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SPD: Weiterführende Schule in Hennen muss bleiben

05.06.2008 | 17:25 Uhr
SPD: Weiterführende Schule in Hennen muss bleiben

Hennen. Der Schulstandort Hennen muss für den Iserlohner Norden erhalten bleiben!

So lautete die zentrale Botschaft des SPD-Ortsvereins Hennen-Kalthof bei einer öffentlichen Mitgliederversammlung zum Thema „Bildung im Iserlohner Norden - Die Entwicklung der Schullandschaft in Kalthof und Hennen” am Mittwochabend in der Gaststätte „Zum Dorfkrug” in Hennen.

Schulpolitischer Sprecher der SPD-Fraktion Manfred Minzberg stellte die Schülerzahlen im Iserlohner Stadtgebiet sowie die Verteilung der Schüler auf die verschiedenen Schulformen vor, um deutlich zu machen, dass aus Sicht der SPD in Hennen akuter Handlungsbedarf herrscht. Dabei stand die Situation der Grund- und Hauptschulen bei den Erläuterungen im Vordergrund. Den möglichen Rückgang der Schülerzahlen in den Grundschulen sieht der SPD-Ortsverein durch Kooperationen mit anderen Grundschulen als ausgleichbar an und verweist damit auf die nötige Mindestgröße von Schulen. Die Botschaft des schulpolitischen Sprechers für die Hauptschule war weitaus deutlicher: „Die Hauptschule Hennen hat eine düstere Zukunft.” Noch besuchen 240 Kinder und Jugendliche die Hauptschule im Iserlohner Norden, doch die Prognosen des Schulentwicklungsplans gehen laut Minzberg von einem starken Rückgang aus. Gerade die Hauptschulen seien von abnehmenden Anmeldungen betroffen und könnten von momentan rund 1500 Hauptschülern auf 816 im Jahr 2021 sinken. Dieser Trend würde die Hauptschule Hennen besonders treffen, denn nach Zusammenlegung der Hauptschulen Brüderstraße und Wiesengrund ist die Hennener Schule die kleinste der vier Hauptschulen im Stadtgebiet und auch die Bürger im Iserlohner Norden würden ihre Kinder immer häufiger auf Schulen im Zentrum schicken.

Sinkende Akzeptanz in der Gesellschaft und schlechte Chancen auf einen Ausbildungsplatz seien Hauptbeweggründe für die Wahl anderer Schulformen, in denen Fördermaßnahmen den Abstieg auf die Hauptschule vermeiden sollen, glaubt Minzberg. Somit sei klar, dass die Hauptschulen auf lange Sicht an bestimmten Standorten im Stadtgebiet konzentriert werden und Hennen müsse dabei eine aktive Rolle spielen, so der einstimmige Tenor bei der Mitgliederversammlung.

Deshalb sieht die SPD-Fraktion nur eine Möglichkeit, den Schulstandort Hennen langfristig zu sichern: die Hauptschule soll in eine Gesamtschule umgewandelt werden. Trotz Ablehnung von seiten der CDU und der FDP im Rat, die auch gegen die Erstellung eines ersten Realisierungskonzepts für den Umbau der Hauptschule, der auf Kosten von rund 10 Millionen Euro geschätzt wird, sieht die SPD darin eine effektive und wichtige Entwicklung für die Schullandschaft im Iserlohner Stadtgebiet.

Für die Einrichtung einer Gesamtschule sehen die Mitglieder des SPD-Ortsvereins verschiedene Gründe. Zum einen würde der Schulstandort Hennen als Schulform mit Sekundarstufe gesichert und auch dem Wunsch der Eltern vor Ort entsprochen. Außerdem bestehe eine sicherere Nachfrage nach einer zweiten Gesamtschule, wie die Zahl der Abweisungen an der Gesamtschule belegen würden. In den letzten drei Schuljahren mussten 354 Schüler abgewiesen werden. „Die Leistungsfähigkeit mit vierzügigen Jahrgängen einer Gesamtschule in Hennen wäre gesichert, die der Hauptschule fehlt schon jetzt”, betont Manfred Minzberg. Außerdem könne so Hennen als kulturelles Zentrum erhalten bleiben und als Schulstandort durch vielfältige Abschlussmöglichkeiten, die direkt mit denen anderer Schulformen vergleichbar sind, in seiner Attraktivität gesteigert werden.

Während der SPD-Ortsverein bei den Einschätzungen am Mittwochabend den Fokus auf die Wünsche und Bedürfnisse der Menschen im Iserlohner Norden legt, sehen die Gegner dieser Idee den Vorschlag aus gesamtstädtischer Sicht wie z.B. in Fragen des Transports der Schüler.

Das Ziel des SPD-Ortsvereins Hennen-Kalthof: Den Bürgern die Problematik und Notwendigkeit der Umstrukturierung und Einrichtung einer zweiten Gesamtschule näher bringen, um so eventuell mit Hilfe von Bürgerinitiativen so auch die Gegenstimmen im Rat überzeugen.

Janine Tokarski

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