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Obduktionsergebnis liegt vor

Todesursache: Schwerstbehinderter Junge starb an Krankheit

24.06.2008 | 14:30 Uhr

Iserlohn. „Aus medizinischer Sicht war die Lebenserwartung nicht groß”, erklärte Staatsanwalt Bernd Maas am Dienstag auf Anfrage unserer Zeitung. Nach dem vorläufigen Ergebnis der Obduktion der Leiche des am Sonntag verstorbenen sechseinhalbjährigen Kindes sei Fremdverschulden auszuschließen.

Nach bisherigen Erkenntnissen des Staatsanwaltes ist der schwerstbehinderte Junge an seiner Krankheit verstorben: spinaler Muskelatrophie, einer Muskelschwäche, die zum Tod durch Versagen der Atemmuskulatur führte. Es werden aber noch weitere Untersuchungen des Gewebes erfolgen. „Die Krankheit war seit seinem 18. Lebensmonat bekannt. Der Todeszeitpunkt erstaunt keinen Mediziner”, führte der ermittelnde Staatsanwalt aus. Der Leichnam wurde bereits für die Bestattung freigegeben.

Der Notarzt aus Schwerte hatte am Sonntagabend bei Auffinden des Kindes die weiteren Untersuchungen veranlasst, weil das Kind hauchdünn und verdreckt aussah, so Maas. Diesen äußeren Eindruck führte Maas nach Rücksprache mit Medizinern auf die feste Magensonde bei dem Kind zurück.

Noch am Abend machten sich die Notdienste des Ordnungsamtes und Jugendamtes in der Wohnung ein Bild von der Situation. Erste Hinweise auf Vernachlässigung hätten sich keineswegs bestätigt, erklärten Bürgermeister Klaus Müller und Ressortleiter Friedhelm Kowalksi bei einer Pressekonferenz am Dienstag. Für eine Familie mit fünf minderjährigen Kindern sei sie im „grünen Bereich” gewesen. Bürgermeister Müller sagte: „Wer selber Kinder hat, weiß, wie es bei Kindern ist, denen man nicht sofort hinterherräumt.” Die Mutter sei voll mit der Pflege ihres todkranken Kindes beschäftigt gewesen. Dabei hätten sie die beiden größeren Geschwisterkinder liebevoll unterstützt.

Die Vertreter der Stadt kündigten Hilfestellung für die alleinerziehende Mutter und ihre vier Kinder an. Es sei eine starke Leistung gewesen, dass die Frau über diesen langen Zeitraum das schwerstbehinderte Kind gepflegt habe und auch darüber hinaus bei ihren anderen Kindern alle Termine in der Schule wahrgenommen habe. Die Geschwisterkinder seien normal entwickelt, hieß es.

Aufgefallen war die schwierige Lage der Familie dadurch, dass der Junge nicht für die Schule angemeldet wurde. Ressortleiter Friedhelm Kowalski verwies auf das Frühwarnsystem, bei dem alljährlich etwa 100 schulpflichtige Kinder herausgefiltert werden, die von ihren Familien nicht zur Einschulung angemeldet werden. Dann fasse das Schulverwaltungsamt nach. Das Sozialraumteam habe sofort Hilfe angeboten, aber die Mutter habe diese abgelehnt. Im vorliegenden Fall habe sich aufgrund der Krankheit des Kindes gezeigt, dass es nicht schulfähig war. Auch das Kreisgesundheitsamt hatte keine Hinweise auf Vernachlässigung gefunden.

Günter Meyer, Leiter des Sozialraumteams Nordost, erklärte, die Mutter habe jetzt um Hilfe gebeten. Er wolle abklären, was möglich ist. Man müsse jetzt auch schauen, inwieweit die Kinder belastet seien, und ihnen Unterstützung bei der Trauerarbeit geben.

Cornelia Merkel

Kommentare
25.06.2008
20:29
Todesursache: Schwerstbehinderter Junge starb an Krankheit
von nothern | #15

Liebe S.
Ich weiss das diese Zeit schwer ist für dich und die Kinder.All das was Ihr jetzt zu dem Tot noch ertragen müst ist unerträglich,ich sage...
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http://www.derwesten.de/staedte/iserlohn/todesursache-schwerstbehinderter-junge-starb-an-krankheit-id925383.html
2008-06-24 14:30
Iserlohn