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Tierfotograf auf der Suche nach dem Wolf

31.10.2011 | 16:16 Uhr
Tierfotograf auf der Suche nach dem Wolf
Das Foto "White Wolf" gehört zu den bekannten Arbeiten des Fotografen Jim Brandenburg. Copyright Jim Brandenburg

Iserlohn.Auf ein weiteres Ausstellungs-Highlight in der Städtischen Galerie dürfen sich die Iserlohner freuen: Am 18. November wird in den Räumen am Theodor-Heuss-Ring 24 die weltweit erste Retrospektive des amerikanischen Tier- und Landschaftsfotografen Jim Brandenburg eröffnet.

Zu sehen sein werden rund 100 Bilder von höchster ästhetischer Qualität, die unter teilweise schwierigsten Bedingungen zustande gekommen sind. So reiste Jim Brandenburg für seine fotografische Dokumentation über den weißen Wolf nach Ellesmere Island, einem nahezu unberührten Ökosystem der hohen Arktis. Hier konnte er sich einen lang ersehnten Traum erfüllen, der ihn schon seit seit seiner Kindheit begleitete, einem Rudel Wölfe mit der Kamera ganz nahe kommen, da die Wölfe in dieser Region nicht die für ihre Art so typische Angst vor Menschen zeigten. Bereits seit zwei Jahrzehnten hatte Brandenburg versucht, Wölfe in ihrer natürlichen Umgebung zu fotografieren, doch noch nie war er ihnen so nahe gekommen. Entstanden sind bei der dieser Exkursion bei teilweise arktischen Bedingungen Bilder, die es in dieser Art noch nie zuvor gegeben hat. Das Foto des Rudelführers oder Alpha-Wolfes „Buster“, der von einem Eisthron sein Revier überwacht und dabei in einem Lichtkegel sitzt, ist zu einer der Ikonen der Tier-Fotografie geworden. Jim Brandenburg selbst bezeichnete es damals als sein bestes Bild.

Aber nicht nur deshalb ist Jim Brandenburgs Ruf als Naturfotograf ist ein ganz Besonderer: Er gilt als einer jener Fotografen, die das Genre maßgeblich mitbestimmt und geprägt haben. Was Ende der sechziger Jahre begann – damals arbeitete der in Minnesota geborene Brandenburg für eine lokale Tageszeitung – ist heute ein Lebenswerk geworden. Bald machte sich Brandenburg einen Namen, fotografierte insgesamt 23 Reportagen für „National Geographic“, von denen 18 als Bücher erschienen sind. Viele Filme wurden über Brandenburgs Arbeit gedreht. Im vergangenen Jahr wurden gleich vier Fotografien Brandenburgs von der „International League of Conservation Photographers“ in die Top 40-Liste der wichtigsten naturfotografischen Arbeiten der Fotogeschichte gewählt.

Die Ausstellung „A Pristine Vision“, die zuvor in Schleswig gezeigt wurde. zeigt Arbeiten aus allen Schaffensperioden, darunter auch Großformate: Wolfsbilder, Aufnahmen aus Minnesota und anderen Regionen der USA, vergessene Seen und Wälder in Europa, Afrika und Asien.

Ulrich Steden

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