Das aktuelle Wetter Iserlohn 12°C
Geplanter Moscheebau

Verkehrssituation ist großes Thema

17.03.2010 | 17:21 Uhr
Verkehrssituation ist großes Thema

Iserlohn. „Ich bin sehr dankbar, dass Sie offen Ihre Fragen gestellt haben”, Abdullah Uwe Wagishauser, Bundesvorsitzender von Ahmadiyya Muslim Jamaat, freute sich über die Chancen, die sich ihm und der Gemeinde bei der Infoveranstaltung zum geplanten Moscheebau am Dienstag boten (wie berichteten).

Schließlich: „Eine Moschee zu bauen, ist so schwierig wie eine Müllverbrennungsanlage zu bauen.”

Es gab ein deutliches Polizeiaufgebot vor der Gesamtschule, wo die Veranstaltung stattfand. Es blieb aber alles friedlich. Mehr als 200 interessierte Bürger waren gekommen, man merkte schnell, dass es sehr viele Fragen gab - etwa zum Islam, zur Gemeinde, zum Moscheebau, zur Vorgehensweise der Stadt und zum Verkehrsaufkommen.

Abdullah Uwe Wagishauser ging sehr offen mit allen Fragen um und antwortete auch souverän und freundlich auf solche, die etwas provokanter gestellt wurden. „Ich weiß, dass es bei einem Moscheebau immer viele Ängste und Befürchtungen gibt.” Wiederholt stellte er klar, dass sich seine Gemeinde von „jeglicher Gewalt im Namen des Islam” distanziere. Wagishauser gab ein klares Bekenntnis für die Trennung von Staat und Religion ab, betonte die Gleichwertigkeit von Mann und Frau und hob den „großen Integrationswillen” der Mitglieder der Ahmadiyya-Gemeinde hervor. Das treffe insbesondere auf die „zweite Generation” der in Deutschland lebenden Gläubigen zu. Wagishauser räumte ein, dass der Islam in vielen Ländern missbraucht werde, wie etwa im Irak oder im Iran. „Wir haben damit zu kämpfen, dass viele Muslime ein schlechtes Beispiel geben.” Und dass Menschen mit Sprengstoff ummantelt im Namen des Islam andere mit in den Tod reißen, bezeichnete er als völlig inakzeptabel. Es sei nicht zuletzt deshalb auch ein Ziel der Ahmadiyya-Gemeinde, die Demokratiefähigkeit unter den Muslimen zu fördern. Da gebe es sicherlich Nachholbedarf.

Wagishauser stellte auf Nachfrage weiterhin klar, dass die Ahmadiyya-Gemeinden in Deutschland ihre Projekte ausschließlich aus eigenen Mitteln bestreiten würden. „Wir haben nicht irgendwo eine Ölquelle und auch keinen Scheich oder einen Gaddafi, der uns unterstützt”, so der Bundesvorsitzende.

Sultan Mohammad von der Jugendorganisation der Gemeinde betonte, welch hohen Stellenwert Bildung auch unter den örtlichen Mitgliedern habe. Viele würden studieren, teilweise sogar mehr Frauen als Männer. Seit 1984 gibt es eine Gemeinde in Iserlohn. Mittlerweile veranstaltet man interreligiöse Dialoge (unter anderem mit Sikhs und Christen), beteiligte sich an der Aktion „Iserlohn. Na sauber!”.

Wiederholt wurde die prekäre Verkehrssituation im Bereich Barendorfer Bruch angesprochen. Durch Veranstaltungen im Museumsdorf komme es, so viele Zuhörer, dort schon jetzt regelmäßig zu chaotischen Situationen. Baudezernent Olaf Pestl kündigte hier an, die Dinge überprüfen zu wollen. Man dürfe die Probleme aber nicht in einen Topf mit dem geplanten Moscheebau werfen. Wagishauser versicherte, dass die geplanten 13 Stellplätze im normalen Alltag der 70-köpfigen Gemeinde ausreichen würden. „Ich glaube, die Gemeinde hat gar keine 13 Autos.” Schließlich gebe es viele kinderreiche Familien, die würden auch zu den 70 Gemeindemitgliedern zählen. Abends würden vielleicht zehn Personen zum Gebet in die Moschee kommen, freitags vielleicht 40 bis 50.

Gegen Ende der Veranstaltung, viele Worte waren bis dahin gewechselt, wurde deutlich, dass insbesondere viele Anwohner im Bereich Barendorfer Bruch wohl bei ihrer grundsätzlich ablehnenden Haltung in Sachen Moscheebau bleiben. „Wenn die Moschee kommt, werden viele Familien aus ihren Wohnungen ausziehen”, so ein Statement.

Stefan Drees und Katja Hofbauer

Facebook
 
Kommentare
31.08.2010
18:13
Blockierter Kommentar.
von pana39 | #15

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

05.04.2010
23:14
Verkehrssituation ist großes Thema
von Dr. Malik | #14

Ich verstehe die Diskussion nicht! Das ist so naiv zu glauben, dass Muslime dort ein Terrorcamp bauen. Eine öffentliche Moschee unterstreicht den Willen zur Öffnung. Oder ist eine Hinterhofgarage besser? Traurig, aber anscheinend legt keiner Wert auf das Grundgesetz und die Religionsfreiheit, warum auch, am besten Jagd auf Muslime machen, wie nach dem 2. WK Juden. Die Verkehrssituation ist übrigens eine faule Ausrede, diese 3-4 Autos die pro tag kommen können oder am Freitag 13-15 sind kein Problem und das wissen die Kritiker!!!

20.03.2010
20:04
Verkehrssituation ist großes Thema
von The_dark_Side | #13

Ich denke Smarti meint wohl etwas anderes, wer lesen kann ist klar im Vorteil;-))

20.03.2010
18:10
Verkehrssituation ist großes Thema
von Bengi | #12

Sie denken auch mal nach? Das ist jetzt aber neu.

19.03.2010
17:53
Blockierter Kommentar.
von westfalen | #11

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

19.03.2010
10:11
Blockierter Kommentar.
von | #10

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

18.03.2010
15:29
Blockierter Kommentar.
von Friedrich Densborn | #9

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

18.03.2010
15:27
Blockierter Kommentar.
von Friedrich Densborn | #8

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

18.03.2010
14:00
Verkehrssituation ist großes Thema
von Smartdriver | #7

Stimmt, über die Verkehrsituation bei der anstehenden Rückführung habe ich noch garnicht nachgedacht...

18.03.2010
13:17
Verkehrssituation ist großes Thema
von Biomann | #6

Moschee hin, Moschee her, erschreckend ist doch wieder mal die Arroganz und Ignoranz der Stadtverwaltung, hier vertreten durch Baudezernent Pestl. Die Baarstraße ist an dieser Stelle schon zu normalen Zeiten ohne Sonderveranstaltungen vollkommen überlastet. Hier bedarf es jetzt schon dringend städtische Planungsmaßnahmen. Pestl verharmlost das alles, obwohl die Verkehrssituation eine weitere Belastung nicht verträgt.
Austragen müssen diese Dilettanz die Bürger. Mit dem voraussehbaren Verkehrskollaps konnten dann aber die städtischen Planer sicherlich nicht rechnen.
Da ist die Stadt dann fein raus und fertig damit.

Trackbacks

Die Trackback URL zu diesem Artikel ist: http://www.derwesten.de/services/trackbacks/article/2755699/create

Aktuelle Fotos und Videos
Pfinsten in Iserlohn
Bildgalerie
Fotostrecke
Aktion "Kultur gestärkt"
Bildgalerie
Fotostrecke
WortKlang Festival 2012
Bildgalerie
Fotostrecke
Aus dem Ressort
„Die Show ohne Grenzen“
Premiere
Ulrike Winkelmanns Theaterstück „Die Show ohne Grenzen“ haben sich die 40 Mitglieder des Literaturkurses am Stenner-Gymnasium für ihre Aufführung ausgesucht.
Lautes Schreien ist ausdrücklich erwünscht
Selbstbehauptung
„Eins, zwei, drei, vier . . .“ schallt es laut durch den Flur des Heilpädagogischen Zentrums der Arbeiterwohlfahrt am Löbbeckenkopf. Im angrenzenden Sportraum der Tagesstätte stehen die Vorschulkinder in Reih’ und Glied und lassen im Rhythmus ihres „Kampfgebrülls“ die Fäuste nach vorne schnellen....