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SPD will eine Gesamtschule für Hennen

12.11.2007 | 17:28 Uhr

Iserlohn. Die SPD-Ratsfraktion bezieht in der Frage der Schulentwicklung Stellung und fordert die Errichtung einer vierzügigen Gesamtschule in Hennen.

Zum Schulausschuss am 22. November soll die Verwaltung die Voraussetzungen überprüfen, die Kosten für die Erweiterung des Hauptschulgebäudes ermitteln und einen Zeitplan für die Umsetzung entwickeln.

Kein Schnellschuss der Sozialdemokraten, die ihre Position auf sechs Textseiten darlegen und zunächst die Situation der Hauptschulen analysieren. So sage das Schulministerium bis 2015 einen Rückgang der Schülerzahlen an den Hauptschulen um etwa 30 Prozent voraus. Die Ursache, so SPD-Ratsherr Manfred Minzberg, liege aber nicht allein in der demographischen Entwicklung begründet, sondern in hohem Maße im sich wandelnden Wahlverhalten der Eltern - zu Gunsten anderer Schulformen. „Auch in Iserlohn verliert die Hautpschule an Attraktivität, so dass es nicht mehr möglich sein wird, fünf leistungsfähige Hauptschulen weiterzuführen”, meint Minzberg und bezieht sich auf Prognosen der städtischen Schulverwaltung, die allerdings von unterschiedlichen Entwicklungen an den Standorten ausgehe. Keine Zukunft mehr für ihre Schule sieht die Lehrerschaft der Hauptschule Brüderstraße, die bereits den Antrag auf Auflösung gestellt hat (wir berichteten).

Ebenfalls nicht mehr genügend Nachfrage finde die Hauptschule Hennen, die seit Jahren nur eine Eingangsklasse bilden könne. Beide Schulen, so der SPD-Ratsherr, erreichten keine volle Zweizügigkeit mehr und würden nur noch von rund 250 Schülern besucht. Auf der Grundlage der Ministeriumsprognose ergäbe dies im Jahr 2015 eine Schülerzahl von 170 bis 180 pro Standort - und damit gravierend negative Entwicklungen mit Blick auf die Leistungsfähigkeit der Schulen.

Nur zehn Prozent der Hennener Grundschulkinder entscheiden sich noch für den Übergang an die dortige Hauptschule. „Somit wird diese Schule ihrer Funktion als wohnortnahes und bedarfsgerechtes Angebot nicht mehr gerecht”, folgert Manfred Minzberg. Und er spricht sich in Übereinstimmung mit seiner Fraktion für die Alternative Gesamtschule aus, auch um den Schulstandort Hennen zu erhalten: „Sie kann mit ihrem Abschlussangebot alle Bildungsansprüche bedienen.”   Die wesentliche Voraussetzung für eine weitere Gesamtschule  sei  die konstante Platznachfrage, die „mit Sicherheit” gegeben sei. Minzberg: „Von den insgesamt 300 an der städtischen Gesamtschule angemeldeten Kindern müssen jährlich  etwa 120 Kinder abgewiesen werden. Festzuhalten bleibt, dass Iserlohner Eltern für ihr Kind die Gesamtschule wollen und dieser Nachfrage nicht entsprochen werden kann.”

Alternativen zur Alternative kann die SPD nicht sehen. Ein weiteres Gymansium oder eine weitere Realschule etwa gingen zu Lasten der übrigen Standorte, während keine deutlichen Schülerzuwächse für diese Schulformen zu erwarten seien. Eine Ergänzung der Hauptschule um einen Realschulzweig im Rahmen einer „Verbundschule” sei nur zulässig, wenn ausschließlich auf diese Weise der Fortbestand der Hauptschule oder der Realschule in der Gemeinde gesichert werden könne, „das ist in Iserlohn nicht der Fall”. Auch die Variante, eine bestehende Realschule nach Hennen zu verlegen sei nach dem Ausbau der Kapazitäten in der Innenstadt und in Letmathe nicht vertretbar. In Hennen eine „Außenstelle” der Gesamtschule Nußberg einzurichten, sei derweil unzumutbar, da die Gesamtschule bereits heute auf zwei Standorte aufgeteilt sei.

Dass sich beide große Ratsfraktionen für den Erhalt des Schulstandortes Hennen ausgesprochen hätten, sei aus gutem Grund geschehen, da im Planungsbezirk Nord 16000 Menschen leben, davon 2500 schulpflichtige Kinder und Jugendliche. Insbesondere Hennen gelte als sich weiter entwickelnder Stadteil, hinzu komme die Dahlbreite in Sümmern. „Diese Wohngebiet würden - wie der gesamte Iserlohner Norden - an Attraktivität gewinnen, wenn sie mit einem kompletten Bildungsangebot ausgestattet würden, welches Kindergarten, offene Ganztagsgrundschule und zudem eine für unterschiedliche Bildungsansprüche attraktive Sekundarschule umfasst”, erklärt die SPD-Fraktion, „für viele Schülerinnen und Schüler aus dem Iserlohner Norden stellt eine neue Sekundarschule in Hennen eine gute oder gar besser erreichbare Alternative zum innerstädtischen Schulangebot dar”.

Dass der Hauptschul-Ausbau zur Gesamtschule - zwölf zusätzliche Unterrichtsräume und weitere Fachräume wären erforderlich - erhebliche Investitionen nach sich ziehen würde, verschweigen die Sozialdemokraten nicht. Aber: Nach ihren Zusagen zum Erhalt des Schulstandortes sei die Politik nicht gut beraten, eine entsprechende Entscheidung aufgrund finanzieller Bedenken nicht zu treffen. Überdies sei die teure Unterhaltung einer nicht mehr voll genutzten Schule unakzeptabel, der Verkauf eines Schulgebäudes ergebe in der Regel ein Minusgeschäft.

Thomas Pütter

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