SPD: Prüfantrag für zweite Gesamtschule
21.06.2010 | 18:04 Uhr 2010-06-21T18:04:00+0200
Iserlohn. Nach der Ankündigung von Schulressortleiterin Katrin Brenner, dass die Hauptschule Hennen aufgrund rückläufiger Schülerzahlen auf Sicht aufgegeben werden muss, geht nun die SPD-Fraktion im Rat in die Offensive. Um für den Norden des Stadtgebiets eine weiterführende Schule zu erhalten, wollen die Sozialdemokraten in der Schulausschusssitzung am 1. Juli einen Prüfantrag für die Errichtung einer Gesamtschule am Standort Hennen stellen.
Manfred Minzberg, schulpolitischer Sprecher der SPD, sieht sich bestätigt. Seit Jahren, so Fraktions-Chef Mike Janke am Montag bei einem Pressegespräch, habe der Schulexperte „wie ein Prediger in der Wüste“ auf die Entwicklung im Norden der Stadt hingewiesen, ohne Gehör zu finden bei den anderen Fraktionen. Nun aber lägen Fakten auf dem Tisch. Mike Janke: „Unsere Antworten stehen fest. Wir wollen an dem Schulstandort Hennen festhalten und wir sagen ,ja’ zu einer zweiten Gesamtschule“. Die Kombination hieraus ergebe die nahe liegende Forderung einer Gesamtschule im Norden der Stadt. Die SPD stehe aber auch allen anderen Vorschlägen für den Erhalt einer weiterführenden Schule in Hennen offen gegenüber.
Dass eine Gesamtschule nicht nur die beste, sondern die einzige Lösung für den Standort Hennen ist, davon zeigte sich Manfred Minzberg absolut überzeugt. Der Iserlohner Norden sei das Zuzugsgebiet der Stadt, in dem gegenwärtig rund 16 000 Einwohner leben. Mit einer Gesamtschule am Ort könnte die Stadt einen Großteil der rund 350 000 Euro sparen, die alljährlich für den Schülertransport zur Innenstadt anfallen. Und auch nach der Gründung der Gesamtschule Hemer seien zum kommenden Schuljahr an der bisherigen Gesamtschule Iserlohn aus Kapazitätsgründen mehr als 70 Kinder abgelehnt worden. „Wenn nun eine weitere Hauptschule geschlossen wird, werden die Anmeldezahlen weiter steigen“, ist sich Minzberg sicher. Eine Alternative in Hennen könne hier für Entlastung sorgen, zumal die Gesamtschule Iserlohn dann auf fünf Züge reduziert und der Standort Gerlingsen aufgegeben werden könnte.
10:27
@smartdriver
Leider verstehe ich nicht, was das Lassallesche Lohngesetz mit der Hauptschule Hennen zu tun hat. Ich weiß aber, dass Sie wohl nicht richtig aufgepasst haben (was haben Sie eigentlich studiert??). Sie wüssten sonst, dass Lassalle meinte, dass es nie zu höheren Löhnen kommen werde, als solche, die gerade existenzsichernd seien. Dieses Dilemma sei nur durch die Teilhabe der Arbeiter am produktiven Eigentum zu lösen.
Aber noch eimmal: Wo ist der Bezug zur Hauptschule Hennen? Oder propagieren Sie den längst überfälligen Klassenkampf in unserem Schulsystem, der durch eine Gemeinschaftsschule entspannt werden könnte? Dann: Ein Lob für diese Einsicht!
15:50
Einen Buchtip hätte ich natürlich auch:
Jan Fleischhauer:
Unter Linken
15:48
Zu meiner Studi-zeit beschäftigte man sich eher mit Ferdinand Lassalle eherendes grausames Lohngesetz das u.a. auch besagt, das je mehr Nachkommen eine Generation hat, desto eher das Lohnniveau für die kommende Generation aufgrund des Überangebotes von Arbeitskräften sinken wird.
Die Situation ist ja nich die, das wir nicht genug Kinder haben (auch), sondern das die falschen Leute Kinder haben.
Während Hochschuleabsolventen nur 30 Prozent der Eltern ausmachen, setzten sich die restlichen Eltern aus Migranten, Hartz4lern oder sonstigen Transferleistungsempfängern zusammen.
Die sogenannte bildungsferne Schicht.
Und deren Kindern, die schon im Elternhaus weder gefördert, noch die Notwendigkeit von Bildung beigebracht bekommen, diesen Personenkreis wollen sie jetzt mit der Einheitsschule beglücken?
Glückwunsch, die 30 Prozent Kinder von gebildeten Eltern werden die Privatschulen einrennen und die Einheitsschule wird wohl eher ein Einheitssammelbecken.
23:13
@Smartdriver:
Da schließe ich mich doch gleich mal meinem Vorredner an und empfehle Ihnen zwei klassische Einführungswerke in die Sozialstrukturanalyse:
Rainer Geißler - Die Sozialstruktur Deutschlands
und
Stefan Hradil - Soziale Ungleichheit in Deutschland
Beide zählen zur gängigen Standardliteratur in den ersten Semestern einschlägiger Studiengänge.
21:28
@Smartdriver
In der Theorie klingt das alles tatsächlich gut und schön, die Realität sieht aber nunmal anders aus. Tatsächlich gehört unser Bildungssystem zu den undurchlässigsten in Westeuropa, wie diverse Studien (zum Beispiel die Pisa-Studie, ebenso dürfte ein beliebiges Einführungswerk über die Sozialstruktur der BRD das Problem aufzeigen) darlegen. Somit fällt auch der soziale Aufstieg in unserer Gesellschaft schwer. Über die Gründe darüber kann ich nur spekulieren, allerdings gehe stark davon aus, dass sich mit dem dreigliedrigen Schulsystem und vor allem der frühen Selektion nichts an der Situation ändert.
Was die Weiterbildungen nach einer Handwerkslehre und die dementsprechenden Aufstiegschancen angeht, bin ich überfragt. Mag sein, dass die Möglichkeiten bestehen. Aber vermutlich schaut auch hier die Realität anders aus.
19:06
Gerade bei vielen Grundschulen wird es immer schwierige ausgegelichene Klassen zu präsentieren ! Bestes Beispiel dafür ist die Grundschule Bömberg letztes Jahr konnten Sie noch über 91 1.Klässler präsentieren dieses Jahr gerade mal 77 - Und das Schlimme daran ist, dass es immer mehr Schülerinnen und Schüler aus dem Multikultibereich sind ! In jeder Klasse sind 27 Schüler davon gerade mal ein Drittel Deutsche ! Da ist doch schon vorprogrammiert wie der Unterricht aussehen wird - Unterstützung der Mulitkutigeneration und keinerlei Intelligenten Föderung - Da ist es doch kein Wunder wenn immer mehr PRIVATSCHULEN den Weg auf den Markt finden ! Angebot und Nachfrage reguliert den Preis !
19:06
Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.
16:46
@ Rote Socke
die quer durchlässigkeit unseres Schulsystems ist doch schon jetzt überaus gut.
Jeder Hauptschüler kann einen Sek II Abschluß machen.
Desweiteren ist auch ein guter Sek I Abschluß nicht so schlecht, wie er immer gemacht wird.
Nach einer Ausbildung im Handwerk oder in Industrie kann man zahllose Aufstiegs-weiterbildungen machen.
Meister/ Techniker/ fachbezogene Weiterbildungen, in kaum einem anderen Land ist es so einfach möglich, auch mit überschaubaren schulischen Qualifikationen noch beruflich aufzusteigen.
Ungerecht? Sozial unausgewogen?
Wohl kaum!
Wobei, die rote Socke mit seiner Meinung zum Betreuunggeld natürlich sehr recht hat.
Mit den Mitteln könnte man lieber Nachhilfe für schwache Schüler organisieren.
16:13
Dass kluge Eltern im Durchschnitt klügere Kinder haben, ist doch gerade ein Ergebnis des dreigliedrigen Schulsystems, welches talentierte Arbeiterkinder in ein Umfeld steckt, das ihnen kaum Gelegenheit zum Aufstieg gibt. Das Problem beginnt aber eigentlich schon viel früher: in der oftmals fehlenden frühkindlichen Förderung und Erziehung.
Nicht zufällig haben die skandinavischen Länder, in denen die soziale Herkunft weitaus weniger Einfluss auf die spätere Karriere eines Kindes hat als bei uns, eine hohe Quote von Kindern, die zwischen dem zweiten und sechsten Lebensjahr entweder in einer Kita oder von einer Tagesmutter betreut werden. Solange aber konservative Querköpfe die Bestrebungen das Netzwerk an außerhauslichen Betreuungseinrichtungen mit der Rückkehr des Kommunismus gleichsetzen (und durch Schwachsinnigkeiten wie das Betreuungsgeld finanzielle Mittel zum Fenster rauswerfen), ist hierzulande kaum Besserung in Sicht (wobei natürlich jedem freigestellt sein soll, wie er sein Kind erziehen will!).
Allerdings hat mein/e Vorredner/in nicht Unrecht, wenn er von einem Absenken der Qualität warnt. Die Skandinavier sind weniger an Elitenförderung interessiert, als an einer ausgeglichenen eher dem Mittelmaß zustrebenden Gesellschaft. Das wäre mir allerdings lieber, als eine derart fragmentierte Gesellschaft wie die unsere. Zumal die skandinavischen Staaten ja trotzdem in nahezu allen Vergleichen besser abschneiden als die Bundesrepublik.
15:45
@Bogus, sie haben mal wieder ein Verständnisproblem:
Die angeblichen Vorteile sind eine Illusion: Kluge Eltern werden auch in Zukunft im Durchschnitt klügere Kinder haben, wer nicht lernen will, wird auch in der Einheitsschule nichts lernen und was die Selektion betrifft, sei angemerkt, dass sich gerade in der Pubertät schulische Leistungen oft verschlechtern, so dass eine spätere Auswahl für viele Kinder sogar nachteilig sein könnte. Zudem ist die Gefahr groß, dass man sich bei einer Einheitslösung auf den kleinsten gemeinsamen Nenner einigt und so die Qualität für alle absenkt. Maßgeschneiderte Einheitslösungen gibt es nun mal nicht.