Sonne überstrahlt das Festwochenende

In der Kinderstadt Iser-Kid-City sorgten die Erfrischungen durch die Feuerwehr und die Nachwuchskräfte für viel Spaß bei den großen und kleinen Teilnehmern.
In der Kinderstadt Iser-Kid-City sorgten die Erfrischungen durch die Feuerwehr und die Nachwuchskräfte für viel Spaß bei den großen und kleinen Teilnehmern.
Foto: Dana Schmies
Was wir bereits wissen
Die Hitzewelle soll noch mindestens bis Sonntag dauern – mit Folgen auch für das Schützenfest am Wochenende. Mediziner raten viel Wasser zu trinken und sich möglichst im Schatten aufzuhalten

Iserlohn..  Sommer, Sonne, Sonnenschein: Was vor allem bei Schülern in den gerade begonnenen Ferien für durchweg gute Laune sorgen dürfte, bedeutet gleichzeitig aber Gefahren in puncto Gesundheit. Auch das Schützenfest wird deshalb wohl bis Sonntag nicht unbeeinträchtigt von der Hitzewelle ablaufen, Schattenplätze dürften allerortens begehrt sein.

Jedes zweite Getränk sollte am besten ein Wasser sein

Dr. Axel Bünemann, Chefarzt der inneren Medizin am Elisabeth-Krankenhaus, warnt darum eindringlich vor übermäßigem Alkoholkonsum. „Und wenn doch Bier getrunken wird, sollte am besten jedes zweite Getränk ein Wasser sein“, rät er. Für die Festtage rechnet er zudem mit erhöhten Aufkommen in der Notaufnahme, weswegen je Schicht eine Person mehr im Einsatz sein wird. Bislang sei die Hitzewelle glimpflich verlaufen. „Wir hatten mit mehr Patienten gerechnet.“

Auch am Bethanien-Krankenhaus blickt man mit leichtem Bangen in Richtung Schützenfest: „Der Ansturm wird kommen“, sagt Dr. Gabriele Lukner, Ärztin in der zentralen Aufnahme. „Die Leute müssen sich auf Wartezeiten einstellen.“

Bislang seien es in den vergangenen Tagen hauptsächlich ältere Patienten mit chronischen Erkrankungen, die wetterbedingt vermehrt in die Notaufnahme müssten. „Zu wenig aufgenommene Flüssigkeit ist da das Hauptproblem.“ Auch der Ramadan mache sich bemerkbar.

Flüssigkeitsbedarf und vor allem die eigene Physis richtig einzuschätzen rät auch der Iserlohner Allgemeinmediziner Dr. Ossama Farag. „Als gebürtiger Ägypter gehe ich auch bei 30 Grad gerne in den Garten arbeiten, meine deutsche Frau verträgt die Sonne aber weniger gut.“ So empfiehlt er viel zu trinken, idealerweise Wasser oder Tee sowie die Haut ausreichend mit Sonnenschutz einzucremen oder gleich im Schatten zu bleiben. Wer aber berufsbedingt dennoch in die pralle Sonne müsse, dem rät er zumindest, den Kopf zu bedecken und ausreichend Pausen einzulegen.

Die Feuerwehr erwartet indes für das Schützenfest ein erhöhtes Aufkommen in Sachen Rettungsdienstfahrten. Außerdem wird um Vorsicht unter anderem mit Zigaretten wegen der erhöhten Waldbrandgefahr gebeten. Und: „Die Temperaturen lösen erhöhte Ozonwerte aus.“ Menschen mit Beeinträchtigungen an den Atemwegen sollten sich daher im Freien nicht anstrengen, heißt es in einer Mitteilung.

„Alle schön in den Schatten und ausreichend trinken“, rät auch die stellvertretende Leiterin der Tagespflege im Seniorenzentrum Waldstadt, Claire Simanski, den Hausbewohnern. „Wir achten drauf, dass sie das umsetzen.“ Auch der Speiseplan wurde umgestellt: „Es gab Kartoffelsalat und Würstchen und Eis in verschiedenen Variationen.“

Die Pflegekräfte animieren die Senioren auf der Terrasse zudem zu Wasserspiele mit Luftballons, entspannenden kalten Fußbädern und Wassertreten zur Thrombose-Prophylaxe im Freien. „Wir achten auch auf den Blutdruck der Bewohner, ihren Kreislauf und den Blutzuckerspiegel.“ Bislang habe es aber keine besonderen Vorkommnisse gegeben, so Claire Simanski.

Die Reit- und Zug-Pferde sollen am Anfang laufen

Auf das Ausbleiben besonderer Vorkommnisse hofft man auch beim IBSV. Die Reit- und Zug-Pferde sollen daher beim Umzug etwa am Anfang laufen. „So werden Standzeiten im Stau vermieden, die Tiere kommen schnell wieder in den Schatten“, sagt Oberst Hans-Dieter Petereit. Die Heimatzeitung und der Damen-Verein „Schmückendes Beiwerk“ verzichten wegen der möglichen Belastung für die Tiere auf Pferdewagen (siehe Bericht Seite zwei). Petereit sagt: „Die Tiere werden am Anfang und am Ende getränkt, das ist mit den Besitzern abgesprochen, die das Mitlaufen als unbedenklich einstufen.“

Eine Sicht, die der Amtstierarzt des Märkischen Kreises, Dr. Dieter Sinn bestätigt: „Ein Pferd kann große Mengen Wasser speichern, sonst könnte es auch nicht auf dem Feld arbeiten. Das ist kein Problem. Man sollte das Thema nicht zu sehr vermenschlichen.“ Wichtig sei aber auch hier und bei Haustieren ebenso, auf die Flüssigkeitszufuhr zu achten.

Die Schützen wollen aus diesem Grund Wasser entlang der Umzugsroute bereitstellen. Petereit: „Allein an der Schauburg werden 80 Kisten Wasser warten.“