Verwaltung empfiehlt den Standort Seilersee

Die neue Heimat der neuen Gesamtschule? Geht es nach der Stadtverwaltung, dann beantworten Schulausschuss und Rat diese Frage bald mit „Ja“.
Die neue Heimat der neuen Gesamtschule? Geht es nach der Stadtverwaltung, dann beantworten Schulausschuss und Rat diese Frage bald mit „Ja“.
Foto: IKZ

Iserlohn..  Die Verwaltung hat sich offenbar festgelegt: In einer Beratungsdrucksache, die den Fraktionsvorsitzenden am Freitag zuging, empfiehlt das Rathaus-Finanzressort dem am Mittwoch zusammenkommenden Schulausschuss und dem am 23. Juni tagenden Rat, den Grundsatzbeschluss zu fassen, die neue Gesamtschule am Standort Seilersee zu errichten.

Der kurzen Information der Fraktionsspitzen per elektronischer Post (wir berichteten) ließ Kämmerer Friedhelm Kowalski nur einen Tag später ein sechsseitiges Papier folgen, das nun als Grundlage für die endgültige Entscheidungsfindung dienen soll und dessen Schwerpunkt auf dem wirtschaftlichen Vergleich der Alternativen Bömberg und Hemberg liegt. Keine leichte Aufgabenstellung allein schon deshalb, weil das zur Verfügung stehende Flächenangebot am Seilersee rund 5000 Quadratmeter mehr umfasst.

Erstes Angebot von Walther deutlich nachgebessert

Erstmalig werden in der Drucksache die finanziellen Rahmenbedingungen für die Errichtung der neuen Schule auf dem Campus dargestellt. Nachdem ein erstes von Dietrich Walther vorgelegtes Kaufangebot mitsamt der Errichtung einer neuen Drei-Feld-Sporthalle demzufolge bei einem Preis von 33,5 Millionen Euro endete, haben seither mehrere Gespräche und Verhandlungsrunden mit dem Eigentümer stattgefunden, um Möglichkeiten zur Kostenreduzierung auszuloten. Offenbar mit Erfolg: Durch ein ganzes Bündel von Maßnahmen ist es laut Drucksache gelungen, den Investitionswert um 5,5 Millionen auf 28 Millionen Euro zu verringern. Verzichtet werden soll demnach auf den in den Walther-Planungen bisher vorgesehenen Abriss von zwei großflächigen Dächern, die durch Glaskonstruktionen neu aufgebaut werden sollten. Einsparung: zwei Millionen Euro. Verkleinert werden sollen zudem die Flächen für die Neubauten von Mensa und Forum. Von ganz erheblicher Bedeutung für die Einsparungen ist auch das Finanzierungsmodell: Für den Umbau am Seilersee sollen dem Eigentümer per sogenannter Forfaitierung Darlehen zu Kommunalkreditkonditionen gewährt werden. Ebenfalls in die Vergleichsrechnung einbezogen wird die Vermarktung der Grundstücke am Bömberg zu Zwecken der Wohnbebauung nach dem Ende der Realschule, sollte die politische Entscheidung letztlich zu Gunsten des Seilersees fallen. Von dem zu erwartenden Erlös, der laut Bodenrichtwert bei 2,5 Millionen Euro liegen dürfte, stellt die Finanzverwaltung den Zinseffekt in ihre Kostenrechnung ein.

Für den Bömberg stehen 23 Millionen unter dem Strich

Auch für den Bömberg werden in der Drucksache erstmalig konkretere Kostensangaben vorgelegt, da die bisher für den Um- und Ausbau der Realschule genannten 16,7 Millionen vom Architektenbüro MTT Trimpop nur auf der Basis einer sogenannten „Massenstudie“ ermittelt worden waren. Samt energetischer Sanierung, Brandschutz, Verschönerung im Gebäudebestand, Verbesserung der Gebäudetechnik sowie Inklusionsmaßnahmen stehen 23,1 Millionen Euro unter dem Strich.

In der für den städtischen Etat relevanten Folgekostenberechnung ergeben sich nach Darstellung der Finanzverwaltung nun für den Standort Bömberg - gerechnet auf 30 Jahre Laufzeit - Gesamtkosten für die Errichtung und den Betrieb in Höhe von 2,06 Millionen Euro pro Jahr, die sich noch erhöhen könnten, sollten weitere Aufwendungen für Verkehrsmaßnahmen erforderlich werden. Für den Seilersee ergeben sich nach Abschluss der Verhandlungen mit Eigentümer Walther in einem Mietmodell Folgekosten von 2,12 Millionen Euro jährlich.