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Neujahrskonzert

Spielzeit-Motto passt wie die Faust aufs Auge

11.01.2008 | 16:58 Uhr
Spielzeit-Motto passt wie die Faust aufs Auge

Der Altersdurchschnitt lag garantiert jenseits der 50. Und doch hat es Johannes-Josef Jostmann, Leiter des Iserlohner Kulturbüros, am Donnerstagabend geschafft, das voll besetzte Parktheater in ein Haus voller Spielkinder zu verwandlen.

Zum Saison-Motto „Spiel” passte das natürlich ganz vorzüglich.

Wie in jedem Jahr war auch jetzt das Neujahrskonzert mehr als ein übliches Klassikkonzert. Schon das wunderbare Bühnenbild versetzte das Publikum in eine ganz besonders festliche Stimmung. Und als am Ende beim schon traditionellen Radetzky-Marsch der Luftschlangen-Vorhang fiel, und hunderte Luftballons vom Balkon regneten, wurden sowohl die Künstler auf der Bühne als auch das Publikum von einer ausgelassene Party-Stimmung erfasst: auf der Bühne wurde mit Sekt angestoßen und im Publikum weckten die bunten Luftballons bei wirklich jedem Gast den kindlichen Spieltrieb. Auch Dirigent Leslaw Salacki missbrauchte seinen Dirigentenstab und ließ ein paar Ballons platzen.

Neujahrskonzert im Parktheater. Foto: Michael May/IKZ

Gleichzeitig sorgte Salacki mit seinem Dirigentenstab aber auch noch für eine ganz andere Begeisterung: Mehrere Zugaben musste er mit all den Mitwirkenden des Musiktheaters Lodz, das mit kleinem Orchester, Chor, Ballett und fünfköpfigem Solisten-Ensemble angereist war, geben und wurde mit Bravo-Rufen bedacht und am Ende mit stehenden Ovationen verabschiedet. Tatsächlich erwies sich das Musiktheater Lodz für diesen Anlass als sehr glückliche Wahl. Mit ihrem Programm „An der schönen blauen Donau”, das zum überwiegenden Teil aus Arien und Walzern aus Feder von Johann Strauss und anderen Operetten-Komponisten bestand, bot es nicht nur einen wundervollen Melodien-Reigen, wie ihn das Publikum bei einem Neujahrskonzert verlangt, sondern vestand es auch über die Musik hinaus für einen überaus stimmungsvollen und beschwingten Abend zu sorgten. Neben dem Ballett waren hierfür vor allem die fünf Gesangs-Solisten verantwortlich, wobei in schauspielerischer und komödiantischer Hinsicht die Sopranistin Anna Dzionek als sturzbetrunkene und gibbelnde Fürstin und der Bariton Andrzej Orechwo als summende Fliege aus „Orpheus in der Unterwelt” die größten Blickfange waren und für reichlich Lacher sorgten.

Auch bei der lockeren Bühnen-Party mit dem Kulturbüro-Team bei den Zugaben machten die Künstler gerne mit. Der große Jubel am Ende zeigte, dass das Ensemble ganz nach dem Geschmack des Publikums war.

Ralf Tiemann

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