Visionär, Praktiker und Missionar Dr. Alt
24.01.2011 | 19:13 Uhr 2011-01-24T19:13:00+0100
Iserlohn.Zum Auftakt der Winteruniversität nahm am Montag Dr. Franz Alt das Credo der Veranstaltung wörtlich: Sein Referat „Sonnige Aussichten – wie Klimaschutz zum Gewinn für alle wird“ bildete einen guten Brückenschlag in die Zukunft.
Als leidenschaftlicher Kämpfer für den Klimaschutz referierte Dr. Franz Alt im voll besetzten Audimax der Business und Information Technology School, wo am Nachmittag dann Prof. Dr. Thomas Meuser, an der BiTS für „Green Business management“ zuständig, auf den Klimaschutz in Iserlohn einging. „Ich will dort anfangen, wo Al Gore aufgehört hat“, stieg Dr. Alt in die globalen Klimawandel-Herausforderungen ein, die der prominente amerikanische Streiter beim Campus-Symposion 2010 in Iserlohn dargestellt hatte. „Der deutsche Stammtisch wird lernen müssen, dass Wetter nicht identisch ist mit dem Klima“, betonte Dr. Alt. „Seit 1998 haben wir die heißesten Jahre seit 1850 gehabt. Das sind die Indikatoren für den Klimawandel, nicht etwa zwei kalte Winter.“
Der, so Mit-Organisator Dr. Peter Markus, „Visionär, Praktiker und Missionar“ Dr. Franz Alt und der Ökonomieprofessor Dr. Thomas Meuser nannten etliche Beispiele für Energie-Einsparungen, Wirkungsgradverbesserungen und Solararchitektur. Sie zeigten Wege auf, wie jeder Einzelne mitwirken könne und plädierten für ganzheitliches Denken.
Dr. Alt verdeutlichte sie mit beeindruckenden Fotos: „Die Lösung des Energieproblems ist ganz simpel: Sie steht am Himmel - die Sonne. Wenn ich durch Iserlohn fahre, frage ich mich, wieso die Iserlohner das Angebot des Himmels so wenig nutzen“, erklärte Dr. Alt. Er selbst betreibt seit 18 Jahren zwei Solaranlagen auf seinem Haus in Baden-Baden. Ähnlich wie Prof. Meuser zeigte er solare Brücken in die Zukunft auf und warb für die intelligente Entwicklung neuer Geschäftsfelder. „Lieber eine Solaranlage auf dem Dach als die Aktien im Keller“, sagte er augenzwinkernd: „Die Sonne schickt uns keine Rechnung.“ Er selbst fährt seit Jahren ein Hybridauto und berichtete von guten Erfahrungen. Leider sei diese Technologie in Deutschland noch nicht sehr verbreitet, obwohl die Deutschen diese intelligenten Technologien entwickelten. Am Anfang seien diese Techniken teuer, aber auf Dauer spart man und verdient sogar, erklärte der Referent.
„Der Sinn unseres Lebens ist, dass unsere Kinder und unsere Enkel noch ein gutes Leben haben“, betonte der Referent vor dem überwiegend älteren Zuhörerkreis. „Es geht um das Überlebensthema der Menschheit“, zitierte er Bundeskanzlerin Merkel. Er lobte das „beispielhafte deutsche Erneuerbare-Energien-Gesetz. Das macht weltweit Furore.“ Die Politik habe den Rahmen gesetzt, wenn man das Gesetz intelligent nutzt, werde man auf Dauer sparen. „Außerdem schaffen Erneuerbare Energien Arbeitsplätze“, machte Dr. Franz Alt deutlich.
Der Ökonomieprofessor Dr. Thomas Meuser von der BiTS betonte, dass bei den Bürgern ein Umdenken zur Ökologie und ein nachhaltiger Umgang mit den Ressourcen stattfinde, wenn es an den Geldbeutel gehe. Er selber habe gute Erfahrungen mit der Umrüstung seines Pkw auf Autogas gemacht. Angesichts des Bevölkerungswachstums, der globalen Erwärmung und des Ozonlochs müsse die Wirtschaft mit „grünen“ Produktveränderungen gegensteuern. Als Beispiele nannte er „grüne Autos“ und neue Märkte von Erneuerbaren Energieanlagen über Ökotourismus bis zu Bio-Lebensmitteln.
Prof. Meuser beschrieb die CO2-Entwicklung in Iserlohn: 1990 seien hier Pro-Kopf zwölf Tonnen CO2 verbraucht worden. 20 Jahre später seien es nur neun Tonnen, ergab eine gemeinsame Untersuchung mit den Stadtwerken. Damit liege Iserlohn in Deutschland unter dem Durchschnitt, der bei elf Tonnen liege. Prof. Meuser, der sich auch im Netzwerk „iserlohnenergieklima“ engagiert, nennt „Iserlohn eine umwelt- und klimagerechte Stadt“: Je ein Drittel der Energie, so seine Untersuchung, werde für Strom, für Mobilität sowie für Wärme verbraucht. Aus CO2-Sicht sei das ein guter Mix.
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