Softwarefehler: Der Liter Sprit für drei Cent
11.01.2008 | 15:27 Uhr 2008-01-11T15:27:00+0100
Iserlohn. Die Autofahrer, die in der Nacht zum Freitag auf der Baarstraße unterwegs waren, trauten ihren Augen nicht. An der BFT-Tankstelle standen die Preisschilder auf drei Cent pro Liter. Dieses "Sonderangebot" ließen sich die Fahrer nicht entgehen.
„Ich dachte, ich seh' nicht richtig - drei Cent für den Liter Sprit? Das lässt man sich doch nicht entgehen!” So wie Werner Vollmert haben sich in der Nacht auf Freitag viele Autofahrer gewundert, als sie an der BFT-Tankstelle an der Baarstraße vorbeifuhren. Tatsächlich leuchtete von der Preistafel dieser unglaubliche Literpreis für alle Kraftstoffe.
Wie Werner Vollmert der Heimatzeitung berichtet, schalteten die elektronisch gesteuerte Preistafel sowie die Anzeigen in den Zapfsäulen um kurz nach Mitternacht auf die Drei-Cent-Marke um. Binnen weniger Minuten steuerten immer mehr Fahrzeuge die Tankstelle an. Per Handy wurden Freunde darüber informiert, dass hier an der Baarstraße das Sprit-Schnäppchen des Jahres zu machen sei. „Für 1,78 Euro konnte ich volltanken”, sagt Vollmert, der aber erst einmal eine halbe Stunde geduldig warten musste, bis er endlich an der Reihe war.
Dabei beobachtete er, wie Autofahrer Kanister in allen Größen und selbst Mineralwasserflaschen mit dem sonst so teuren Treibstoff abfüllten. „Es herrschte echter Ausnahmezustand, und die Bediensteten der Tankstelle waren mit der Situation völlig überfordert”, beurteilt der 51-jährige Iserlohner die skurile Situation mitten in der Nacht.
Seinen Augen mochte auch der 21-jährige Iserlohner Adriano Zappala nicht trauen. „Wir haben uns noch mit Freunden getroffen. Als ich gegen 1 Uhr nach Hause gefahren bin, stand der Benzinpreis bei drei Cent. Ich habe mich da aber nur umgedreht und ungläubig geschaut.” In diesem Moment habe er sich nichts dabei gedacht. Gegen 2.30 Uhr wurde er dann von einer Freundin aus dem Bett geklingelt. „Sie rief mich an, dass ich sofort zur Baarstraße fahren sollte.” Direkt stieg er in den großen Wagen seines Vaters und fuhr zur BFT-Tankstelle. „58,67 Liter Diesel haben mich in dieser Nacht nur 1,76 Euro gekostet. Das war wirklich unglaublich”, erzählt er beim Besuch im Wichelhovenhaus.
Manche Leute hätten regelrechte „Hamsterkäufe” getätigt. „Ich habe einen Mann gesehen, der hat 635,84 Liter Benzin in Kanistern mit nach Hause genommen und ganze 19,08 Euro dafür bezahlt.”
Wie eine Mitarbeiterin der Betreiberfirma auf unsere Anfrage hin mitteilte, handelte es sich bei dem unfreiwilligen „Sonderangebot” um die Folge eines Software-Fehlers im Steuerungssystem der Tankstelle. Die sichtlich angespannte Pächterin hingegen wollte sich am Freitag nicht zu dem Vorfall äußern.
Weiterer Artikel zum Thema:
Tankstellen-Eigentümer Bald: "Bin keinem böse, der für 3 Cent tankt"
19:57
softwarefehler.... windows :D
12:25
Also mal ganz im Ernst Leute. Man kann eigentlich keinem der da getankt hat einen Vorwurf machen. Der Mensch ist von Natur aus egoistisch und damit ist gut. Aber Aushilfe, die hinter der Kasse stand kann man einen Vorwurf machen. Zum einen kann man sich denken, dass bei drei cent pro liter etwas nicht stimmen kann und daraufhin die Tankstelle schließen, bzw die Säulen per not-aus abstellen. Statt dessen noch Freunde von Familie anrufen und sich freuen, dass alle Welt, den Laden ausnimmt, für den sie arbeitet finde ich schlichtweg dumm. Ich will diese Moraldiskussion wirklich nicht aufnehmen, aber es gibt einfach Situationen in denen man vielleicht erstmal ne Kopf einschalten sollte und das hat die Aushilfe definitiv nicht getan. Für jeden Pups kann die Pächterin angerufen werden, so nach dem Motto mir ist ne Falsche umgefallen, was mache ich jetzt, aber in einer solchen Situation nicht? das ist lächerlich!
Desweiteren wurde von mehrern leuten gesagt, dass die gute Frau da nichts verdienen würde. Gibt es dafür belege??? wenn der job so schlecht bezahlt wird, dass es ihr nicht passt, hätte sie ihn nicht annehmen sollen. Da sie ihn aber angenommen hat, sollte sie bei der arbeit den kopf einschalten.
Meiner Meinung nach liegt der Fehler allein an den beiden Damen hinter der Kasse und diese sollten dafür auch gerade stehen, statt sich von einer zeitung wie Bild noch den Rücken stärken zu lassen. Seit wann wird ein riesen Aufstand gemacht, wenn jemand gefeurt wird, der etwas falsch gemacht hat?
Aber hey, in einer Welt in der geiz geil ist, du deutschland bist und sich kinder wünschen erstmal schon arbeitslos zu sein, denn der staat zahlts ja, wundert mich nichts mehr. Die Gesellschaft sollte immer schön so weiter machen. Mit diesem egozentrischen Verhalten, wo jeder nur den kopf ausschaltet, keine verantwortung übernimmt und sich auch nicht verpflichtet fühlt an was anderes als sich zu denken, wird schafft es die gesellschaft bestimmt dieses Land noch unangenehmer zu machen. Viel Erfolg!
Und vielen Dank an die netten aushilfen. Ihr seit nicht nur Deutschland, sondern auch ein paradebeispiel der heutigen gesellschaft!
18:14
Oh Mann, so langsam verliere ich die letzten Böcke. Wenn sich die Beitragschreiber/-innen mal bequemen würden, richtig zu lesen, aber ok, dann schreibe ich halt alles drei Mal. Habe eigentlich besseres zu tun.
@lena:
Ich habe schon mehrfach geschrieben, dass ich es keinem vorwerfe, dort getankt zu haben. Ich finde es lediglich geschmacklos, stolz darauf zu sein.
Und zum Thema utopische Welt: in der scheinst Du zu leben, wenn Du glaubst, dass irgend ein Konzern oder der Staat oder sonstwer den Schaden trägt. Denn jegliches Unternehmen (wie auch der Staat) finanzieren sich aus ihren Kunden (bei Staat eben die Steuerzahler). DER KLEINE MANN, JA DU ODER ICH tragen die Rechnung.
Kein Ölmulti. Keine Regierung oder sonstwer.
Insofern sei mir nicht böse - aber was ich bemängelt habe ist der Stolz darauf, sich auf Kosten anderer bereichert zu haben. Und wenn Du letzteres abstreitest, lebst DU in einer utopischen Welt.
@BFT-Fan:
Ich wiederhole mich ungern: NEIN, ich hätte nicht getankt, weil ich die Folgen bedenke und weiß, wer nachher den Schaden trägt.
Außerdem lese ich hier zwischen den Zeilen schon wieder die alte Verwechslung von wegen hohe Spritpreise. Wer ist denn dafür verantwortlich? Ohne Steuern könnte der Sprit 88 Cent WENIGER kosten, also unter 60 cent/Liter. Die Großkonzerne und Raffinerien leben auch nicht schlecht. Aber der, den hier der Schaden in erster Linie betraf, war ein Tankstellenpächter mit einem Netz von 20 Tanken. Nix riesiges, kein Weltkonzern.
Mal ganz abgesehen davon, dass in diesem Fall die Versicherung aufgrund glücklicher Vertragsregelung den Schaden trägt, befand sich der Kraftstoff zum Zeitpunkt des 3ct-Verkaufs im Eigentum des Pächters. Der hatte den Sprit schon bei Lieferung bezahlt. Insofern finde ich den Vergleich mit der Geldbörse alles andere als abwegig. In diesem Fall lag dort eben statt Geld bezahlte Ware für ein utopisch kleines Geld. Sicher, wer dort getankt hat, hat nichts illegales getan. Habe ich nie behauptet. Trotzdem musste jedem klar sein, dass dafür irgend jemand zahlt. Wer auch immer. Nur dass die Ausrede mal den Ölmultis schaden ist gut, die nehmen uns aus nicht zieht. Denn die echten Verdiener an der Geschichte, Staat und Ölkonzerne HATTEN zu diesem Zeitpunkt schon ihre Kohle und sind schadfrei ausgegangen.
Der eigentlich in erster Linie verantwortliche war also (abgesehen von der Versicherung) der PÄCHTER, der am allerwenigsten für die Preise kann.
Naja. Jetzt zahlt die Versicherung. Die wiederum holt sich die Kohle von ihren Versicherungsnehmern wieder. Diese Kette pflanzt sich dann durch alle Unternehmerschichten fort bis die Kosten letztendlich wieder bei Otto Normalverbraucher landen.
Ich weiß nicht, was daran so kompliziert ist.
Und bei dieser Betrachtung, entschuldige, kommt mir beim Kommentar kollegiale und hilfsbereite Stimmung ein wenig die Galle hoch. OK, ist ungewöhnlich. Denn eigentlich schlagen sich alle die Köpfe ein, wenn das Geld anderer auf der Straße liegt.
UND NICHTS ANDERES war da der Fall.
@Stella:
Wer schreibt da eigentlich was von einer PächterIN? Der Mann heißt Erwin Bald.
Wie oft denn noch... Wenn ein Supermarkt eine Lieferung Äpfel bekommt, bezahlt er diese mit Zahlungsziel x. Aber die Verbindlichkeit (Zahlungspflicht) entsteht mit dem Übergang, also dem Erhalt der Ware.
Im Fall der Tankstelle ist der Eigentümer oder Pächter zahlungspflichtig, sobald er vom Tankwagen den Kraftstoff BEKOMMT. Nach meinem Wissen handelt es sich hier nicht um Kommissionsware.
Als also die Leute für 3 ct getankt haben, lag dem Tankstellenpächter / -besitzer bereits eine Rechnung über den Sprit vor, den die Leute da gerade für 3 ct tanken. Der Pächter/Besitzer hat jedoch eine Rechnung über einen deutlich höheren Betrag (Diff. ca. 10.000 €), die er zahlen MUSS, weil er die Ware erhalten hat.
Dass nun die Ursache dafür in einem Softwarefehler lag und zufällig (glücklicherweise) die Versicherungsverträge passten, bezahlt die Versicherung. Na super.
Es hätte auch anders ausgehen können. Doch was ändert die Frage, ob der Pächter oder die Versicherung bezahlt? Nur, ob ein Kleinunternehmer gefährdet wird. Aber der Schaden, der hier definitiv in fünfstelliger Dimension entstanden ist, wird von irgend jemandem getragen. Siehe letzter Kommentar, ich erklärs nicht nochmal.
DU UND ICH ZAHLEN. Kein Ölmulti. Kein Staat.
Und noch eins, auch zum letzten Mal: NEIN, ich hätte NICHT getankt.
Da ich mich ungern wiederhole, hoffe ich, dass es diesmal verständlich ist.
Klar, jeder möchte gerne sparen. Auch ich habe keine Kohle zuviel. Aber deswegen bereichere ich mich nicht auf Kosten anderer (genau das ist hier passiert) und bin nachher noch stolz drauf.
@Heinz:
Na super. Weil die Telekom Dich übern Tisch zieht, gibt Dir das das Recht, guten Gewissens via finanzielle Umwege (Tankstelle, Versicherung) die Allgemeinheit zu schädigen?
Wenn ein solcher Grundsatz gelten kann, dann nur wenn es das gleich Unternehmen betrifft.
Aber das ist mal wieder die typische was kümmerts mich, wer mich übers Ohr haut fragt auch nicht-Mentalität, die nach meiner (subjektiven und persönlichen) Einschätzung über die langen Jahre gerade einer der Auslöser für diesen Trend wurde.
Wirklich bedenklich finde ich dabei, dass die erwähnte Nehmermentalität (und die Tatsache, dass es egal zu sein schein, WEM man schadet) inzwischen als normal betrachtet wird. Letztlich werde ich hier ja offensichtlich für bekloppt erklärt, wenn ich sage, dass ich nicht dort getankt hätte. JA GEHTS NOCH???
@alle mich kritisierenden 3ct-Tanker:
Bin ich bescheuert, weil ich kausale Zusammenhänge bilde und mir auf Basis dessen Entscheidungen bilde? Wenn ja, dann bin ich gerne bescheuert!
Wenn ich auf die Diskussion hier in der Gesamtheit zurückblicke, muss ich feststellen, dass die meisten in die Richtung argumentiert haben, dass ja nur dem geschadet würde, der einen sonst ja ausnimmt. *Kopfklatsch* FALSCH. Aber ich erklärs nicht nochmal.
Wenn Ihr nicht denken wollt, lasst es. Geht ruhig weiter in den Geizmarkt von nebenan und rafft nie, dass GERADE DER Euch ausnimmt. Irgend jemand muss ja letztlich die Devisen in Bewegung halten.
Und wenn Ihr das nächste Mal das Supersonderangebot im Blöd-Markt seht, dann schlagt zu. Dann refinanziert Ihr wenigstens den Spritschaden wieder - über Umwege. Aber ihr wollt es ja anscheinend alle so.
Klar, die Bösen sind immer die Großen. Die Ölmultis, die Regierung, Versicherungen...
ALLES, was große Firmen bezahlen müssen, holen sie sich zurück. Und zwar mit Aufschlag, denn die Wertschöpfungskette stimmt sonst nicht.
Aber was schreibe ich da, wirtschaftliche Zusammenhänge scheinen ja keinen zu interessieren.
Dann sollten die _stolzen_ Tanker außer dem Auto auch mal die Scheuklappen polieren. Wer hier welchen Schaden trägt, ist ja offensichtlich egal. Bloß nicht nachdenken, die Welt ist ja so einfach!
Sorry, aber so langsam macht mich der eine oder andere ignorante Kommentar echt sauer.
Ich werde dieses Thema nun meiden. Schreibt Euch ruhig die Finger wund. Wenn Ihr Antworten wollt, besucht einen Kurs für Controlling oder Kosten-Leistungs-Rechnung, dann versteht Ihr wenigstens, wie Unternehmen funktionieren und wer da welche Rechnung bezahlt.
Grundsätzlich möchte ich dem einen oder anderen hier im Forum empfehlen, sich erst in ein Thema einzulesen, bevor wilde Behauptungen in den Raum gestellt werden. Die Zusammensetzung des Benzinpreises (nur als Beispiel) steht offen im Internet zu lesen, ist kein Geheimnis.
Gruß an alle, die noch denken können.
19:03
Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.
19:03
Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.
19:02
Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.
04:18
Die Moral ist in Deutschland schon lange hintenüber. Ich lese jeden Tag die Super Angebote mit den kleinen Sternchen.
Wer da nicht genau hinschaut wird ohne mit der Wimper zu zucken über den Tisch gezogen.
Und das ist alles rechtens.
Also warum nicht zuschlagen wenn es mal ein Angebot ohne Sternchen gibt.
07:52
An alle Hacker!!!!
Waer das nichts fuer Euch???? Code knacken ist doch Euer Spezi-Gebiet. Mal ran Jungs!!
Ren R
PS: Ich wohne in Celle - blink blink
22:04
an W.S.
also wenn du die Chance gehabt hättest, dann hättest du dies auch getan!! Außerdem weisst du überhaupt nicht bescheid, wie und was in der NAcht abgelaufen ist. Ich habe selber getankt und bevor ich dies getan hab, habe ich die Kassiererin kurz gefragt ob es möglich ist.SOOOOOO was zum teufel hättest du gamcht? Ach nööö..wenn du das Geld hast schön..
21:58
an Horst:
nur ganz kurz, den Schaden trägt die Pächterin nicht und du hättest auch getankt!!das ist klar!