Sehen, staunen, Eindrücke sammeln

Hans-Günter Kerstan, Geschäftsführer des Instituts für Entsorgung und Umwelttechnik, begrüßte die Delegation aus Simbabwe in der Sase
Hans-Günter Kerstan, Geschäftsführer des Instituts für Entsorgung und Umwelttechnik, begrüßte die Delegation aus Simbabwe in der Sase
Foto: IKZ

Iserlohn..  Hand aufs Herz: Wenn der Name „Simbabwe“ fällt, schwirren doch erst einmal Fragezeichen durch den Kopf. Bis nach Deutschland dringt höchstens durch, dass das Land im südlichen Teil Afrikas liegt und seit den 80er Jahren von Robert Mugabe regiert wird.

Umgekehrt sieht das etwas anders aus. Offenbar wissen die Simbabwer, dass sie sich von Deutschland einiges abschauen können. Eine elfköpfige Delegation, der Ingenieure und Politiker angehören, ist seit Donnerstag bei uns unterwegs, um zu erfahren, wie dieses Land funktioniert.

Gäste aus Simbabwe vermissten die Parkuhren

In Mülheim/Ruhr, Oberhausen und Frankfurt/Main sind sie schon gewesen, Bottrop und Solingen folgen noch, am Dienstag stand Iserlohn auf dem Programm. Schwerpunkte waren die Zusammenkünfte mit der Leiterin des Kommunalen Immobilienmanagements (KIM), Claudia Zawada, am Vormittag und ein Besuch bei der Sammlung aus Städtereinigung und Entsorgung (Sase) am Nachmittag. Das Interesse der Afrikaner ging aber weit über Fragen zur Gebäude- und Abfallwirtschaft hinaus. Verwundert kam angesichts der zahlreichen Autos und Parkplätze die Frage auf, ob es denn in Iserlohn keine Parkuhren gebe. Man muss die wenigen, die es noch gibt, tatsächlich suchen. Offensichtlich haben sie die Parkscheinautomaten gar nicht als solche erkannt. Bürgermeister Dr. Peter Paul Ahrens ergänzte, dass es in Wohngebieten zudem Parkausweise für Anwohner gibt. Ahrens dürfte die Zusammenkunft mit den weit gereisten Gästen noch lange in Erinnerung bleiben, obwohl er viele, auch ausländische Besucher empfängt. Dass die Simbabwer jedoch aufstanden, als er den Raum betrat, überraschte den ersten Bürger der Stadt dann doch. Er hoffte, dass sie etwas Neues mitnehmen, wenn es wieder in die Heimat geht.

Davon ist auszugehen: Delegationsmitglied Norman Hlabani erzählte, dass die neuen Infos rund um das Thema Wasserversorgung auf jeden Fall zu denen gehören werde, die man in der Heimat aufgreifen wird. Schwer beeindruckt war die Gruppe, als sie sich den Leitstand der Hauptfeuerwache ansah und überrascht reagierten einige wegen der hohen Anzahl von weiblichen Mitarbeitern beim KIM. „Das ist so, weil es uns nicht nur um die Gleichstellung, sondern um die Qualifikation geht“, erklärte Claudia Zawada.

Bei der Sase endete der Tag in Iserlohn. Dort tauchten die Gäste in die Geschichte der Stadtreinigung ein – inklusive der Entwicklung zu den heutigen Standards unter Berücksichtigung des Umweltschutzes.