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"LaLeLu" im Parktheater

Spitze: Hegel zum Mitgrölen

07.03.2010 | 18:31 Uhr
Spitze: Hegel zum Mitgrölen

Iserlohn. „LaLeLu” heißt die A-Capella-Comedy-Truppe aus Hamburg, die am Freitagabend bei ihrem ersten Iserlohner Gastspiel gleich auf Anhieb ein volles Parktheater zum Toben gebracht hat.

Und das zu Recht, denn „LaLeLu”, die bereits seit 20 Jahren ziemlich erfolgreich in Deutschland unterwegs sind, können weitaus mehr als nur erstklassig singen. Dass sie singen können, kann man von einer solchen Profi-Truppe, die die Theater füllt schließlich auch erwarten. Und diese Erwartung erfüllend präsentierten Tobias Hanf (Bass), Sanna Nyman (Sopran), Jan Melzer (Bariton) und Sören Sieg (Tenor) in ihrem aktuellen Programm „Grundlos eitel” perfekten Quartettgesang - teils als Band-Imitation mit gesungenem Kontrabass und Mouthdrum, teils im klassischen Chorsatz, aber immer höchst originell mit erfrischenden Arrangements und eigenen Kompositionen. Nein, der ganz große Vorteil von „LaLeLu” ist, dass sie wirklich richtig lustig sind. In ihren Song-Adaptionen und eigenen Liedern jedenfalls. Die Comedy-Einlagen von Frontmann Sören Sieg sind größtenteils eher so lala. Streckenweise beschränkt er sich darauf, einfach lustige Prominente zu erwähnen und damit billige Lacher abzusahnen - heutzutage reicht es ja schon, „Jopie Heesters" zu sagen, und ein ganzes Theater brüllt vor Lachen. Sonderlich geistreich und originell ist das freilich nicht.

Ebenso wenig, wie den Scherz „Provinz ist da, wo die Lehrer zu den Intellektuellen zählen” abzufeuern. Der Spruch an sich ist zwar spitzenmäßig, blöd ist nur, dass Andreas Rebers genau diesen Witz bereits am Abend des 15. Februar 2008 im Parktheater zum Besten gab. Dass sich die Heerscharen an Comedians, die sich derzeit auf den Bühnen und im Fernsehen tummeln, all ihre unzähligen Gags nicht selbst ausdenken, war ja schon länger zu ahnen. Wenn man dann aber einen sieht, der sich in einem ausverkauften Theater mit fremden Federn schmückt (wir wollen schließlich einen vielfach preisgekrönten und renommierten Kabarettisten wie Andreas Rebers nicht der Abguckerei verdächtigen), ist man dann aber doch ziemlich unangenehm berührt. Das hat ja auch etwas mit Respekt vor dem Publikum zu tun, und als gut zahlender Gast lässt man sich nur ungern für doof verkaufen. Sören Sieg sollte wissen, dass das Publikum nicht doof ist, und dass es aufmerksame Theaterbesucher gibt, die so etwas merken und einfach nur peinlich finden.

Für die dargebrachten Lieder gilt das alles aber nicht. Da liefen „LaLeLu” ebenfalls angeführt von Arrangeur, Komponist und Mastermind Sören Sieg zu Weltklasse-Form auf. Die philosophische Begriffs-Definition aus Georg Wilhelm Friedrich Hegels „Phänomenologie des Geistes” als Ballermann-Schlager zum Mitgrölen anzubieten, ist beispielsweise eine Spitzenidee und mehr als originell und geistreich. Von so etwas kann man kaum genug bekommen, und dementsprechend lautstark fiel auch der Jubel im Parktheater aus.

Ralf Tiemann

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