Viel Raum für Fantasie
26.03.2009 | 18:28 Uhr 2009-03-26T18:28:00+0100
Iserlohn. Am Samstag erscheint das Programm für die kommende Spielzeit des Parktheaters. Kulturbüro-Leiter Johannes Josef Jostmann hat vorab einen Ausblick gegeben und die laufende Saison bilanziert.
„Am Anfang”, sagt Johannes-Josef Jostmann, „ist da immer nur die Druckerschwärze, die einem etwas verspricht. Wenn man die Produktionen dann nach Iserlohn holt, ist das mit vielen und großen Hoffnungen verbunden. Und dass sich diese Hoffnungen in der zurückliegenden Spielzeit wieder erfüllt haben, war ein großes Glück.”
Ganz vorbei ist die Parktheater-Spielzeit noch nicht, doch bevor morgen das Programm für die kommende Spielzeit „Fantasie” unserer Zeitung beiliegt, hat der Leiter des Kulturbüros schon einmal die Höhepunkte der jetzt ablaufenden Saison „Zündstoff” Revue passieren lassen. Und als Theatermann hat Jostmann vor den Konzerten und den Shows, vor den Kabarettabenden und Musiktheatern vor allem die intensiven Momente des ernsteren Schauspiels aus den zurückliegenden Theater-Monaten mit genommen. „Fettes Schwein” oder „Verbrennungen” seien durchaus problematische Stoffe gewesen, mit denen man ein Wagnis eingegangen sei. Im Parktheater hätten sie aber die fesselnden Höhepunkte geliefert. „Das war Theater mit Tiefgang, und darüber bin ich froh.”
In der großen Summe sei die Saison überzeugend gewesen, sagt Jostmann, und führt ausdrücklich auch die besonderen Abende an, die das Theater-Team in Eigenregie auf die Beine stellt und die von der besonderen Atmosphäre lebt des Hauses. Zum Beispiel die lange Jazznacht „Jazz geht's los”, die das Publikum von Konzert zu Konzert durch das ganze Haus führte, oder die Vorstellung „Wie einst im Mai”, die das Parktheater in ein altertümliches Kaffeehaus-Flair tauchte - ganz zu schweigen von der Silvester-Gala mit ihrer opulenten Dekoration, dem Neujahrskonzert oder den Abenden mit „St. Niklas”, dem Seemann.
Mit „Fantasie” steht nun Jostmanns bereits 13. Parktheater-Saison an, und das Geschäft werde aufgrund der Wirtschaftskrise nicht leichter. „Die Menschen sparen an Kleinigkeiten”, sagt er, und dazu gehörten nunmal auch Theaterbesuche. Und eine Firma könne es der Belegschaft nur schwer begreiflich machen, in Zeiten der Kurzarbeit die Kultur finanziell zu unterstützen. Dennoch hofft Jostmann, die Hoffnungen für die neue Spielzeit erneut zu erfüllen. „Bei dem Begriff Fantasie denken die meisten Menschen an Schönheit und an viele bunte Farben. So sieht auch unser Programm für die kommende Spielzeit aus.” Schon das Plakat und Deckblatt des Programmheftes mit dem übergroßen Auge gehen in diese Richtung. „Die Fantasie ist das Auge der Seele” ist das Bild, das dahinter steckt.
„Wir wollen dem Publikum keinen Alltag bieten, denn keine Realität ist so erfüllend wie die Fantasie,” bleibt Jostmann bei seinen Wünschen für die Saison im Bild. Und dazu wartet er wieder mit Abo-Reihen voller profilierter Namen und starken Themen auf. Bei den Meisterkonzerten etwa kommen mit Volker Schmidt-Gertenbach und Anthony Hermus zwei altbekannte Dirigenten-Persönlichkeiten. Mit Florian Ludwig gesellt sich sogar der aktuelle GMD Hagens mit dazu.
Die Boulevard-Reihe bringt mit Heiner Lauterbach, Ingolf Lück oder Michael Schanze neue Berühmtheiten ins Parktheater und auch die Kabarett-Reihe strotzt mit Bruno Jonas, Konrad Beikircher, Richard Rogler und Andreas Rebers vor echten Haudegen der politischen Bissigkeit. Im Musiktheater setzt Jostmann verstärkt auf Musicals, um das jüngere Publikum anzuziehen, und auch in der Kleinkunstreihe „Mixed Pickles” soll die Erfolgsgeschichte der letzten Jahre fortgesetzt werden: „LaLeLu”, die „Springmaus” und „Malediva” kommen wieder, und mit der Kooperation zwischen „Luxuslärm” und den Philharmonikern Hagen erlebt die „Rock meets Classic”-Reihe eine neue und vielversprechende Auflage.
Besonders freut sich Jostmann aber auch in der kommenden Spielzeit auf das ernste Theater, auf mutige Reggisseure wie David Bösch, der die Sophokles-Tragödie „Antigone” bringt, oder auf Charakterköpfe wie Dominique Horwitz. „Das beflügelt mich schon jetzt.”
Das komplette Abo-Programm inklusive einiger Sonderveranstaltungen im freien Verkauf liegt unserer Samstagsausgabe bei. Der Vorverkauf für einige Veranstaltungen beginnt ebenfalls schon morgen. Informationen zu den Abos gibt es unter 217-1918.
13:03
Was bitte ist neu am tatsächlichen Kulturprogramm (ich erlaube mir die Boulevard-Nummern da auszuschließen). Man schaue sich die letzten Programmhefte an - wer mehr als zwei neue Veranstaltungen findet hat gewonnen.
12:16
Herr Jostmann ist ein echter Glücksgriff für das Iserlohner Parktheater.
Gut, er ist gegenüber seinen Mitarbeitern manchmal etwas sehr streng, aber was währe das Parktheater ohne ihn?
Jojo lebt Theater, ein Mann der 100 % gibt und dadurch so erfolgreich ist.
Wir in Iserlohn sind froh das wir ihn haben.