Speed-Dealer geht für mehr als drei Jahre ins Gefängnis

Die 6. große Strafkammer des  Hagener Landgerichtes verurteilte einen 28-jährigen Iserlohner Dealer zu einer Haftstrafe von drei Jahren und drei Monaten.
Die 6. große Strafkammer des Hagener Landgerichtes verurteilte einen 28-jährigen Iserlohner Dealer zu einer Haftstrafe von drei Jahren und drei Monaten.
Foto: WP Michael Kleinrensing
Was wir bereits wissen
In seiner Bewährungszeit bestellte ein Iserlohner Drogen in Holland und verkaufte sie weiter. Das Amphetamin-Öl reichte für Tausende Konsumeinheiten.

Iserlohn/Hagen.. Für drei Jahre und drei Monate muss ein 28-jähriger Iserlohner ins Gefängnis. Dazu verurteilte die 6. große Strafkammer des Hagener Landgerichtes den umfangreich und einschlägig vorbestraften Angeklagten wegen Anstiftung zur Einfuhr von großen Mengen Drogen. In drei Fällen hatte er von Ende 2013 bis Mai 2014 in den Niederlanden jeweils einen Liter Amphetaminöl bestellt, das er in Oberhausen in Empfang genommen hatte.

Aus diesem Drogenrohstoff haben dann seine Abnehmer und in einem Fall auch er selbst unter Einsatz von Schwefelsäure und Koffeinpulver „Speed“ (Amphetaminpulvergemisch) gergestellt und weiterverkauft. Das reichte für hunderte oder tausende von Konsumeinheiten, errechnete Richter Dr. Christian Voigt. „Damit sind tausende von Euro verdient worden.“ Er hielt dem Angeklagten allerdings zugute, dass er aus den Taten keinen Gewinn gezogen hatte, sondern vielmehr aufgrund des Drucks seines Lieferanten gehandelt hatte und um einem verschuldeten Bekannten zu helfen.

„Mann mit zwei Gesichtern“

Er gab zu, ein Kilo Amphetaminpulvergemisch an Bekannte verkauft zu haben. Bei einer Durchsuchung in einer von ihm gemieteten Lagerhalle war im Mai 2014 ein weiteres Kilogramm Amphetaminpulvergemisch beschlagnahmt worden.

Dr. Voigt kreidete dem Angeklagten an, dass er sich durch die letzte Verurteilung vor dem Landgericht Kleve wegen Drogenhandels und eine Untersuchungshaft nicht hatte abschrecken lassen, weitere Drogengeschäfte zu organisieren. „Das letzte Urteil war die dunkelrote Karte, ein allerletzter Warnschuss.“ Die damals zur Bewährung ausgesetzte Freiheitsstrafe von 15 Monaten kommen jetzt noch obendrauf.

Dr. Voigt skizzierte den Angeklagten als „Mann mit zwei Gesichtern“: Einerseits ist er jemand, der ein sozial geordnetes Leben mit Ehefrau und Kind führt und sich mit einem Partner einen Garten- und Landschafsbaubetrieb aufgebaut hat und das Leben seiner Familie damit finanziert. Andererseits habe er seit seiner Jugend mit Drogen gehandelt.

Die Staatsanwältin hatte eine Haftstrafe von drei Jahren und neun Monaten gefordert; auch mit Blick auf die großen Mengen Drogen im Umlauf und sein professionelles, schweres kriminelles Vorgehen bei Einkauf und Weiterverarbeitung des Amphetaminöls.

Bis Haftantritt frei

Verteidiger Andreas Trode plädierte auf eine Freiheitsstrafe von zwei Jahren und neun Monaten: „Das würde ihm ermöglichen, das fortzuführen, was er sich aufgebaut hat.“ „Wenn ich könnte, würde ich das Rad zurückdrehen. Ich wusste nicht, wie hart die Droge ist. Ich hatte vorher nie damit zu tun“, sagte der Angeklagte in seinem Schlusswort.

Der 28-jährige Iserlohner konnte das Gericht bis zum Haftantritt als freier Mann verlassen. Der Richter händigte ihm dazu auch die bei der Hausdurchsuchung sichergestellten Ausweispapiere wieder aus.