Strom und Wärme direkt aus dem Stall
26.05.2010 | 18:49 Uhr 2010-05-26T18:49:00+0200
Rheinermark. Welch hohen Stellenwert moderne Technik in einem landwirtschaftlichen Betrieb hat, darüber konnten sich Vertreter der Ratsfraktionen gestern auf dem Hof Bedehäsing in Rheinermark überzeugen. Vater Ludwig und Sohn Lutz Bedehäsing stellten hier ihre Biogasanlage vor, in der Mist und Gülle sowie bei Bedarf nachwachsende Rohstoffe wie Mais und Zwischenfrüchte sinnvoll verwertet und in Strom und Wärme verwandelt werden.
Nach rund einem halben Jahr Bauzeit konnte die imposante Anlage (Kosten rund 900 000 Euro) mit einem Fermenter, einem Gärrestlager und dem Blockheizkraftwerk ihren Betrieb aufnehmen und versorgt nun den Hof sowie das benachbarte Sägewerk Bulter mit Wärme. Der vom Kraftwerk erzeugte Strom wird ins öffentliche Netz eingespeist mit einer Abnahmegarantie für die kommenden 20 Jahre. Dann auch, so der 30-jährige Landwirt, habe sich die Anlage amortisiert.
Bedehäsing nutzte die Gelegenheit, um den Fraktionsvertretern den genauen Arbeitsablauf der Anlage zu erklären. Rund 450 Kilogramm Mist und Gülle gelangen stündlich über einen Container in den Fermenter, wo das Material von Bakterien vergoren wird und Methangas entsteht. Dieses Gas wird dann im Blockheizkraftwerk in Strom und Wärme verwandelt. „Das Sägewerk benutzt die Abwärme zum Trocknen des Holzes. Dafür hatte die Firma bisher rund 80 000 Liter Heizöl im Jahr verbraucht“, erklärt Lutz Bedehäsing den ökonomischen und ökologischen Vorteil der Anlage, die pro Tag 5500 Kilowattstunden Strom erzeugt. „Diese Biogasanlage ist eine Technik, die sich lohnt“, machte Lutz Bedehäsing bei der Besichtigung deutlich, dass diese Investition auch für die Zukunft des Hofes von großer Bedeutung ist.
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