke und vor allem Finanzierungs-Bedarf der neuen Situation gar nicht mehr gewachsen bist.“

Allerdings habe er trotzdem auch immer nach einer „mittelständischen Lösung gesucht, wie wir sie jetzt mit Herrn Hollmann gefunden haben.“ Wenn Gerd Heutelbeck die Iserlohner Brauerei an einen Großen der Branche verkauft hätte, wäre es das Ende des Hauses gewesen, sekundiert Hollmann und Heutelbeck beendet den Satz: „Dafür bin ich damals schließlich nicht angetreten, damit hätte ich in Iserlohn nicht leben können.“

Von Thomas Reunert

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Kommentare
02.08.2010
17:44
Von Heutelbeck an Hollmann
von Bogus_Trammpler | #15

So...nu aber raus, Ihr Nestbeschmutzer. Als echter Randsauerländer trinkt man Iserlohner. Ansonsten höchstens noch den Stoff aus dem hohen Sauerland: Veltins z.B.

31.07.2010
10:56
Von Heutelbeck an Hollmann
von ackamann | #14

@13
Denke ich auch. Nach dem ersten Schluck ist man bereits fix und fertig. Kriegt würgen und Augen treten aus dem Kopf hervor. Ist vielleicht was vom anderen Stern !

30.07.2010
22:16
Von Heutelbeck an Hollmann
von Brutzel | #13

Dann muss aber ein besserer Geschmack für die Iserlohner Plörre her.

30.07.2010
16:20
Von Heutelbeck an Hollmann
von sonntag | #12

Mir ist scheißegal wer den Laden am Laufen hält.
Hauptsache unser Iserlohner fliesst weiter in Strömen. Bewährter Stoff für Jung und Alt seit ewigen Zeiten. PROST !

30.07.2010
15:09
Von Heutelbeck an Hollmann
von IsiPi-Fan | #11

Oh je, ich hoffe das es das gute IsiPi noch weiterhin geben wird und das keine weiteren Mitarbeiter entlassen werden. Scheint ja schon lange vorbereitet worden sein, Rolinck und Kaymer wurden ja schon aus der Führungsebene abgeschoben, denke das hängt damit zusammen!?

30.07.2010
12:31
Von Heutelbeck an Hollmann
von milki32 | #10

Mann darf aber auch nicht vergessen, das ein Herr Hollmann die Brauerei Iserloh schon einmal fast unter die Erde gebracht hat.
Bin mal gespannt, was er jetzt vor hat.

30.07.2010
09:46
Von Heutelbeck an Hollmann
von wir sind iserlohner | #9

Nicht nur meckern liebe Leute, ihr vergesst viel zu schnell.
Danke Herr Heutelbeck das es dir Marke ISERLOHNER PILSENER überhaupt noch gibt.
Was jetzt passiert sollte abgewarten werden.

30.07.2010
08:15
Von Heutelbeck an Hollmann
von Lennesperling | #8

mich würde interessieren ob der eigentlich sehr aktive Betriebsrat der Brauerei von der Entwicklung wusste und wie er die Zukunft der Brauerei sieht. Wie sieht der Betriebsrat nun seine Aufgaben.

30.07.2010
05:48
Von Heutelbeck an Hollmann
von hundekuchen | #7

Tschüss I S E R L O H N E R ! ! !

Ich bin mal gespannt, ob es die Iserlohner Brauerei noch in 5 Jahren gibt.
So toll können ja die Gewinne nicht gerade sein, wenn sich Herr Heutelbeck klammheimlich vom Acker macht.
Das nenn ich mal Schäfchen ins Trockene bringen.

Aber auch andere Väter haben schöne Töchter.
Lecker schmecken die auch und billiger sind die ohnehin.

Na dann P R O S T ! ! !

30.07.2010
05:23
Von Heutelbeck an Hollmann
von BVB Dauerkarte | #6

Erst mit Ach und Krach von Brau und Brunnen losgelöst, jetzt wieder in einen Konzern eingegliedert.
Wird also doch auf dem Rücken der Mitarbeiter, große Kasse gemacht.
Heute heißt das gute Geschäftsleute, früher hieß so etwas ganz anders.
Ich wünsche Iserlohner Pilsener trotzdem alles Gute.

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