Toccaten aus allen Zeiten und Stilen

Beim Feuerwerk der Orgelpfeifen in der Oberste Stadtkirche zählt nicht nur der Klang der Schuke-Orgel, sondern auch die besondere Stimmung in dem von Kerzen erleuchteten Kirchenraum. An Silvester hat Pfarrerin Rahel Schöttler die Meditation gehalten.
Beim Feuerwerk der Orgelpfeifen in der Oberste Stadtkirche zählt nicht nur der Klang der Schuke-Orgel, sondern auch die besondere Stimmung in dem von Kerzen erleuchteten Kirchenraum. An Silvester hat Pfarrerin Rahel Schöttler die Meditation gehalten.
Foto: Michael May IKZ
Was wir bereits wissen
Feuerwerk der Orgelpfeifen zog erneut großes Publikum in die Oberste Stadtkirche

Iserlohn..  Die wohl berühmteste Toccata überhaupt – die in d-Moll von Bach – hat Hanns-Peter Springer nur ganz kurz angespielt, quasi als kleine Erinnerung daran, woran jeder als erstes denkt und was vor dem inneren Ohr erklingt, wenn man das Wort Toccata hört. Ansonsten fand dieses Werk aber keinen Platz im traditionellen „Feuerwerk der Orgelpfeifen“, zu dem das Kantoren Ehepaar der Versöhnungs-Kirchengemeinde alljährlich am späten Silvesterabend in die Obersten Stadtkirche einlädt. Und das, obwohl er das Konzert unter den Titel „Toccata“ gestellt hatte. Die Toccata – das erklärte Ute Springer zu Beginn des Konzertes – sei eben eine Gattung, die man im Grunde zwar nur von der Orgel kenne, die aber weitaus mehr zu bieten habe, als die aus der Toccata d-Moll bekannte Klangwucht. Sie kann auch lieblich und verspielt sein, hoch emotionale Züge haben, und natürlich immer die Möglichkeiten der Orgel in Klang, Virtuosität und Harmonik voll ausschöpfen.

All das führte Kirchenmusikdirektor Springer vor dem großen Publikum in der Obersten Stadtkirche bei seiner Zusammen von Toccaten aus verschiedenen Epochen und Stilen vor. Kaum ein Orgelkonzert in Iserlohn erfreut sich seit Jahren derartiger Beliebtheit wie das „Feuerwerk der Orgelpfeifen“, das zum Jahresabschluss nicht nur festliche Hochstimmung verbreitet, sondern bei Kerzenschein in der verdunkelten Kirche auch Gelegenheit gibt, vor dem richtigen Feuerwerk Ruhe zu finden und den Gedanken über das abgelaufene Jahr nachzuhängen.

Charles Marie Widorkrönte das Programm

Auch am Mittwoch war die Kirche wieder bis in die letzte Reihe und bis ins Seitenschiff und auf den Balkon gefüllt, und die vielen Zuhörer bekamen bei der Vielzahl an Toccaten vom Barock (Dietrich Buxtehude) und Romantik (Joseph Callaerts) bis in unsere Zeit (Jens Klimek, Matthias Nagel und Pietro Allesandro Yon) eine Menge Neues und Unerwartetes zu hören. Ergänzt wurde das Programm durch einige weihnachtliche Choralbearbeitungen und Meditationen und Gebeten von Pfarrerin Rahel Schöttler. Gekrönt wurde es von Charles Marie Widors beliebter Toccata in F. Und die bach’sche Klangwucht durfte natürlich auch nicht fehlen – auch wenn Hanns-Peter Springer die wohl berühmteste Toccata überhaupt außen vor ließ und statt dessen die „Dorische“ Toccata ausgewählt hatte.