„Traumschiff“-Promis und „Miss Wurst 2015“

Beim Karneval in Hennen bestimmten fantasievolle Verkleidungen das Bild auch vor der närrischen Bühne im Festzelt.
Beim Karneval in Hennen bestimmten fantasievolle Verkleidungen das Bild auch vor der närrischen Bühne im Festzelt.
Foto: Dana Schmies
Was wir bereits wissen
Rund 1300 Jecken aus der Region feierten mit der Hennener Kolpingsfamilie im Festzelt auf und vor der närrischen Bühne.

Hennen..  Affen, Ärzte, Cowboys, Piraten und Matrosen, Nonnen, Supermänner, Vampire, Wikinger und Rothäute – rund 1300 Jecken im Hennener Karneval zeigten sich mit ihren Kostümierungen und Schminkkünsten zu den Prunksitzungen am Wochenende wahrlich fantasievoll. Nicht nur die abgedrehten Outfits sorgten für große Gaudi im Hennener Festzelt. Sondern auch das mehrstündige bunte und kurzweilige Programm, das die Kolpingsfamilie Hennen – allen voran das Prinzenpaar Michael II. und Claudia I. Glowalla mit 132 Mitwirkenden – auf die Beine gestellt hatte. Dafür gab’s reichlich Lob – auch von Bürgermeister Dr. Peter Paul Ahrens, der mit Gattin Gabriele als Hippie verkleidet mit Karneval-Begeisterten aus der gesamten Region mitfeierte.

Zum Auftakt der beiden Karnevalsprunksitzungen gab es bei der Parade der Jugend im voll besetzten Festzelt reichlich „Kamelle für lau“. Und dann legte das Jugendtanzkorps „Blau-Weiß Hennen“ mit schwungvollen Darbietungen los. Ihr Einstand auf der närrischen Bühne war ein Volltreffer. Die ökumenische Allianz aus Pastorin Christine Grans und Pastor Heinz Vollmer ist traditioneller Bestandteil der Prunksitzungen: Ihr Austausch über Neuigkeiten hinterm Bretterzaun, moderne Kommunikationstechniken und Kindererziehung ging allerdings weitgehend in allgemeinen Partygesprächen unter. Ähnlich verhielt es sich mit Daniela Elsners Krankengeschichten aus der Abteilung „Der Nächste bitte“.

Fußballbegeisterte „Golden Girls“ und Elferrat

Die „Golden Girls“ räumten mit den WM-Hits richtig ab und ließen auch im Publikum die Erinnerungen an die Fußballweltmeisterschaft wieder hochkommen. Gemeinsam wurden die Lieder wie Andreas Bouranis „Auf uns“ angestimmt. Dazu schwangen der Elferrat und die Tollitäten schwarz-rot-goldene Banner.

Als dann Katrin Matthes als „Maggot anne Theke“ mit ihren Zoten aus der eindeutig-zweideutigen Abteilung wie „Ich hab ne heiße Theke“ los legte, gab es immer wieder begeisterte Zwischenrufe und reichlich Beifall. Da Iserlohn schon einen Mister Germany zu bieten hat, ließ sie sich als „Miss Wurst 2015“ feiern. Weiterer Höhepunkt war die aufwändige „Traumschiff“-Nummer der „Pränatal“-Jungkolpingtruppe mit herrlichen Promifiguren von Costa Cordalis, Conchita Wurst, Leonardo di Caprio bis zu David Garret. Und das bekannte Traumschiff-Serien-Personal vom Schiffsarzt bis zum Kapitän fehlte auch nicht. Die „Flotten Bienen“ überzeugten mit ihrem temperamentvollen Schlager-Potpourri und Melodien von „Man müsste noch mal 20 sein“ bis „Mit 66 Jahren“. Ihre Begeisterung für Amerika zeigten die „Hennener Liebesperlen“ in ihrem US-Medley, angefangen mit dem Evergreen „Ich war noch niemals in New York“ bis zu „Surfin’ USA“. Mit Rock’n’Rollnummern rockten sie das Festzelt und gefielen in wechselnden Kostümierungen und Ausstattungen.

Eine starke Parade in perfekter Choreografie bot das Tanzkorps „Blau-Weiß Hennen“ in bewährter Weise, wobei das Tanzpaar Stefanie Lipps und Sebastian Brand mit ihren besonders kunstvollen Hebefiguren herausstachen. Im „Mariechentanz“ liefen beide als Tanzmariechen und Tanzoffizier erneut zur Höchstform auf. Der Hausorden 2015 ging an Sandra Rothenberg (Laufpage).

Abgesang der Baarbachsänger auf die Iserlohner Brauerei

Die „Baarbachsänger“ besangen den großen Bierdurst der Männer und bedienten sich dabei bekannter Hits von Herbert Grönemeyer bis Helene Fischer. Die Sangesbrüder Wolfgang Sickelmann, Joachim Schick, Frank Ständecke und ihre Begleiter Manfred Minzberg (Akkordeon) sowie Sebastian Porstendorfer (Gitarre) wollten sich mit dem Aus der Brauerei Iserlohn noch nicht abfinden, wie sie mit umgetexteten Schlagern unter Beweis stellten: „Wir brauchen Iserlohner Pils, sonst verdursten wir“, war einer ihrer Refrains. „Die Baarbachsänger“ zeigten ihre „Iserlohner“-Restposten, und der Elferrat schwenkte „Iserlohner“-Werbetafeln. „Zu spät!“ kommentierte ein „Graf Dracula“ im Publikum diese musikalischen Solidaritätsbekundungen. In verrückten Rotkäppchen- und Wolf-Verkleidungen tanzten und sangen die „Hellemäuschen“ Andreas Gabaliers Hit „I steh auf di“, was auch die Narren zum Mittanzen animierte. Bis in die frühen Morgenstunden des Samstags und Sonntags feierten die Jecken zu fetziger Partymusik von Jens Dreesmann und seiner Band.