Überall lauern Überraschungen

Die Glasfassade an der Ostseite des Theaters wird komplett erneuert. Der Wärme- und Sonnenschutz soll verbessert werden. Gesamtkosten inklusive behindertengerechtem Aufzug und neuem Eingangsbereich: 550 000 Euro.
Die Glasfassade an der Ostseite des Theaters wird komplett erneuert. Der Wärme- und Sonnenschutz soll verbessert werden. Gesamtkosten inklusive behindertengerechtem Aufzug und neuem Eingangsbereich: 550 000 Euro.
Foto: IKZ
Was wir bereits wissen
Die Umbauarbeiten am Iserlohner Parktheater laufen auf Hochtouren. Auch der Bau einer behindertengerechten Aufzuganlage macht Fortschritte.

Iserlohn..  Ein Umbau, also die Veränderung und Ergänzung vorhandener Bausubstanz, ist eigentlich immer eine spannende Sache und hält für Planer und ausführende Firmen immer Überraschungen bereit. Und beim Parktheater ist das alles noch viel spannender. Wenn man dort irgendwo eine Wand öffnet oder in die Tiefe geht, wird schnell deutlich, dass das Theater in den 60-er Jahren des vergangenen Jahrhunderts nicht als kompletter Neubau errichtet wurde, sondern an vielen Stellen auf der historischen Bausubstanz des früheren IBSV-Areals aufbaut. Diese Erkenntnis machten auch die Verantwortlichen – darunter KIM-Teamleiter Hermann Noll und KIM-Architektin Joanna Kurzaj – die für den derzeitigen Umbau zuständig sind, in dessen Mittelpunkt der Einbau einer behindertengerechten Aufzuganlage steht.

Hier gibt es Überreste eines früheren Speisenaufzuges, dort alte Bruchsteinmauern und an anderer Stelle gewachsenen Fels, der buchstäblich im Wege steht. Oder das Herren-WC: Dessen Bodenplatte wurde seinerzeit auf Bauschutt aufgebracht, ist also nicht tragfähig, um darunter Fläche für einen Aufzugs-Zugang zu schaffen. Dort, wo sich kürzlich die Schützenfestbesucher noch die Hände gewaschen haben, klafft nun ein tiefes Loch. Ein Bagger ist mitten im Gebäude mit Meißel im Einsatz, ein großer Lüfter sorgt dafür, dass sich Abgase nicht konzentrieren können.

Auch das Studio ist bald barrierefrei erreichbar

Bei der gestrigen Baustellenbesichtigung mit Bürgermeister und Kulturdezernent Dr. Peter Paul Ahrens und Theaterdirektor Johannes Josef Jostmann wird aber deutlich, dass inzwischen Licht am Ende des Tunnels zu sehen ist. Die Aufzugsanlage bedient künftig vier Ebenen. Erste Ebene ist der ostseitige Eingang mit Kasse. Danach ist ein Stopp auf einer Halbetage möglich. So ist dann auch das Parktheaterstudio barrierefrei erreichbar. Dazu musste aber das vorgelagerte Podest erhöht werden, was auch den Neubau der Treppen zum Theater-Eingang hin erforderlich machte. Nächste Ebene ist dann das Foyer samt Galerie. Die letzte Ebene, die der Aufzug künftig ansteuern wird, sind der Balkonzugang und der Eingang zum Löbbecke-Saal. Der Aufzug ermöglicht auch den Transport von Requisiten.

Raster der Glasfassadewird etwas kleiner

Soweit die Baustelle „Aufzug“. Hochbetrieb herrscht derzeit auch an der markanten ostseitigen Glasfassade. Die wird inklusive der tragenden Elemente komplett erneuert. Die neue Verglasung soll nicht nur besser die Wärme wintertags im Gebäude halten, sondern durch eine Sonnenschutzkomponente auch dafür sorgen, dass Galerie und Löbbecke-Saal im Sommer nicht zu stark aufheizen. Da die neue Verglasung deutlich schwerer ist, musste ein etwas kleineres Raster gewählt werden. Schon so sind die bis zu 400 Kilogramm schweren Glas-Elemente nur durch ein spezielles Sauggeschirr an Ort und Stelle zu bringen. Hermann Noll und Joanna Kurzaj versprechen aber, dass sich an der Grundoptik der Glasfassade nicht allzu viel ändern wird.

Vordach wird künftigkleiner ausfallen

Verändert wird auch der Eingangsbereich am Fuß der Glasfassade. Das große Vordach wurde entfernt, es wird durch zwei kleinere Vordächer ersetzt. Neue Aluminium-Türen werden eingebaut, teilweise sind sie mit Motorantrieb ausgerüstet. Eine kleine Lounge soll entstehen, die Theaterkasse wird dann mittig als offener Tresen angesiedelt, vorbei sind also die Zeiten der Optik eines Bahnkartenschalters.

Am 12. Mai, einen Tag nach dem Finale der vergangenen Theatersaison, haben die Bauarbeiten begonnen. Am 20. August, wenn das Gastspiel von Volker Pispers ansteht, wird das Parktheater grundsätzlich wieder funktionstüchtig sein, inklusive der Galerie. Der Osteingang mit Kasse und der Aufzug stehen dann aber noch nicht zur Verfügung. Hier wird noch bis vermutlich Mitte September gearbeitet werden. Es hat eben einige Überraschungen gegeben . . .