"St. Niklas" vereinte Stars zur großen Familie
22.12.2008 | 17:15 Uhr 2008-12-22T17:15:00+0100
Iserlohn. Das Phänomen „St. Niklas war ein Seemann” ist schwer zu erklären. Nicht nur das Parktheater-Publikum war am vergangenen Freitag und Samstag vom Show-Marathon mehr als begeistert und sprachlos - auch hinter der Bühne spielten sich filmreife Szenen ab.
Keine Proben, nur ein kurzer Soundcheck und dann ein sechseinhalbstündiges Programm aus Musik, Talk und einer Menge Späßen - das ist „St. Niklas war ein Seemann”. Was da über die Parktheater-Bühne ging, ist für alle Seiten unerklärlich. „Dass die Zuschauer tatsächlich von Anfang bis Ende auf ihren Plätzen sitzen bleiben - Wahnsinn”, machte Mel Jersey seiner Überraschung am Freitag um 1.15 Uhr kurz vor dem großen Finale Luft. Dann traten noch einmal alle Beteiligten vor die 800 jubelnden Gäste und was die sahen, war eben keine Show: Die Musiker, Schauspieler, Sänger und Hafenkneipenwirt Thomas Reunert verstanden sich tatsächlich so prächtig, wie es dem Außenstehenden erschien.
Da gab es keine Starallüren oder divenhaftes Gehabe, sondern eine familiäre Atmosphäre. Wenn ein Carlos Fassanelli sich den Bühnentechnikern per Handschlag vorstellt, wenn Bandleader Achim Kück ganz entspannt im Backstagebereich neben den Herren der „Romantik Sailors” seine Gulaschsuppe löffelt und Judith im Aufenthaltsraum der Theater-Besatzung mit einer Bekannten raucht, ist das alltäglich. Und auch ein Wirbelwind wie die 14-jährige Vanessa Krasniqi, die sich spontan dazu entschied, ihren „Supertalent”-Weggefährten Carlos Fassanelli live auf der Bühne zu überraschen, konnte da keinen aus der Ruhe bringen. Am ganzen Körper zitterte die Schülerin - aber nur, weil sie sich so sehr auf „ihren” Carlos freute. Ein kurzer Blick in den ausverkauften Saal - Vanessa strahlte und drückte die Hände ihrer Mutter. Nach dem Auftritt gab es kein Halten mehr: Immer wieder fielen sich die „Supertalente” in die Arme. Fassanelli, immer mit Ehemann Harald im Schlepptau unterwegs, zeigte sich wie seine Kollegin auch als äußerst unkompliziert und bescheiden. Richtig wild wurde es in der Garderobe des Bayreuthers, als sich am Samstag auch noch Guiseppe Ruisi, der in der RTL-Show mit Michael-Jackson-Liedern punktete, dazu gesellte.
Durch die verschlossene Tür waren Lachen, Gesangsfetzen und Gejauchze zu hören. Ruisi ließ es sich nicht nehmen, auch spontan „Man in the mirror” zum Besten zu geben, bevor er sich zum nächsten Auftritt nach Darmstadt auf den Weg machte.
Mel war so angetan von den Entertainer-Qualitäten Thomas Reunerts, dass er ihn gleich für eine gemeinsame Tour „verhaften” wollte. „Der ist besser als Thomas Gottschalk”, lobte der Sänger. Als Vertreter der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger ging Jörg Bünting an Bord der „MS Iserlohn”. Er erklärte im Nachhinein: „Ich habe ja sonst selten mit solchen Leuten wie Achim Wolff oder Peter Petrell zu tun, aber die sind alle unglaublich nett.” Peter Petrell hatte am Samstag eigentlich schon seinen Besuch bei der „After-Show-Party” im Domizil der „Romantik Sailors” zugesagt, als ihm einfiel, dass er am Sonntagmorgen um 7 Uhr in den Urlaub fahren „musste”. Dafür statteten Carlos und Harald Fassanelli den Shantysängern noch einen Besuch ab. Nach wenigen Minuten sahen die beiden sich untergehakt von Bodo Scheuchs Truppenteilen zu „Auf der Reeperbahn nachts um halb eins” schunkeln. Im Gegenzug intonierte der sympathische Argentinier „Feliz navidad” a cappella. Und lernte, dass Schmalzbrote eigentlich „sehr gut” schmecken, obwohl Schmalz drauf ist.
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